Jahresrückblick 1944

 

Das Jahresgeschehen in Übach-Palenberg in Stichworten...


Januar/Februar 1944
            Das Jahr 1944 in PDF

24.1.: Die Ostarbeiter wurden belehrt, dass sie keine zwangsbewirtschafteten Waren einkaufen dürfen, ihren Wohnort nicht zu verlassen haben und keine "deutschen" Kulturveranstaltungen besuchen dürfen. 26.1.: Tödlicher Unfall mit dem Fahrrad am stark abschüssigen Gürzelweg in Frelenberg (Radfahrer stürzte eine 6 bis 7 m steilen Abhang hinunter (Gracht). 20.2.: Lehrer Edmund Beyer übernahm die Leitung der Frelenberger Bücherei mit 2000 Büchern. 22.2.: 44. Ratssitzung der Gemeinde Übach-Palenberg im Sitzungssaal des neuen Rathauses: Nachtrag Haushalt 1943: jetzt 1.298.272,54 RM. Führererlass: Zusammenarbeit zwischen E-Werk in der Gemeinde und der ASEAG. In Frelenberg, Marienberg und Boscheln sollen etwa 20 Behelfsheime gebaut werden. Es war die letzte Ratssitzung des Jahres 1944. 26.2.: Fahrlässige Brandstiftung als Ursache bei einem Feuer in der Hauptstraße 101 in Scherpenseel.

März/April 1944
   
1. - 11.3.: Rattenbekämpfungsaktion in Übach-Palenberg hatte keinen nennenswerten Erfolg. 1.3.: Viele holländische Arbeiter "arbeiteten" nur auf Carolus-Magnus, um in den Besitz von Grenzausweisen zu kommen, um dadurch lukrativeren Schleichhandel zu betreiben. Deshalb mussten die niederländischen Arbeiter ab sofort einen ordnungemäßen täglichen Arbeitsnachweis bringen. Grund: Viele niederländische und belgische Arbeiter hatten Arbeitsvertragsbruch begangen. 1.4.: Konrad Volm aus Übach, NSDAP-Kreisleiter und Oberbereichsleiter verlor seine Ämter wegen angeblicher Veruntreuung von Parteigeldern.

Abb. 7: Evakuierte aus umliegenden Orten auf dem Weg durch Übach Taslstraße/Adolf-Hitler-Platz) in Richtung Palenberg. Foto: Militärarchiv
Abb. 1: Ehrenwache der Hitlerjugend am Kriegerehrenmal
in Frelenberg im Jahre 1944. Foto: Burghoff

April: Der Alltag wurde von häufig von Fliegeralarm bestimmt, dadurch häufig Unterbrechung des Schulbetriebes. Ein "normales Leben" war im Grunde nicht mehr möglich. 2.4.: Konfirmationsfeier in der ev. Erlöserkirche in Übach. 8.4.: Der Bürgermeister von Übach-Palenberg gab bekannt, dass Grundstückseigentümer verpflichtet sind, die Kräuter Seidenpflanze, Wucherblume, Frühlingskreuzkraut, wilde Dille, Disteln, Pestwurz und Huflattich von ihren Grundstücken zu entfernen und zu vernichten. 22.4.: Der in Scherpenseel wohnende Landwirt Josef Körfer starb nach einem Unfall, als durch ein scheuendes Pferd die Zügel rissen und er beim Fall von dem Wagen einen Schädelbruch erlitt. 26.4.: Die 84-jährige Witwe Luise Remmer starb an den Folgen eines Sturzes im Hausflur, als sie bei Fliegeralarm den Luftschutzstollen aufsuchen wollte (Sturz am 15. April).

Mai/Juni 1944

   
3.5.: Eine belgische Taube wurde von Übach-Palenberg der Heeresbrieftaubenanstalt in Spandau zugeschickt, ihre Meldehülle mit Zettel am linken Fuß wurde der Gestapo Aachen übermittelt. 7.5.: Pfarr-Rektor Anton Schroeder im Pfarr-Rektorat St. Theresia Palenberg feierlich eingeführt.

Abb. 2: Immer wieder überflogen Aufklärer der Alliierten den westlichen Teil Deutschlands, um die örtlichen Gegebenheiten zu studieren. Hier eine Luftaufnahme der Zeche Carolus Magnus. Foto: Militärarchiv
Abb. 2: Immer wieder überflogen Aufklärer der Alliierten den westlichen Teil
Deutschlands, um die örtlichen Gegebenheiten zu studieren. Hier
eine Luftaufnahme der Zeche Carolus Magnus. Foto: Militärarchiv

