Rede zum Bürgerempfang 2018 am 13.01.2018

 

Es gilt das gesprochene Wort; Sperrfrist: Samstag, 13.01.2017 bis 11.30 Uhr

Prolog:

Die Stadt Übach-Palenberg hat sich in 2017 gut weiterentwickelt. Aber die Zeit der Entbehrungen ist noch nicht ganz vorbei.

Durch den Stärkungspakt konnte auch für 2018 wieder einmal, in Folge jetzt zum dritten Mal, ein ausgeglichener Haushalt für das Jahr 2018 vorgelegt und durch den Rat verabschiedet werden.

Schmerzhafte Einschnitte mussten in den letzten Jahren vollzogen werden und sind noch weiterhin zu vollziehen - dennoch, das Ziel eines dauerhaft sanierten Haushaltes ist jetzt in greifbare Nähe gerückt. Voraussetzung, um diesen eingeschlagenen Weg auch erfolgreich zu Ende zu gehen ist, die Tugenden der letzten Jahre nicht zu vergessen und das Anspruchsdenken und –fordern über die Möglichkeiten unseres Gemeinwesens hinaus immer noch zurückzustellen. Hier appelliere ich an alle verantwortlichen Politiker sowie an die Bürger in unserer Stadt, die Verwaltung und den Bürgermeister zu unterstützen, diesen Weg beizubehalten. Kirchturmdenken führt uns hier nicht zum Ziel! Bis 2021, also noch 4 Jahre sind wir im Stärkungspakt. Diesen limitierenden Faktor sollten wir uns alle immer vor Augen führen! Er bestimmt unser Handeln!

Rückblick auf 2017 und Ausblick auf 2018:

Die Stadt Übach-Palenberg konnte trotz restriktiver Sparpolitik viele Maßnahmen umsetzen und realisieren.

Insbesondere unsere Schüler sowie unsere Jugend liegen uns hier am Herzen! 2,2 Mio. Euro wurden in 2017 so z.B. für unsere Schulen eingesetzt, um den Erhalt bzw. eine Verbesserung im Rahmen unserer Schulträgeraufgabe zu erzielen.

Beispielsweise konnte mit der Sanierung der Toilettenanlage in der Gesamtschule die letzte noch komplett erneuerungsbedürftige Toilettenanlage auf den heutigen Stand gebracht werden.

Alleine für die Erneuerung der Toilettenanlagen des Gymnasiums, der Grundschulen Frelenberg und Boscheln, der Realschule und nunmehr der Gesamtschule wurden in den letzten 3 Jahren ca. 1,13 Mio. Euro ausgegeben. Das alles, ich erinnere daran, trotz Stärkungspakt!

Der Rat der Stadt Übach-Palenberg hat im Zuge der Haushaltsberatungen für den aktuellen Haushalt 2018 am 18.12.2017 der Stadtverwaltung noch mehr Mittel, als ursprünglich vorgesehen, für Infrastrukturmaßnahmen, Sanierungen, bauliche Verbesserungen, Reparaturen etc. in den Schulen im Haushalt 2018 zur Verfügung gestellt. Dies wurde durch Umschichtungen ermöglicht, sodass bereits in diesem Jahr wieder über 2 Millionen Euro für die Schulen zur Verfügung stehen. Für den gesamten Planungszeitraum 2018-2021 sind sogar ca. 9,8 Mio. Euro vorgesehen. Diese Mittel werden sehr zielgerichtet zur Verbesserung der Schulen eingesetzt werden.

Darüber hinaus erhalten die Schulen alleine für 2018 wieder über 500 T€ als sogenannte Schulbudgets. Für den gesamten Planungszeitraum 2018-2021 sind das zusätzlich noch einmal ca. 1,9 Mio. Euro. Das sind Mittel, die die Schulen, unter Beachtung der Rahmenbedingungen wie z.B. der Vergaberichtlinien, selbstständig verwenden können.

Dies alles unterstreicht, welchen hohen Stellenwert die Kinder und die Jugend bei allen Sparbemühungen in unserer Stadt einnehmen. So war und ist es nach wie vor unser Ziel, den Schülerinnen und Schülern in unserer Stadt ein Lernumfeld zu schaffen, in dem es Freude macht zu lernen und sich damit Erfolge leichter einstellen.

