Neugestaltung des Rathausplatzes in Übach-Palenberg

 

Zwischenstand nach Festlegung der grundsätzlichen Verkehrsführung im Rat der Stadt Übach-Palenberg im Frühjahr

 

Quelle: Planungsgruppe MWM / Aachen

Präsentation zur Neugestaltung des Rathausplatzes

Jetzt soll er erneuert werden: der Rathausplatz in Übach-Palenberg, ohne Zweifel ein Aushängeschild der Stadt.

Der Pflasterbelag des aus den 1980er Jahren stammenden Ausbaus war den Anforderungen der heutigen Verkehrsbelastung, insbesondere durch die LKWs und Busse nicht mehr gewachsen. Zudem hat eine seinerzeit verwendete ungeeignete Kombination der unterschiedlichen Oberflächenmaterialien mit einer hierfür ungeeigneten Aufbauweise der Straßenkonstruktion immer wieder aufwändige Reparaturen hervorgerufen. Auch das Brunnenbauwerk ist bereits seit Längerem marode sowie Teile des Kanalsystems müssen erneuert werden. Eine Sanierung der Verkehrsanlagen (Fahrbahn, Parkstände und Gehwege) sowie des Brunnens ist nicht mehr wirtschaftlich.

Darüber hinaus entstehen durch die beengte Fahrbahngeometrie tagtäglich Staus und gefährliche Situationen, wenn sich zwei große Fahrzeuge, wie LKWs und Busse begegnen oder PKWs ein- und ausparken. Der Platz selbst ist derzeit zu einem Großparkplatz degradiert und lädt, vom in letzter Zeit aufgewerteten Biergarten mal abgesehen, wenig zum Aufenthalt ein.

Deshalb hatte sich die Stadt Übach-Palenberg bereits vor einiger Zeit dazu entschlossen, den Rathausplatz neu zu gestalten. Neben einer Verbesserung der oben beschriebenen Verkehrssituationen für den Bus- und Schwerverkehr war und ist insbesondere die deutliche Erhöhung der Aufenthaltsqualität oberste Priorität der Planer aus Rathaus und Ingenieurbüro. Viele Rahmenbedingungen waren und sind auch im weiteren Planungsprozess zu beachten, wie z.B. die Multifunktionalität des Platzes, der neben einem Angebot zum Verweilen (nicht nur im Biergarten) und der Aufnahme des Wochenmarkts auch die Möglichkeit zur Aufstellung eines 40 x 15 m großen Festzelts für besondere Veranstaltungen haben soll. Darüber hinaus sind natürlich die Situationen für den in der Platzmitte ansässigen Biergarten, die umliegenden Gastronomie-, Einzelhandels- und Dienstleistungsbetriebe, das Rathaus als Anlaufstelle für die Einwohner und der Publikumsverkehr der ansässigen Sparkasse besonders zu berücksichtigen. Der überdimensionale Brunnen soll komplett zurückgebaut werden. Das auf dem Brunnen thronende Denkmal ‘Op et Mölke‘ wird jedoch zuvor gerettet und soll einen neuen, exponierten Standort auf dem Platz erhalten.

Es ist aber noch ein langer Weg, bis dass der Übach-Palenberger Rathausplatz wieder in neuem Glanz erstrahlt. Zunächst hatte die Verwaltung der Politik zwei grundsätzlich verschiedene Varianten der Verkehrsführung und verschiedene Untervarianten zur Auswahl vorgelegt. Nach einer Vorstellung im städtischen Ausschuss für Bauen, Stadtentwicklung und Ordnung hatten sich die Fraktionen beraten und sich letztlich in der Ratssitzung im März mehrheitlich für die so genannte Variante ‘Westtangente‘ entschieden, bei der der motorisierte Hauptverkehrsstrom in der Verlängerung der Kreisstraße 11 von der Straße ‘An der Linde‘ aus über den westlichen Teil des Platzes bis zur Dammstraße geführt wird. Hingegen verworfen wurde die Alternativ-Variante, bei der die Fahrzeuge im Einbahnverkehr, ähnlich einem Kreisel, um den Rathausplatz geführt werden würden. Vorteil der beschlossenen Westtangente ist die Tatsache, dass im Inneren des Platzes eine große Fläche entsteht, die garniert mit vielen Baumbeeten und ansprechender Stadtmöblierung zum Aufenthalt und Verweilen einlädt. Anders als heute wird bei dieser Lösungsvariante der Innenplatz mit dem Biergarten und den weiteren Attraktionen einerseits mit dem Gebäudeensemble von Rathaus und Sparkasse in Platzrandlage andererseits verbunden, ohne dass eine Fahrbahn mit rollendem Verkehr diesen Stadtraum durchkreuzt. Zwischen beiden Teilflächen sind auch heute deutliche Fußgängerströme zu beobachten, denen man nun gebührend Verkehrssicherheit und Flanierattraktivität verleiht.

Mit dem abgerundeten Votum der Politik plante die Verwaltung nun weiter, steigt in Details ein, von denen sich einige aufgrund der Rahmenbedingungen, z.B. Feuerwehraufstellflächen, schon herauskristallisiert haben, viele aber noch im Rahmen der Möglichkeiten diskutiert und festgelegt werden müssen. Bei diesem Planungsprozess ist neben der Politik ausdrücklich eine Beteiligung der Einwohner, insbesondere der unmittelbar ansässigen Gewerbetreibenden gewünscht, so Bürgermeister Jungnitsch. Da soll es dann zum Beispiel um Oberflächenmaterialien, Bepflanzung, Spielgeräte, Bänke, Beleuchtung, E-Steckdosen für Fahrräder und Autos usw. gehen. Spannend dürfte die Planung eines Wassertisches werden, der als Ersatz für den entfallenden Brunnen auf dem Platz fest eingeplant ist. Dem beruhigenden Spiel des Wassers kann dann genauso zugesehen werden, wie den spielenden Kindern, die sich an warmen Tagen zum Eis an der Ecke auch noch eine Abkühlung im kalten Nass der Fontänen holen können. Dieser soll jedoch so überbaubar gestaltet werden, dass – nach Abstellen der Wasserdüsen, versteht sich – ein bis zu 40 x 15 m großes Festzelt für besondere Veranstaltungen aufgestellt werden kann. Auch das in den Tagen der Fußball-WM beliebte Public Viewing wird natürlich ebenso weiterhin möglich sein.

Übrigens, ganz allein braucht die Stadt Übach-Palenberg die prognostizierten Gesamtkosten von ca. 4,5 Mio. Euro nicht aufzubringen. Zum einen sind beträchtliche Zuwendungsmittel aus dem Verkehrsinvestitionsförderungsgesetz beantragt, zum anderen prüft auch der Kreis Heinsberg eine mögliche Unterstützung, da der Rathausplatz auch aus dessen Sicht eine wichtige Verkehrsachse darstellt, die die Kreisstraße 11 (Dammstraße) mit der Landesstraße 225 (Friedrich-Ebert-Straße) verbindet.

Wir dürfen gespannt sein: Wenn die weitere Planung und Abstimmung wie bisher einvernehmlich demokratisch abläuft, könnte im nächsten Jahr der erste von zwei geplanten Bauabschnitten begonnen werden.