Mai: 1944 wurde zum Jahr mit den meisten Gefallenen im Krieg. Immer wieder benachrichtigten die örtlichen NSDAP-Parteifunktionäre Hinterbliebene, dass der Sohn, Ehemann oder Vater sein Leben für den Führer und Deutschland gegeben hat. Mai: Viele hörten heimlich "Feindsender", um über die wahre Lage des Krieges informiert zu sein. Dass die Amerikaner in der Normandie gelandet waren, ließ viele "realistischer" werden und zu der Überzeugung kommen, dass der Krieg verloren ist. 3.6.: Weihbischof Dr. Hünermann besuchte die Pfarren in Übach-Palenberg (Visitation). 11.6.: Einschränkungen bei Fronleichnam bei den kath. Kirchen. In Boscheln z.B. nur eine Fronleichnamsfeier am Abend auf dem Platz hinter der Kirche. 30.6.: Die Schülerzahlen in Übach-Palenberg zur Jahresmitte: Volksschule Übach: 761, Volksschule Boscheln: 622, Volksschule Palenberg: 661, Volksschule Frelenberg: 347, Volksschule Marienberg: 317, Volksschule Scherpenseel: 270, Gesamtzahl: 2978.

Abb. 3: Weihbischof Hünermann während seiner Visitation in Palenberg. Foto: Pfarrarchiv Palenberg
Abb. 3: Weihbischof Hünermann während seiner Visitation in Palenberg.
Foto: Pfarrarchiv Palenberg

Juli/August 1944
   
1.7.: In der Gemeinde Übach-Palenberg gab es folgende Büchereien: Borromäusverein Übach mit 1.000 Büchern, Bücherei kath. Pfarre Boscheln mit 500 Büchern, kath. Pfarre Frelenberg mit 2.000 Büchern, kath. Pfarre Scherpenseel mit 660 Büchern. Juli: Im Kreise Geilenkirchen-Heinsberg waren zurzeit 443 ausländische Arbeiter eingesetzt. 6.7.: In der Großgemeinde Übach-Palenberg arbeiteten 334 Grenzgänger (d.h. in ÜP arbeiten und in Holland wohnen).

Abb. 4: Luftbild der kath. Volksschule Boscheln, das im Sommer 1944 von einem englischen Aufklärer gemacht wurde. Foto: Militärarchiv
Abb. 4: Luftbild der kath. Volksschule Boscheln, das im Sommer 1944
von einem englischen Aufklärer gemacht wurde. Foto: Militärarchiv


20.8.: Kirchenchor Boscheln sang in Marienberg zur Feier des Festes Maria Himmelfahrt. 27.8.: Gerüchte auf der Zeche, dass die Amerikaner näherkommen. Man soll in den Kesseln Hitler-Bilder, Fahnen oder anderes verbrannt haben, weil der Rauch dunkler war als sonst.