Als schmerzliche Stärkungspaktmaßnahme stand in 2017 die vom Rat beschlossene Schließung der städtischen Bücherei an. Es ist zu begrüßen, dass auf private Initiative mit Unterstützung von einzelnen Politikern eine kleine Bücherkiste ins Leben gerufen werden soll. Diese gilt es dann als Ergänzung zu den bestehenden Büchereien der Schulen und Kindergärten ehrenamtlich zu unterstützen. Helfen Sie, dass hier ein Verein diese wichtige Aufgabenstellung in unserer Stadt verwirklichen kann.

Auch konnte in 2017 ein sich fast ein Jahrzehnt hinziehendes Drama, welches zuletzt in einen Prozess mündete, zumindest juristisch, beendet werden. Mit dem Urteil zur Klangbrücke wurde geklärt, dass die Herstellung mit Mängeln behaftet war und das die Verrechnung dieser mit den Mängelbehebungskosten und die damit verbundene Reduzierung der Zahlung durch die Stadt an den Hersteller rechtens war.

Die Bautätigkeiten in unserer Stadt setzten und setzen sich erfreulich fort und schaffen weitere Arbeitsplätze. So wurde im Gewerbegebiet weiter investiert und viele Maßnahmen umgesetzt. Dies führte als Randerscheinung dazu, dass zwei Straßen, die bisher keinen offiziellen Straßennamen hatten, weil eben vor einigen Jahren noch anliegend keine Gebäude vorhanden waren, nunmehr mit Namen versehen wurden. Die „Bockreiterstraße“ und „Am Moldfeld“ sind diese neuen Namen.

Auch sind im Beyelsfeld in nahezu Rekordzeit viele schöne neue Häuser entstanden, deren Eigentümer hierauf wirklich stolz sein können. Ein wunderbares Neubaugebiet. Ähnlich soll es in wenigen Jahren auch im Baugebiet Mariental umgesetzt werden. Untersuchungen und Gutachten zeigen aktuell auf bzw. werden es noch aufzeigen, in welchem Bereich des Plangebietes zukünftig tatsächlich gebaut werden kann. Hier gilt es natürlich auch Einlassungen und berechtige Wünsche der dortigen Anwohner zu berücksichtigen. In der Summe wird dann unterm Strich, so meine Überzeugung, ein schönes und hochwertiges Wohngebiet entstehen, welches auch breite Akzeptanz in der Bevölkerung und bei den Anwohnern finden wird. Erste Interessensanfragen liegen bereits jetzt vor.

Selbstverständlich müssen noch weitere Baumöglichkeiten im Stadtgebiet ausgewiesen werden, um der enormen Nachfrage überhaupt gerecht werden zu können. Neue Industrieansiedlungen bewirken neue Arbeitsplätze und diese erfordern, damit Arbeit und Leben zusammengeführt werden kann, eben auch das Angebot neuer Baugebiete. Neue Bürger bringen dann auch neue Kaufkraft in unsere Stadt und so soll sich die Spirale der Entwicklung von Übach-Palenberg positiv nach oben drehen.

Andernfalls wandern potentielle Neubürger in die Nachbarstädte ab, die schon in neuen Baugebieten, die bis in die Nähe der Stadtgrenzen von Übach-Palenberg reichen, viele hundert neue Baustellen ausgewiesen haben. Wir sorgen dann zwar für Arbeit, aber die anteilige Einkommensteuer und die Grundsteuer B fließen dann in andere Städte, nämlich dahin, wo die Bürger wohnen. Hier ist im Interesse aller Bürger der Stadt Übach-Palenberg dringender Handlungsbedarf gegeben! Wir in Rat und Verwaltung packen dies an!

Auch muss die Infrastruktur in möglichst gleichem Maße angepasst werden und dem heutigen Standard entsprechen.

Im Bereich Breitbandversorgung liegt Übach-Palenberg im kreisweiten Vergleich an der Spitze mit einer Quote von 97,5 % bei Anschlüssen größer gleich 50 Mbit/s!

