Hommage an Benno Werth

 

Eine Ausstellung, die Historie und Gegenwart miteinander verbindet.

 
Passend zum Titel der Ausstellung „Hommage an Benno Werth“ trägt Prof. Dr. Gisela Engeln-Müllges auf diesem Bild eine seiner Skulpturen bei sich, ihre Werke sind hier im Hintergrund zu sehen, neben ihr steht Kunsthistorikerin Dr. Dagmar Preising.
Foto: Stadt
 
Denn mit der gemeinsamen Werkschau von Prof. Benno Werth und seiner Lebensgefährtin Prof. Dr. Gisela Engeln-Müllges gelingt es dem dort ansässigen Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen eine Ausstellung mit herausragender Kunst. Denn gleichzeitig wird Kunst gezeigt, die es schafft, über das Leben eines bedeutenden Künstlers hinaus seine fortwährende Wirkung in die Gegenwart hinein zu zeigen.
 
Möglich wird dies durch das unermüdliche Schaffen von Gisela Engeln-Müllges, die Kunst ihres langjährigen Lebensgefährten nicht nur in den von ihm geschaffenen Werken lebendig sein zu lassen. „Er war sicherlich nicht nur mein Partner, den ich unendlich vermisse, sondern auch meine Inspiration“, sagt sie. In einem vom Künstler-Forum initiierten Vorabgespräch ließ die ausgebildete Diplom-Mathematikerin und Professorin sich in die Karten schauen, erläuterte ihre Kunst und ihr Schaffen durch und für Benno Werth.
 
„Ich war fast 21 Jahre lang Schülerin, Assistentin und Lebensgefährtin“, sagt sie über ihre Zeit mit Benno Werth. In dieser Zeit erlernte sie nicht nur das von Werth erfundene Negativ-Form- und Gussverfahren für Metalle. Sie ließ sich auch im eigenen künstlerischen Schaffen, das seit 2014 mit verschiedenen auch internationalen Ausstellungen richtig Fahrt aufnahm, von ihm inspirieren. Und wer durch das Schloss streift, stellt schnell fest, dass sich die durchaus durchmischt angeordneten Arbeiten beider Künstler mindestens ergänzen. An manchen Stellen scheint es, als ob die von „bunteren“ Phasen durchzogenen Schaffensperioden Werths von Engeln-Müllges fortgeschrieben werden. Es ist nicht durchgängig so, als wolle sie die am Ende seines Lebens und künstlerischen Schaffens übriggebliebenen, losen Enden im Oeuvre ihres Partners weiterspinnen. „Ich arbeite anders“, sagt sie, auch wenn eine Verwandtschaft mit den Werken Werths durchaus sichtbar und sicherlich auch gewollt ist. „Ich beziehe mich mehr auf geometrische Formen, beispielsweise Kugeln“, so die Künstlerin. Eindrucksvoll wird dies sichtbar beim im gleichen Gussverfahren aus einem Stück hergestellten „Composto di sfere“, dass sie im letzten Jahr aus Aluminium fertigte. Scheinbar simple Kugelformen finden dort dank einer komplizierten inneren Struktur zueinander, geben sich Halt, ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren. Skylines und Hochhausartige Skulpturen sind die andere große Liebe der Künstlerin. „Ich benutze immer sehr viele Schichten“, sagt sie auch über ihre vornehmlich in Kontrasten und in Schwarzweiß gehaltenen Bilder. Schicht um Schicht trägt sie dabei auf, bleibt in ihrer Umsetzung dabei stets auf der ersten Ebene der Abstraktion, die den natürlichen Objektursprung noch durchscheinen lässt.
 
Ideale Ergänzungen dieser eindrucksvollen Werke finden sich in den gezeigten Werken aus Benno Werths gigantischem Schaffen. Er ist mit Skulpturen und Bildern allgegenwärtig, ergänzt sich mit der Arbeit seiner Lebenspartnerin, wird so über den Tod hinaus zu ihrer kongenialen Partnerin. Dass der Titel der Ausstellung mit „Hommage an Benno Werth“ bestens gewählt ist, ließen auch die einführenden Worte von Kunsthistorikerin Dr. Dagmar Preising durchblicken. „Sie sind zwei Künstler, die viele Jahre im Leben miteinander verbunden waren, sie knüpft an seine Arbeiten an und hat inzwischen selbst eine atemberaubende Karriere hingelegt“, sagte Dr. Preising.