September 1944
   
1.9.: Großer Betrieb auf dem Bahnhof wegen vieler ankommender Menschen. Hier war das Bauen von Panzerfallen und das Ausheben von Schanzgräben angesagt. Viele fragten sich wofür? September: Die Unbeschwertheit früherer Tage war durch die anhalten Kriegsjahre vorbei. Zwar war bei der Herbstkirmes in Frelenberg 1944 der Kirmesplatz noch gut bestückt, doch stören bereits feindliche Tiefflieger die Kirmesvergnügungen der Kinder. 2.9.: Sonnige Herbsttage in Übach-Palenberg, Schmuggel, Wucher und Schiebung war an der Tagesordnung. Die Hitlerjungen aus Übach-Palenberg mussten nach Dremmen und Randerath zum Ausheben von Panzergräben. 3.9.: Männer über 50 aus anderen Teilen Deutschlands halten sich zu Schanzarbeiten an der Westgrenze auf, am Rimburger Wald „schanzen“ sogar Frauen. 3.9.: Die Volksschulen wurden auf Grund der Kriegshandlungen geschlossen. 8.9.: Eine Kompanie (60 Mann) kam an und sollte 55 Bunker zwischen Finkenrath und Geilenkirchen besetzen. 9.9.: Dem NS-Kreisleiter wurde gemeldet, dass in den Fahrradhandlungen noch fünf Fahrräder vorhanden sind (Arnold Heinen 4, Josef Heinen 1 Fahrrad, Gustav Leiser hat keine und auch nicht Heinrich Altdorf). 10.9.: Die NSDAP-OG Palenberg bat die Gewerkschaft Carolus-Magnus um Mithilfe bei der Ausstellung von Marschbefehlen (weiß) und Fahrbefehlen (gelb). 10.9.: Alle ausländischen Arbeiter/innen sollten am 11.9. sich um 9.00 Uhr in Geilenkirchen, Rathaus, zwecks Abtransport einfinden. 10.9.: Der Landrat appellierte an alle Behörden, ordentlich zu arbeiten und auszuharren, bis ein anderer Befehl kommt. 10.9.: Dumpfes Geschützfeuer von Holland zu hören, Proviant aus Westwall-Bunkern wurde „nach rückwärts“ ausgelagert, Übacher „Schanzer“ aus der Eifel wieder zu Hause. 12.9.: Kriegsbedingte Schließung der Zeche Carolus-Magnus. Man hatte Angst vor dem "Absaufen" der Grube. 12.9.: In Folge der Kriegswirren schlossen die Postämter in der Gemeinde. 13.9.: In der Nacht zum 14.9. wurden die Zwangsarbeiter der Zeche auf einem Fußmarsch nach Köln-Porz überführt. 14.9.: Es erging der 1. Befehl für die Räumung Übach-Palenbergs. Man drohte Gewalt an, wer diesem Befehl nicht folgen wollte. Viele widersetzen sich. Es gab ununterbrochen Fliegeralarm, Bilder des Elends auf den Straßen. September: Zirka 300 Personen aus Scherpenseel flüchteten vor dem Krieg auf die holländische Seite, etwa 50 verblieben für die Viehbetreuung vor Ort. 15.9.: Es erging der 2. Befehl für die Räumung Übach-Palenbergs. 80 % der Bevölkerung ging, nur wenige blieben und harrten der kommenden Dinge. 15.9.: Evakuierung von Teilen der Bevölkerung nach Baesweiler. Bomben fielen auf die Zeche. Manche Schanzer machten sich mit dem Lied "Ich möch ze Foß no Kölle jonn" auf und davon. 15.9.: Heute ständig Züge aus Richtung Mönchengladbach, Evakuierung lief auf Hochtouren, vor dem Bahnhof „ein Meer“ von Karren, Fahrrädern und anderen Transportmitteln. Klare Drohung: „Wer  nicht geht, wird erschossen!“ Zielorte der Evakuierenden war z.B. Bünde oder Stadthagen. 15.9.: Luftangriff auf die Zeche Carolus Magnus, Zerstörung vor allem der Kokerei-Anlagen. 17.9.: Die Feldgendarmerie schaffte es, weitere 350 Personen abzutransportieren, d.h. zu evakuieren. 18.9.: Die landrätliche Verwaltung wich von Geilenkirchen nach Holzweiler aus. 18.9.: Amerikaner betraten bei Hohenbusch (Geilenkirchen) erstmalig deutschen Boden. 19.9.: Feuerwehrverlegung der Übacher Wehr nach Baesweiler, Gaststätte Zillekens, Adolf-Hitler-Str. 46. 19.9.: Behördenräumung (Gemeindeverwaltung) nach Baesweiler, Maarstr. 3, Hauseigentümer Paul Fliegen. 19.9.: Amerikaner besetzten Scherpenseel, deutsche Stellungen in Übach gar nicht oder nur mit kleinen Gruppen besetzt. 19.9.: Ein Beobachter der Wehrmacht auf dem Übacher Kirchturm schiebt Wache, die Notbelegschaft auf Carolus-Magnus arbeitete noch. 20.9.: Übach war Niemandsland, es setzte immer stärkerer Artilleriebschuss ein. Viele Menschen aus Übach-Palenberg weilten auch in näheren Orten bei Verwandten oder Freunden (z.B. Baesweiler, Alsdorf, Oidtweiler), weil dort noch nicht geräumt war. 20.9.: Frelenberg und Zweibrüggen wurde von den umliegenden Orten abgeschnitten. Ein amerikanischer Stoßtrupp gelang es einen Tag vorher bis nach Windhausen vorzustoßen. Bomben, Granatwerfer und Artelleriefeuer hatten Wasser- und Stromleitungen zerstört. Ein Teil der Bevölkerung, die dem Evakuierungsbefehl nicht nachgekommen war, suchte im Stollen am Heidberg, in der Frelenberger Mühle, in einem kleinen Bunker an der Lederbuschstraße und an der unteren Heckstraße Zuflucht. Pausenloses Feuer lag jetzt auf den Ort, durch dessen Mitte der Westwall mit seinen Bunkern, der Panzersperre und Drahtverhau-Hindernissen führte. 21.9.: Beschaffung von 30 Zentnern Molkereibutter in Linnich durch Feuerwehrwagen für die in Übach-Palenberg verbliebene Bevölkerung. 21.9.: Erste amerikanische Granaten schlugen in Übach ein. 21.9.: Zurückgehende deutsche Soldaten sprengten die Brücken in Frelenberg und Zweibrüggen. 22. - 24.9.: Frelenberg, Zweibrüggen, Palenberg und Übach lag unter pausenlosem Artillerie-Feuer. Panzer und Artillerie beschossen die nur schwer auszumachenden Bunker des Westwalls. 22.9.: Butterzuteilung auch an die Geschäfte Peters Hubert und Josef Mertens, Hambückerstr, Dreschers Martin und Hennes Heinrich, Thornstr., Savoir Leonhard Frau, Dionysiusstraße. 22.9.: Benennung von 20 Personen für den Ordnungsdienst der Gemeinde Übach-Palenberg. 23.9.: Ständiger Beschuss von Holland und aus Scherpenseel, „Grüne Polizei“ durchsuchte verlassene Häuser nach Zurückgebliebenen ab. 24.9.: Front an diesem Tage mal auffallend ruhig. 24.9.: Logistische Probleme der Alliierten ließen die zweite Septemberhälfte mehr oder weniger ungenutzt an der holländischen Grenze verstreichen. Erst am Monatswechsel September/Oktober wurde ein mächtiger Beschuss auf Übach-Palenberg gestartet. 25.9.: Folgende Bedienstete der Gemeinde hielten sich in Baesweiler auf: Bürgermeister Carl, Inspektor Mertens, Matthias Engelen, Hubert Geller Josef Nievelstein und Kriminalsekretär Franz Lieck. 25.9.: „Morgensegen“ um 6.00 Uhr in Form von starkem Beschuss. Kein Strom und Wasser, Zurückgebliebene fühlten sich in den Luftschutzkellern nicht mehr sicher. 25.9.: Notdienstverpflichtung von Bergleuten für die Zechen Carolus-Magnus und Carl-Alexander. 26.9.: NS-Parteileute veranlassten den Abtransport von Arbeitsanzügen, Schuhen und Decken aus dem Magazin der Zeche Carolus-Magnus. 27.9.: Zwischen Übach und Boscheln Erdlöcher für Minen ausgehoben, an der Roermonder Straße wurde eine dünne deutsche Front gebildet, zwei Volltreffer in der Fidelis-Kirche in Boscheln. Die Zeche erhielt einen Treffer an der Hauptschalttafel. Es wurde knapp verhindert, dass Nazis die Zeche sprengten, die Grubenverwaltung floh. 28.9.: Ständig ostwärts fliegende Bombengeschwader am Himmel zu sehen. 29.9.: Aufgabe der Gemeinde-Dienststelle in Baesweiler, neue Ausweichstelle in Kalrath, Post Ameln, Kreis Jülich. 29.9.: Nervenzerreißendes Warten was sich so tut, die Bahn ging nur noch bis Baal, einige flohen noch auf eigene Faust.