Auch außerhalb vom Kreis Heinsberg ist Übach-Palenberg damit in der Spitzengruppe.
Straßen und Kanäle kommen in Teilen in die Jahre und müssen erneuert werden. Sichtbarste Erneuerung in diesem Bereich ist die Kanalsanierung in Scherpenseel.

Mit der Sanierung der Kanäle wird ein erster wichtiger Schritt zur Bewältigung der Wassermassen, die im Starkregenbereich in Scherpenseel bisher zu großen Überschwemmungen geführt haben, getan.

Zusätzlich können die vom Straßenbau betroffenen Anwohner schon mal ein anderes innerörtliches Erlebnis spüren. Sobald die nunmehr endgültig im Bundesverkehrswegeplan 2030 mit hoher Priorität aufgenommene Bundesstraße als Ortsumgehung Scherpenseel realisiert sein wird, wird dann auch kaum noch LKW-Verkehr durch Scherpenseel führen. Auch die PKW-Frequenz dürfte sich deutlich verringern – so wie heute in den gesperrten Teilen! Viel Engagement und Arbeit war erforderlich, dass es so gekommen ist, wie es gekommen ist – aber es ist nunmehr erfolgreich eingestielt.

Auch ist sehr positiv anzumerken, dass der Spatenstich zu einer weiteren KITA, jetzt in Übach-Palenberg Mitte, hinter der Schwimmsportschule, neben dem AWO Carolus-Seniorenzentrum vollzogen worden ist und die Baumaßnahmen begonnen haben. Mit Fertigstellung dieser KITA dürfte in unserer Stadt das Thema KITA-Plätze eine deutliche Entspannung erfahren.

Ein weiterer wichtiger Bereich in unserer Stadt ist die Feuerwehr. Hier konnten wir in den letzten Jahren erreichen, dass unsere städtische freiwillige Feuerwehr über modernste Ausstattung verfügt. Dies ist kein Selbstzweck, sondern Notwendigkeit. Jeder, der die Feuerwehr benötigt, wird froh sein, wenn Leib und Leben mit den heutigen hervorragenden technischen Möglichkeiten geschützt werden können.

Alleine das neue Fahrzeug mit der neuen Feuerwehrleiter hat knapp 700.000 Euro gekostet. Und am 21. Januar um 14.00 Uhr wird dann noch das neue Löschgruppenfahrzeug HLF 20 für die Löschgruppe Scherpenseel eingeweiht werden. Dieses Fahrzeug kostet ca. 433.000. Euro!

Im Jahre 2017 ist für die Feuerwehr insgesamt über 1,5 Mio. Euro ausgegeben worden. Auch das ist eine zielorientierte wichtige und nützliche Investition in die Sicherheit für die Bürger unserer Stadt.

Aber auch im Bereich der sogenannten „weichen Standortfaktoren“ braucht sich Übach-Palenberg nicht zu verstecken. In 2017 fand wieder das allseits beliebte Übach-Palenberger Familienfest, das sog. ÜPF statt, der Seniorenshow-Nachmittag war ebenfalls wiederum ein voller Erfolg, aber auch der Niederrheinische Radwandertag oder der Musiksommer, welcher gemeinsam mit einem Winzerfest auf unserem Rathausplatz stattfand, war von Erfolg gekrönt, ebenso die Ehrungen der Schützen, der Karnevalisten, der musik- und kunsttreibenden Vereine, der Sportler, die Verleihung des Kunst- und Kulturpreises - um nur einige wenige Veranstaltungen zu nennen, die unter städtischer Beteiligung oder sogar alleiniger Regie liefen. Der Stärkungspakt zwingt uns hier dazu, derartige Veranstaltungen nahezu kostenneutral für die Stadtkasse realisieren zu müssen. Dies kann bei der Jahr für Jahr hohen Qualität der Veranstaltungen nur im Schulterschluss mit vielen Helfern und Sponsoren erreicht werden! Hierfür möchte ich allen, die dies für unsere Stadt, für unsere Bürger, möglich machen recht herzlich danken. So konnte in 2017 anlässlich unseres 50jährigen Jubiläums zur Verleihung der Stadtrechte ebenfalls ein tolles Fest gefeiert werden, zu dem wir unseren Landtagspräsidenten André Kuper in unserer Stadt begrüßen durften.

