Die Schüler vom CMG sammelten 577 Unterschriften gegen Tihange

 
 
Immer wieder schaffen es die Schüler des Carolus-Magnus-Gymnasiums (CMG), ihren SV-Lehrer Christoph Schlagenhof zum Strahlen zu bringen. Die Unterschriften-Aktion gegen einen Weiterbetrieb des belgischen Atomkraftwerks Tihange war so ein Anlass, bei dem nicht nur die Idee, sondern auch das Ergebnis für ein breites Lächeln aller Beteiligter sorgten.

„Ein großartiges Engagement war das, und das auch aus pädagogischer Sicht Beste daran ist, dass die Schüler selbst auf die Idee gekommen sind“, so Schlagenhof bei der Präsentation der Ergebnisse. So hatten Leonie Kreyes (11), Liv Deffur (12) und Carolin Elsen (11) als drei der engagierten Schüler aus der Jahrgangsstufe sechs eine ebenso simple wie plakative Idee. Sie machten sich in jeder Pause und beim Kennenlerntag am CMG die Arbeit, einen Infostand gegen einen weiteren Betrieb der belgischen Atomanlagen aufzubauen. Dort gab es viele Hinweise darauf, wie unsicher die Menschen in der Region dieses oft von Pannen betroffene Kraftwerk sehen. Und es gab eine eigens initiierte Fotowand, vor der sich Interessierte von den Schülern ablichten lassen konnten. Die Fotos sind nun ein winzig kleiner Teil eines riesigen Plakats, das neben dem Zugang zur schuleigenen Cafeteria zu sehen ist. Wer genau hinschaut, erkennt, dass das hier abgebildete „Tihange abschalten“-Symbol mit strahlendem Gelb und schwarzer Schrift aus beinahe unzählig vielen kleinen Fotos aus der Aktion zusammengefügt ist. Und in jeder Pause ist auch gut zu beobachten, wie Schüler sich vor dem Plakat drängen, um mit beinahe plattgedrückter Nase herauszufinden, wer an welcher Stelle in dem großen Protest-Mosaik zu sehen ist.

Ein anderer Baustein des Protestes waren die an den zuständigen belgischen Minister adressierten Postkarten. Auf ihnen steht jeder Protestler mit Anschrift und Adresse für seinen Einsatz gegen einen weiteren Betrieb des Reaktors ein. Die Karten gehen nun mit einem Foto von dem riesigen Protestplakat und einem von den Schülern verfassten Brief auf die Reise nach Belgien, wo sie in der zuständigen Regierungseinrichtung dann dem Protest der Schüler aus Übach-Palenberg eine verschriftlichte Stimme geben.

Dass sich die Schüler aber nicht nur im Schulgebäude, das an einigen Lichtschaltern sogar zum sinnvollen Gebrauch animiert, damit kein Atomstrom gebraucht wird, mit ihren Ideen verwirklichen, zeigt der Blick auf die Entstehungsgeschichte der Anti-Tihange-Bewegung am CMG. „Ich bin Alemannia-Aachen-Fan“, erklärt Leonie Kreyes dazu, „und beim letzten Benefizspiel kam ich auf die Idee, das auch mal in der Schule zu machen“. Das Spiel finanzierte damit den Tihange-Protest in der Region, und der Einfall, diese Idee einfach mal heruntergebrochen in der Schule zu verwirklichen, sorgte letztlich für den Applaus nicht nur des SV-Lehrers. „Die meisten haben sofort mitgemacht“, so Leonie weiter, „es gab nur wenige, die zunächst nicht dabei sein wollten“. Aber deren Skepsis war dank der eingehenden Argumentation der Wortführerinnen im schuleigenen Atomprotest schnell vergessen. „So kommt man dann eben mal auf 577 Unterschriften, ein tolles Ergebnis“, schloss Christoph Schlagenhof. Die nächste Aktion der CMGler ist übrigens schon in der Pipeline, was der Inhalt ist, wird aber noch nicht verraten, nur eins ist klar: Es wird wieder eine öffentlichkeitsstarke Unternehmung.