Oktober 1944
   
1.10.: Amerikaner am Rimburger Wald, zwischen 8.00 und 10.00 Uhr wieder mörderisches Artilleriefeuer, in Boscheln hl. Messe in der Küche von Ophoven. 1.10.: Die zwischen Palenberg und Birgden eingesetzte 183. Volksgrenadierdivision erlitt zwischen dem 19.9. und 1.10.44 Verluste in Höhe von 351 Mann (davon 58 gefallen, 148 vermisst). 1.10.: Deutsche Truppen sprengten den Turm der Marienberger katholischen Kirche.

Abb. 5: Amerikanische Panzer im Übacher Feld auf dem Vormarsch im Oktober 1944. Foto: Militärarchiv
Abb. 5: Amerikanische Panzer im Übacher Feld auf dem Vormarsch
im Oktober 1944. Foto: Militärarchiv

2.10.: Zwischen Jülich und Aldenhoven fieberhafte Schanzarbeiten, unter den deutschen Soldaten in Übach-Palenberg auch der bekannte Schauspieler Dieter Borsche, der hier verletzt wurde. 2.10.: Weiterhin rasendes Trommelfeuer über Übach und Palenberg. 3.10.: Die Amerikaner erobern Übach. Die Bunker und Schützengräben in Frelenberg und Zweibrüggen waren nur schwach besetzt. Nach der Einnahme von Palenberg und Übach wurden die deutschen Verbände aus Frelenberg und Zweibrüggen nach Waurichen, Immendorf, Puffendorf zurückgenommen, um einer drohenden Umklammerung zu entgehen. Für Frelenberg und Zweibrüggen ein glücklicher Umstand, weil es dadurch nur vereinzelte Bodenkämpfe vorrückender US-Infanterie- und Panzerverbände mit der deutschen Nachhut gab. Gefallene deutsche Soldaten, die zunächst ein Grab in Frelenberg fanden, wurden später auf Soldatenfriedhöfen beigesetzt. Frelenberg und Zweibrüggen wurden hauptsächlich östlich von den auf Geilenkirchen vorstoßenden Amerikanern umgangen. 4.10.: Deutsches Feuer auf Übach und Palenberg, das den Amerikanern galt, Widerstände von deutschen Soldaten. 5.10.: Höllischer Beschuss auf Übach, fast alle Häuser beschädigt oder zerstört, Peter Esser aus Übach wird von den Amerikanern als Bürgermeister eingesetzt.