In diesem Zusammenhang darf nochmals an das zu diesem Anlass erschienene Buch von Frank Pohle und Herbert Simons “50 Jahre Stadt Übach-Palenberg“ erinnert werden, welches sich bereits jetzt großer Beliebtheit erfreut und auch einen großen Absatz gefunden hat. An der Garderobe können auch heute Exemplare erworben werden. Ansonsten auch in unserem Bürgerbüro.

Last but not least möchte ich an dieser Stelle und im Zusammenhang mit der Betrachtung der weichen Standortfaktoren auch daran erinnern, das im vergangenen Jahr ein Baumlehrpfad und in Kürze ein Tierlehrpfad auf Initiative des Stadtratsmitgliedes Josef Fröschen realisiert werden wird. Ebenso interessant ist das neue Denkmal in Scherpenseel, das Hühnerdenkmal, welches insbesondere durch Initiative des Stadtratsmitgliedes Dietmar Lux realisiert werden konnte.

Sehr frühzeitig wurde auf meine Initiative hin, die Thematik der ärztlichen Versorgung in unserer Stadt aufgegriffen. Selbstverständlich ist die ausreichende ärztliche Versorgung von der kassenärztlichen Vereinigung zu regeln, jedoch ist es m.E. sehr hilfreich, gemeinsam mit den Verantwortlichen über Lösungsansätze bezüglich einer möglichen zukünftigen Unterversorgung zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Hierzu wurde im April 2014 der Runde Tisch Gesundheit ins Leben gerufen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, unser jetziger Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann, sowie Dr. Horst Gillessen von der kassenärztlichen Vereinigung waren schon an diesem Runden Tisch beteiligt. Der nächste Runde Tisch Gesundheit steht für den 10. April 2018 in der Planung. Hier haben bereits der Präsident der Ärztekammer Nordrhein Rudolf Henke und Frau Prof. Dr. Kuth, zuständig für das Lehrgebiet der allgemeinen Medizin an der RWTH Aachen, ihre Teilnahme zugesagt. Ziel ist, die ausreichende Ärzteversorgung in unserer Stadt auch in der Zukunft zu gewährleisten.

An dieser Stelle sei darauf aufmerksam gemacht, dass der für den 20. Dezember 2017 angesetzte Termin beim OLG Düsseldorf in Sachen Berufungsverfahren bezüglich des Wasserkonzessionsverfahrens bis auf weiteres seitens des OLG verschoben wurde. Wir werden die Öffentlichkeit unverzüglich informieren, sobald Näheres bekannt wird.

In diesem Jahr sind wieder viele weitere Maßnahmen seitens der Stadt Übach-Palenberg und seines Rates geplant.

Neue Baugebiete sollen diskutiert werden, neue Ansiedlungen bzw. Erweiterungen von bereits hier etablierten Unternehmen sollen erfolgen, der Ausbau der Infrastruktur auch der Kanäle und von Straßen soll forciert werden, erste Überlegungen zu einem neuen Generalverkehrsplan sollen gestartet werden, das Parkraumkonzept soll verfeinert werden und im Zusammenhang mit der Überplanung des Rathausplatzes optimiert werden. Es werden aber auch erste Maßnahmen umgesetzt werden. Bestehende Liegenschaften und dazu gehören insbesondere die Schulgebäude, sollen weiter saniert werden. Der Einzelhandel soll gestärkt werden - und dann wird das Jahr 2018 auch schon wieder vorbei sein!
Viel wurde in 2017 geleistet und viel soll auch in diesem Jahr realisiert werden.

Die Stadt Übach-Palenberg ist - wie bereits ausgeführt - nach wie vor im Stärkungspakt und hat finanzwirksame Maßnahmen eng mit der Bezirksregierung abzustimmen.

