Schlossausstellung "Lebenskreise"

 

Gleich drei Künstlerinnen zeigen im Schloss Zweibrüggen ihre „Lebenskreise“

 
 
Ersatzspieler in der Kunst kamen bei der Eröffnung der jüngsten Ausstellung im Schloss Zweibrüggen zum Einsatz. Damit waren nicht die Künstlerinnen Erika Giegla, Wiltrud Laser-Mauder und Rita Gehlen-Marx gemeint, die ihre Werke unter dem gemeinsamen Titel „Lebenskreise“ erstmals in dieser Form vorstellten. Die gut 70 Besucher der Vernissage, darunter auch Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, sowie Vertreter der Volksbank Heinsberg und der Sparkassen-Kunst-Stiftung als Förderer, freuten sich mit Prof. Crumbiegel über einzigartige Werke.

Die lassen sich übrigens im ganzen zugänglichen Bereich des Schlosses erleben, nicht „nur“ an den Wänden. Auch oben an der Balustrade zogen installierte und eigens für die Ausstellung entworfene Objekte die Blicke auf sich. Dabei gingen die auch dreidimensionalen Kunstwerke über die traditionelle Form der Malerei und Bildhauerei hinaus. Sie erschließen nicht nur durch die Integration im Raum die dritte Dimension, machen üblicherweise eher Zweidimensionales zum dreidimensionalen Erlebnis. Damit war der erste Pflock eingeschlagen, den im Titel „Lebenskreise“ formulierten Anspruch zu erreichen.

So habe Wiltrud Laser-Mauder „mehrere Lebenskreise angelegt, die sich durchdringen, ergänzen, fortsetzen aber auch widersprechen können“, sagte Crumbiegel. Die Künstlerin verstehe es, gegenständliche Details bruchstückhaft und als kurze Hinweise auf die Darstellung zu verarbeiten. Glattes, im Wortsinn „reines“ Papier suchen die Betrachter vergeblich. Sie verwendet für ihre faszinierenden Blickfänge ein ganz spezielles Material, dass sich zugleich aufzulösen und neu zu formieren scheint, dabei dennoch dauerhaft bleibt und mit interessanten Details lockt. Dafür hat auch Rita Gehlen-Marx, die auf Seide malt, ein unglaubliches Gespür entwickelt. „Dieser Untergrund erlaubt einen besonders feinen, fast strukturlosen Verlauf aufgeschütteter Flüssigfarbe“, so Crumbiegel über ihre Arbeiten. Scheinbar ohne Ansatz und ohne Ende laufen ihre Werke – „eigentlich sich selbst malend“ (Crumbiegel) – fort. Das fordert den Betrachter, der sich in die Bilder hineingezogen fühlt, und Kontraste, Farben und das ganze Bild erlebt.

Erlebnisse der besonderen Art verspricht auch die Kunst von Erika Giegla. Sie setzt bei der informellen Malerei an, nutzt die Form des Farbauftrags für die Bildinhalte und stellt die Farbe an sich in den Mittelpunkt. „Für den Betrachter fordert diese Malerei eine Sensibilisierung des Sehens, denn der mit der Farbe in der Realität gekoppelte Gegenstand fehlt“, schloss Prof. Crumbiegel daraus. Interessant und abwechslungsreich ist die Kunst also, die in dieser Ausstellung vom Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen präsentiert wird. Und wer sich darauf einlassen will, der hatte nicht nur bei der mit wundervoller Musik von Eva-Stefanie Mosburger-Dalz am Cello und Johanna Peiler am Flügel garnierten Vernissage die Möglichkeit.
 
 Prof. Dieter Crumbiegel als Vorsitzender des Künstler-Forums Schloss Zweibrüggen freute sich mit den Künstlerinnen Erika Giegla, Wiltrud Laser-Mauder und Rita-Gehlen Marx (v.l.) über ihre Vernissage „Lebenskreise“.
Foto: Stadt