Abb. 5: US-Amerikaner nach ihrer Einnahme von Palenberg auf der Kirchstraße. Foto: Militärarchiv
Abb. 6: US-Amerikaner nach ihrer Einnahme von Palenberg auf der Kirchstraße.
Foto: Militärarchiv

6.10.: Die Amerikaner marschierten in Boscheln ein, 150 Zivilisten ergaben sich im Bunker Rochusstraße, Kragen des Pastors Scharrenbroich diente als „weiße Fahne“, starke Luftangriffe an diesem Tag. 7.10.: Viele deutsche Gefangene und verhaftete Zivilisten nach Holland abtransportiert, Amerikaner stießen von Boscheln auf Streiffeld vor. 8.10.: Amerikaner schauten sich die Zivilisten aus den Bunkern genauer an, ständig Suche nach deutschen Soldaten. 10.10.: Draußen wurde es wieder ruhiger, einige Bewohner wagten sich zu ihren Häusern und sahen ihre privaten „Kriegsergebnisse“, Amerikaner transportierten Möbel nach Holland. Oktober: Johann Pablocki beobachtete, wie US-Soldaten aus dem Schuhgeschäft Hansen Schuhe holten, diese auf einen LKW verluden und davonfuhren. 12.10.: Herr Mertens wurde von den Amerikanern als Bür-germeister für die Siedlung Boscheln ernannt, für Marienberg wurde Herr Wilbrand und Pfarrrektor Heinrich Scharrenbroich von "Alt-Boscheln" örtliche Bürgermeister. 12.10.: Durchziehende amerikanische Soldaten bedienten sich aus den Häusern, wüstes Durcheinander mit Möbeln und Matratzen. Niemand wusste, was wem und wohin gehört. 13.10.: 12 Personen aus der Bevölkerung wurden zu Hilfspolizisten ernannt (weiße Armbinde). 14.10.: Das Vieh konnte nur bei Feuerpause gefüttert werden, ab heute wurde Captain William Broocks Leiter der örtlichen Militärregierung. Oktober: In den Feldern um Scherpenseel trieben sich Pferde, Kühe, Schweine oder Schafe herum, die allmählich wieder eingefangen wurden. 20.10.: Erster katholischer Gottesdienst in Übach in den unteren Räumen des Pastorats. 21.10.: Die Militärregierung für Übach-Palenberg bestand nun aus folgenden Personen Major Cully, Hauptmann Brooks, 1. Ltn. Planton und II. Ltn. Nulty.

Abb. 6: Deutsche Kriegsgefangene in Übach auf dem Weg nach Holland. Ihnen drohte eine ungewisse Zukunft. Foto: Militärarchiv
Abb. 7: Deutsche Kriegsgefangene in Übach auf dem Weg nach Holland.
Ihnen drohte eine ungewisse Zukunft. Foto: Militärarchiv

22.10.: Erster Gottesdienst von St. Fidelis Boscheln im Saal Jansen nach dem Einmarsch der Amerikaner. 23.10.: Die Arbeit auf der Zeche wurde wieder aufgenommen, Aufräumen und Beseitigung der Schäden. 25.10.: Rektor Kuhl wollte das Schulwesen neu ordnen, die Gemeinde lehnte aber dieses Ansinnen ab. 27.10.: Amerikanische Fahrzeuge rollten durch Übach zur Rur-Front, Luftdruck der Artilleriegeschütze ließ Fensterscheiben zerspringen. 28.10.: 150 vor drei Wochen nach Holland gebrachte Beggendorfer wurden im Palenberger Stollen untergebracht. 29.10.: Ab heute an Sonntagen drei Messen im Pfarrhaus Übach. 30.10.: CIC nahm deutsche Zivilisten „unter die Lupe“ und fahndete nach ehemaligen Nazis. 31.10.: 899 Personen (Einheimische und Evakuierte) hielten sich zurzeit in Übach und Palenberg auf. Oktober: Die Amerikaner haben sich im Raum Übach-Palenberg eingerichtet. Sie blieben von Oktober 1944 bis Januar 1945. Für die zurückgebliebene Bevölkerung, die in Stollen, Kellern und Bunkern hauste, war der Krieg noch nicht zu Ende. 31.10.: Die kath. Rektoratskirche St. Theresia Palenberg hatte während der Kämpfe zirka 12 bis 16 Granattreffer erhalten. Wegen Ausbesserung- und Reparaturarbeiten fanden vorübergehend die Gottesdienste im Hotel Weydenhof statt.