Weitere organisatorische Verbesserungen und Veränderungen sind im Rathaus erfolgt, so dass weitere Synergieeffekte genutzt werden können. Das Personalentwicklungskonzept ist nahezu umgesetzt, sodass wir bis auf einige wenige Personalreduktionen mit dem Personalbestand, so wie er sich in naher Zukunft darstellen wird, die Amtsgeschäfte heben müssen und werden. Wenn Sie sich vergegenwärtigen, dass wir zu Beginn des Stärkungspaktes mit 175,43 Stellen im Stellenplan 2012 gestartet sind - die von 208 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bekleidet wurden – und heute im Stellenplan 2018 unsere Aufgaben mit 152,81 Stellen verrichten  – diese stehen für 181 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das sind das 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weniger oder 13 %. Anhand dieser Zahlen ist leicht auszumachen, welche organisatorischen Herausforderungen und welche Leistungsbereitschaft des Personals hiermit verbunden ist.

Dies bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass nicht alle Aufgaben und Sonderaufgaben so und in der Geschwindigkeit erledigt werden können, wie in Kommunen mit größerer Personalausstattung.

Wir sind selbstverständlich bemüht, allen Anforderungen, die an die Stadtverwaltung gerichtet sind, gerecht zu werden, doch es gilt nach wie vor die Stärkungspaktauflage: „Unter Hebung von Synergieeffekten und Anpassung der Standards“. Dies bedeutet nichts anderes, als dass wir alle in- und außerhalb unserer Stadt mit weniger seitens der Stadtverwaltung zufrieden sein müssen. Das gilt wirklich für alle - auch wenn es dem einen oder anderen manchmal nicht so recht passt! Dies gilt insbesondere für freiwillige Leistungen.

Es ist jedoch durchaus positiv zu beobachten und die Jahresabschlüsse bis dato, also bis 2016, belegen dies ja deutlich, dass es der Stadt Übach-Palenberg finanziell besser geht, als noch vor einigen Jahren. Gute Gewerbesteuereinnahmen aufgrund einer guten Konjunktur und die Grundsteuer-B-Einnahmen, sowie die Sparmaßnahmen aus dem Maßnahmenkatalog zum Stärkungspakt tragen dazu bei. Dennoch sind wir noch weit weg von dem Zustand aus dem Vollen schöpfen zu können. Wir können uns schon das eine oder andere mehr leisten. Ein gutes Beispiel hierfür sind die erheblichen Summen, die wir in die Sanierung unserer Liegenschaften stecken, aber ganz über den Berg sind wir noch nicht!
Hier gilt es weiter mit Augenmaß zu arbeiten. Dass die Verwaltung hierbei mehrheitlich von der Politik unterstützt wird, möchte ich an dieser Stelle einmal mit großem Dank unterstreichen.

Als deutliches Signal und Ergebnis dieser Politik ist zu erkennen, das für dieses Jahr weder Steuererhöhungen noch Gebührenerhöhungen beschlossen werden mussten.

Die Entwicklung unserer Stadt und die Wirtschaftsförderung ist bekanntlich ein Schwerpunkt meiner Tätigkeit. Und hier zeigt sich, dass die dortigen Maßnahmen im breitesten Sinne gegriffen haben, was ich mit zwei Zahlen kurz belegen möchte.

Die Arbeitslosigkeit ist in der Zeit von 2009 bis heute um ca. 43 % gefallen und die Zahl der versicherungspflichtigen Stellen in unserer Stadt in der Zeit von 2009 bis zum 30.6.2016 um ca. 44 % gestiegen. Nominell sind die Arbeitslosen von 1.546 auf 882 Arbeitslose (Stand 31.12.2017) zurückgegangen und die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze von ehemals 4.383 auf nunmehr 6.309 am 30.6.2016 angestiegen. Hinter diesen nüchternen Zahlen verbergen sich Schicksale ganzer Familien! Umso mehr freut mich die sehr positive Entwicklung.

Nochmal, diese neuen Arbeitsplätze bringen Menschen in unsere Stadt, wenn wir ihnen Wohn- und Lebensmöglichkeiten bei uns in Übach-Palenberg bieten, ansonsten freuen sich die Nachbarstädte insbesondere über die Einkommenssteuer- und Grundsteuer B-Anteile.

Diese Entwicklung wird unterstrichen von der Zahl der Einpendler. Im Jahre 2010 hatten wir 2.986 Einpendler und im Jahre 2016 schon 4.406 Einpendler, das macht eine Steigerung von 1.420 Einpendler aus, das ist bezogen auf 2010 eine Steigerung von über 47 %!