Abb. 7: Evakuierte aus umliegenden Orten auf dem Weg durch Übach Taslstraße/Adolf-Hitler-Platz) in Richtung Palenberg. Foto: Militärarchiv
Abb. 8: Evakuierte aus umliegenden Orten auf dem Weg durch Übach
Talstraße/Adolf-Hitler-Platz) in Richtung Palenberg. Foto: Militärarchiv

November 1944
   
1.11.: Am Allerheiligen- und Allerseelentag kein Beschuss, durch Unachtsamkeit der Amerikaner wurden zwei Getreidemieten mit wertvollen Vorräten vernichtet. November: Folgende Milchrationen wurde in Scherpenseel verteilt: Kinder bis 3 Jahren = 1 Liter, von 3 bis 6 Jahren = 1/2 Liter, von 6 bis 14 Jahren 1/4 Liter, Kranke und Alte = 1/2 Liter. Bis 6.12.: lieferte Scherpenseel noch täglich 80 Liter Milch nach Übach. November: Tote wurden in diesen Tagen oftmals in der aufgewühlte Erde und ohne Ritual vergraben. 4.11.: Militärregierung will Haushaltsplan für die Gemeinde für die nächsten drei Monate aufstellen. 5.11.: Amerikaner ordneten Geschäftsverteilungsplan für die Gemeinde an, d.h. verschiedene Ämter wurden gebildet.

Abb. 8: Der alliierte Oberbefehlshaber Dwight D. Eisenhower am 10 November 1944 in Übach-Palenberg, genauer im Hauptquartier in der kath. Volksschule in Boscheln. Er informiert sich bei den Generälen über die Kampflage. Foto: Karr
Abb. 9: Der alliierte Oberbefehlshaber Dwight D. Eisenhower am 10 November 1944
in Übach-Palenberg, genauer im Hauptquartier in der kath. Volksschule in
Boscheln. Er informiert sich bei den Generälen über die Kampflage. Foto: Karr

10.11.: General Eisenhower besuchte das Hauptquartier der 12. amerikanischen Inf. Division in Boscheln bei General Keating (heutige GHS Boscheln, Friedensstraße). November: Es wurde beobachtet, wie amerikanische Soldaten aus dem Hause Talstraße 71 mehrere Musikinstrumente (u.a. Klavier), Vitrine, Buffet und Herd auf einem LKW luden und davonfuhren. 12.11.: Gottesdienste für amerikanische Soldaten in der Gastwirtschaft Dautzenberg, an diesem Tag kein Einschlag durch Beschuss. 13.11.: Weiterhin reger Fahrbetrieb in Richtung Rur-Front. 15.11.: Heute wieder schwerster Beschuss, man kam nicht aus den Kellern. Der für die Siedlung Boscheln zuständige Bürgermeister Mertens bat im Rathaus für Geld und Brot, wurde aber vertröstet. 16.11.: Deutsche Propaganda-Flugblätter „Skorpion PFN00020“: „Der Soldat, der sieht, daß sein Vorgesetzter sich gegen die Interessen des Volkes entscheidet, hat die Pflicht, sofort zu handeln. Eine Stellung aufgeben heißt bei der jetzigen Lage das Volk verraten. Und ein Verräter gehört niedergeschossen wie ein Hund.“ Hunderte deutsche Gefangene auf dem Weg durch Boscheln und Übach nach Holland.

Abb. 9: Für die hier in Frelenberg gefangenen deutschen Soldaten war nun der Krieg zu Ende. Hier durchsucht man sie nach Waffen. Foto: Militärarchiv
Abb. 10: Für die hier in Frelenberg gefangenen deutschen Soldaten war nun
der Krieg zu Ende. Hier durchsucht man sie nach Waffen. Foto: Militärarchiv

Abb. 11: Ein Bild der Verwüstung, die Rimburger Straße in Übach. Foto: Militärarchiv
Abb. 11: Ein Bild der Verwüstung, die Rimburger Straße in Übach. Foto: Militärarchiv

16.11.: Das gesamte Vieh von Grotenrath kam nach Scherpenseel und wurde am 13.12.: wieder zurückgeführt. 19.11.: Durch einen Volltreffer und einen Brand wurde die kath. Pfarrkirche in Übach stark zerstört. 27.11.: „Neue Zeitung“, Mitteilungsblatt der 12. Amerikanischen Armee-Gruppe, erscheint, Aufruf von General Eisenhower gegen die Nazis. 30.11.: Bekanntmachung durch die Verwaltung: 1) Amtsblatt der Militärregierung - Gesetz Nr 4 von September 1944 2) Gesetz Nr 5 "Auflösung der NSDAP und Unterorganisationen" von September 1944, 3) Gesetz Nr. 77: Aufhebung bestimmter Arbeitsorganisationen und Arbeitsämter von September 1944, 4) Einstweilige Schließung des Zeitungsgewerbes, Rundfunks, Vergnügungsgewerbes und Untersagung der Tätigkeit des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda vom 24. November 1944.