Beim Thema Asylsuchende können wir seit über einem Jahr konstatieren, dass die Zahl der Neuzugänge von asylsuchenden Menschen deutlich rückläufig ist. Deshalb können gemietete Wohnungen zum Teil wieder abgegeben werden. Dies wird zu Kosteneinsparungen führen, auch wenn die Kosten für die Flüchtlinge zum Großteil über Bund und Land abgedeckt sind, ist sparsames Agieren auch hier angesagt.

Die anerkannten Flüchtlinge erfordern nach wie vor Hilfe bei der Integration in unsere Gesellschaft. Das beste Mittel, um die Integration zu erreichen, ist Arbeit, gekoppelt mit dem Erlernen der deutschen Sprache und die freundliche Aufnahme in unseren Vereinen. Hier ist schon viel erreicht worden aber es gibt hier auch noch viel zu tun. Die aktuelle Arbeitsmarktsituation bietet sehr gute Möglichkeiten aber auch die Voraussetzungen und vor allem der Wille muss natürlich gegeben sein.

Unsere Gesellschaft auch und gerade in unserer Stadt ist eine bunte und vielfältige. Das ist schön so und beinhaltet viele positive Aspekte.
Dennoch habe ich die Erwartungshaltung, dass sich alle Menschen in unserem Gemeinwesen an den hiesigen Regeln orientieren und sie einhalten und unsere Werte akzeptieren. Wir gehören nun mal zum christlich geprägten Abendland. Das ist so und das soll auch so bleiben. Doch Offenheit für Neues, für manche vielleicht Fremdartiges, ist eine Eigenschaft, die wir uns erhalten sollten und möglicherweise sogar ausbauen müssen!

Jede gute und bürgerfreundliche Kommune verfügt über einen Internetauftritt. In den Internetauftritten wie Sie sie z.B. von Banken oder Telekommunikationsanbietern kennen, gibt es eine Rubrik unter der Überschrift: FAQ. Das FAQ ist die englisch sprachige Abkürzung für frequently asked questions, also häufig gestellte Fragen.

Nachfolgend beantworte ich Ihnen die FAQ, also die am häufigsten an mich gestellten Fragen des vergangenen Jahres:

„Was hast du eigentlich der Tagespresse getan? Warum wird eigentlich überwiegend negativ über dich als Bürgermeister und unsere Stadt berichtet?“

Meine Antwort:

Wir, als offiziell Handelnde, stehen im Fokus und somit generell in dem Verdacht, quasi reflexartig, zunächst für jedes Übel verantwortlich zu sein. Die negative mediale Berichterstattung verstärkt dies leider auch noch.

Doch die Freiheit der Presse und der Meinung ist ein hohes Gut. Wenn der Bürgermeister der medialen Kritik ausgesetzt ist, dann ist das auch Teil dessen, was ein Bürgermeister auszuhalten hat.

Wenn aber durch diese Berichterstattung ohne Relation zur Realität und so ist mein Eindruck, Übach-Palenberg dadurch Schaden nimmt, dann sind Fragen und Überlegungen erlaubt, wie dies von der Stadt abgewendet werden kann. Durch permanente negative Berichterstattung leidet der Name unserer Stadt! Dies hat jedoch weder unsere Stadt noch haben dies unsere Bürgerinnen und Bürger verdient!

Meine sehr verehrten Damen und Herren, gemeinsam mit dem Rat der Stadt Übach-Palenberg haben wir insbesondere in den letzten Jahren viel für unsere Stadt geleistet und erreicht. Nach sehr schwierigen Jahren geht es nun wieder bergauf.

Diese gemeinsame Leistung verdient es gewürdigt zu werden und ich hoffe, dass dies im Jahre 2018 angemessen auch in der Print-Berichterstattung wiederzufinden sein wird.

Sie alle haben dies verdient!