Dezember 1944
   
Dezember: Von Oktober bis Dezember 1944 grassierte die Maul- und Klauenseuche unter dem Viehbestand. 1.12.: Bekanntmachung durch die Verwaltung: Militärregierung: 1) Gesetz Nr 6 "Ermächtigung durch Amtshandlungen der Militärregierung Formvorschriften des Deutschen Rechts nicht einzuhalten" von September 1944, 2) Gesetz Nr 51 - Währung von September 1944, 3) Gesetz Nr 76 - Post, Fernsprech-, Telegrafen-, Funk- und Rundfunkwesen von September 1944. Dezember: Die "draußen" und hinter der Front befindliche NS-Gemeindeverwaltung von Übach wurde nach Ueckerath (über Neuss 2, Forsthaus) verlegt. 4.12.: Amerikanisches Feldlazarett in der Übacher Schule eingerichtet, neue Lebensmittelkarten für Schwerstarbeiter 750 gr Brot, 500 gr Fleisch, 250 gr. Margarine; für Normalverbraucher 500 gr. Brot, 250 gr. Fleisch. 5.12.: Evakuierte aus Loverich und Floßdorf kamen nach Übach. 7.12.: In Übach und Palenberg lebten zurzeit 593 Ortsansässige und 878 Evakuierte aus der Umgebung. 8.12.: Männer aus Boscheln sollten 120 im Felde von Immendorf und Waurichen liegende Pferdekadaver vergraben. 11.12.: Drei Ausgangsstunden für die Zivilbevölkerung und zwar von 8.00 bis 10.00 Uhr und von 15.00 bis 16.00 Uhr. 12.12.: Amerikanischer Rundfunkwagen nahm Weihnachtsgrüße auf Schallplatte auf, die über den „Feindsender“ gesendet werden sollten. 14.12.: Auf Veranlassung von Hauptmann Mulford wurde die Großgemeinde Übach-Palenberg, bestehend aus Boscheln, Übach, Rimburg, Palenberg, Frelenberg, Zweibrüggen, Scherpenseel, Marienberg, Windhausen, Siepenbusch, Grotenrath und Teveren gebildet. Bürgermeister: Winand Ungermann. 14.12.: Verhaftung von Bürgermeister Peter Esser durch die Amerikaner, er sollte (angeblich) deutsche Soldaten verschwiegen haben, er sollte für drei Monate in Hausarrest bleiben. 15.12.: Neuartiges Raketengeschoss mit Feuerstrahl über Übach hinweggeflogen, die "Wunderwaffe" V2!

Abb. 10: Der erste amerikanische Militärzug in Palenberg im Dezember 1944. Foto: Militärarchiv
Abb. 10: Der erste amerikanische Militärzug in Palenberg im Dezember 1944.
Foto: Militärarchiv

Dezember: Eine Statistik sprach von 46 in Frelenberg lebenden Personen. Der Rest der Bevölkerung war evakuiert oder hielt sich woanders auf. 16.12.: 230 Flüchtlinge aus Baesweiler, Alsdorf und Aachen sowie 184 Flüchtlinge aus Grotenrath belasteten die Wohnsituation in Scherpenseel. Dezember: Johann Pablocki beobachtete, wie britische Soldaten aus dem Hause Hansen, Dorfstraße 12 mehrere Stühle holten und mit ihnen davonfuhren. 21.12.: In Wassenberg traf sich die NSDAP-Kreisleitung mit Landrath Czeh. Vereinbarung, dass alle Verwaltungen dort bleiben wo sie sind und erreichbar sein müssen. 23.12.: Amerikanisches Feldlazarett von Übach nach Holland verlegt, Ardennen-Offensive beunruhigte die Amerikaner, massive Luftverbände überflogen die Heimat, schwerste US-Geschütze in Stellung genommen. 24.12.: Gottesdienst im neu hergerichteten Pfarrsaal in Übach, keine Weihnachtsstimmung, Übertragung im amerikanischen Radio. Auch Gottesdienst in der Pfarrkirche in Boscheln mit US-Soldaten. 28.12.: Nr. 5 der „Neuen Zeitung“ erschienen, deutsche Wehrmacht führte breite Westoffensive durch.

Abb. 11: Weihnachtsmesse der in Boscheln stationierten US-Amerikaner in der zerstörten Rektoratskirche St. Fidelis Boscheln. Die Soldaten danken dafür, dass sie den Kampf heil überstanden haben. Foto: Karr
Abb. 11: Weihnachtsmesse der in Boscheln stationierten US-Amerikaner in der
zerstörten Rektoratskirche St. Fidelis Boscheln. Die Soldaten danken
dafür, dass sie den Kampf heil überstanden haben. Foto: Karr

29.12.: Scheune von Hubert Wynands in Boscheln durch deutschen Bombenangriff ausgebrannt. 30.12.: Öffentliche Sitzung des Militärgerichts in Übach. 31.12.: Förderung auf der Zeche Carolus-Magnus für dieses Jahr: 64.733 to. 31.12.: Silvester ohne Glockengeläut, jedoch mit Geschütz- und Flugzeugdröhnen, weitere deutsche Erfolge bei der West-Offensive, aber in Übach-Palenberg glaubten nur noch die wenigsten an eine Rückkehr der Nazis. 31.12.: Der Kriegsbeitrag für die Gemeinde Übach-Palenberg belief sich im Jahre 1944 auf 197.271,-- RM.
   