Zu den guten Vorsätzen für das neue Jahr 2018 zähle ich somit auch, dass ich versuche, ein besseres Verhältnis zur Tages-Presse zu entwickeln, in der Hoffnung, dass es von dort dann auch entspannter heraus hallt. Eine veränderte Informationspolitik bedeutet aber auch, dass Politik ihre Entscheidungsmechanismen besser vermittelt. Politik muss im neuen Jahr besser „rüber“ gebracht werden. Politik zu betreiben bedeutet stets, Abwägungsfragen zu beantworten aber auch zu entscheiden. Dieser Prozess muss dem Bürger vermittelt werden.
Gestatten Sie mir zum Abschluss meiner Rede noch ein persönliches Wort an Sie zu richten.

Epilog

Meine sehr verehrten Damen und Herren, im vergangenen Jahr eröffnete ich meine Neujahrsansprache mit einer Betrachtung des „Postfaktischen“. Ziel derartiger Betrachtungsweisen und die Deklarierung eines derartigen „Wortes des Jahres“ ist wohl, dass die Betroffenen über Sinn und Unsinn ihres Handelns bzw. ihres Tuns nachdenken sollten und dieses Nachdenken möglicherweise zu einer Verhaltensänderung führt.

Nur muss ich leider feststellen: nichts Derartiges ist im abgelaufenen Jahr geschehen.

Ich meine zu beobachten, dass es in Teilen noch schlimmer geworden ist, teilweise sogar gesellschaftsfähig. Bornierte Sturheit und Realitätsverweigerung müssen wir täglich in breitester Form erleben und erdulden. Diese aggressiven, postfaktischen Darstellungen, ich übersetze:  „Verdrehung von Tatsachen“, führen leider bei einigen schlichten oder entsprechend veranlagten Menschen dazu, die Grenze zwischen verbaler Aggression und Tätlichkeiten verschwimmen zu lassen.

Wo führt das hin, wenn durch permanente, oft ungerechtfertigte Beschimpfung von verantwortlichen Personen sei es in Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft – oft versehen mit einem erheblichen Neidfaktor – Leib und Leben der Betroffenen bedroht ist? Der widerliche Messer-Anschlag auf den Bürgermeister von Altena, Andreas Hollstein, ist der neueste fürchterliche und verabscheuungswürdige Beweis.

Hier sollte sich jeder, der derartiges verfasst, weiterleitet oder im schlimmsten Fall initiiert darüber im Klaren sein, was er bzw. sie dadurch auslöst und bewirkt, neben den vielleicht erstrebten Effekten der m.E. falsch verstanden Publizität und Egomanie!  

Ein Egomane ist im Übrigen ein Mensch mit krankhafter Selbstbezogenheit.

Eine fatale Folge könnte sein, dass sich immer weniger qualifizierte Menschen für das aktive Mitarbeiten in der Politik und Gesellschaft entscheiden und bereitfinden und wir in Zukunft ein Qualitätsproblem bekommen, welches uns allen und vor allem der Demokratie dann zum Schaden gereicht!

Von daher danke ich ganz besonders allen Beteiligten im Rat und in den Ausschüssen, den Helfern, Unterstützern und den fairen und ehrlichen Kritikern für ihre engagierten Beiträge und ihr engagiertes Tun zum Wohle unserer Stadt Übach-Palenberg.

Dank möchte ich an dieser Stelle auch meiner Mannschaft im Rathaus, im Technischen Betrieb, im Schwimmbad, im Mehrgenerationshaus, in den Schulen und mittelbar im CMC und bei der Feuerwehr ausdrücklich aussprechen. Ohne das engagierte Tun und den erheblichen Einsatz eines jeden Einzelnen wären die bisherigen Erfolge in der Sanierung der Finanzen unserer Stadt nicht möglich gewesen! Danke hierfür!

Dank auch den Bürgerinnen und Bürgern, sowie den Unternehmen und Gewerbetreibenden in unserer Stadt für ihr Vertrauen in unser Tun. Ich bin davon überzeugt, den richtigen Weg zu gehen. Die bisherigen Erfolge zeigen uns, dass wir den richtigen Weg gehen. Danke!

Ihnen und uns allen von dieser Stelle aus ein gesundes, erfolgreiches, glückliches und vor allem friedliches Jahr 2018 und ein herzliches „Glück auf“ sowie Gottes Segen.

Ein neues Jahr liegt vor uns.

Packen wir´s an!  Auf geht´s!

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