Folgende Personen, die im öffentlichen Leben standen, verstarben im Jahre 1944:
3.1.: Pfarrer Anton Clahsen: (kath. Pfarre in Frelenberg, 63 Jahre), 7.4.: Heinrich Schmidt (Hauptwachtmeister aus Boscheln von 1937 - 1944, 37 Jahre).   
      
Aus Übach-Palenberg kommende Opfer des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1944 (Gefallene Soldaten, in Kriegsgefangenschaft oder Lazaretten Verstorbene, Opfer von Sprengmitteln): 3.1.: Johann Christoph Kremer aus Boscheln (Dymanowo/Ostfront, 32 Jahre), 4.1.: Hubert Josef Wetzler aus Windhausen (Romanowschina/UdSSR, 28 Jahre), 7.1.: Erich Stührenberg aus Palenberg (Sholobowo/UdSSR, 25 Jahre), 8.1.: Wilhelm Bücker aus Frelenberg (Samy, 44 Jahre), 10.1.: Josef Schmitz aus Boscheln (Aleschkowitschi/UdSSR, 20 Jahre), 12.1.: Matthias Josef Altdorf aus Boscheln (Tiketijewka/UdSSR, 35 Jahre), 14.1.: Heinrich Götz aus Übach (Winograd/Ostfront, 34 Jahre), 18.1.: Heinrich Josef Sodekamp aus Scherpenseel (südlich Nikopol/UdSSR, 19 Jahre), 20.1.: Franz Josef Spiertz aus Übach (Labun, 20 Jahre), 24.1.: Adolf Adam Kompa aus Boscheln (Pustoschka/UdSSR, 19 Jahre), 25.1.: Hermann Josef Weidenhaupt aus Frelenberg (Oels, 40 Jahre), 28.1.: Peter Dionys Werden aus Boscheln (Außen-Weser, 23 Jahre), 30.1.: Franz Josef Fröschen aus Übach (Kuzowka/Ostfront, 19 Jahre), 8.2.: Michael Wilhelm Fuidl aus Scherpenseel (Odessa/Ukraine, 34 Jahre), 14.2.: Otto Max Ollesch aus Übach (Schwarzes Meer, 24 Jahre), 18.2.: Wladislaus Gorzelanzyk aus Boscheln (unbekannter Ort, 35 Jahre), 20.2.: Heinrich August Wettlaufer aus Boscheln (Bucht vor Genua/Italien, 33 Jahre), 23.2.: Leo Josef Reinartz aus Übach (Kamenka/Ostfront, 20 Jahre), 23.2.: Ludwig Sangl aus Palenberg (Ssabino, 35 Jahre), 25.2.: Theodor Sieben aus Boscheln (Podoblnija-Sselo/Ostfront, 28 Jahre), 29.2.: Andreas Kreidl aus Marienberg (Sirgalan/östlicher Kriegsschauplatz, 30 Jahre), 4.3.: Johann Peter Baumanns aus Übach (Balnico, 21 Jahre), 6.3.: Hubert Schröck aus Übach (Nikolajew/Armee-Feldlazarett 652/UdSSR, 29 Jahre), 8.3.: Peter Josef Schmitz aus Palenberg (Sabolotje/Ostfront, 21 Jahre), 11.3.: Wolfgang Viktor Witt aus Boscheln (Zarchau/Ukraine, 29 Jahre), 17.3.: Leo Paul Salamon aus Palenberg (Alexandrowka/Ostfront, 31 Jahre), 21.3.: Heinrich Alfred Mehlkopf aus Boscheln (Nesterowce/westlich Tarnopol/Ukraine, 17 Jahre), 24.3.: Swirid Ripka (russischer Kriegsgefangener auf Zeche Carolus Magnus (Kriegsgefangenenlager Palenberg, 28 Jahre), 3.4.: Hubert Bonnie aus Marienberg (Köln-Nippes/Reservelazarett, 36 Jahre), 6.4.: August Marose aus Palenberg (Hannoversch-Münden, 29 Jahre), 19.4.: Mathias Hermann Josef Römers aus Übach (Lüneburg, 25 Jahre), 24.4.: Johann Windmüller aus Übach (Podozilna/Polen, 45 Jahre), Mai: Peter Eyermanns aus Scherpenseel (Rom/Italien, 22 Jahre), 9.5.: Josef Brunner aus Boscheln (Speia/KreisTighina/östlicher Kriegsschauplatz, 18 Jahre), 9.5.: Johann Labedzki aus Boscheln (Straße Modena-Parma/Italien, 22 Jahre), 9.5.: Johann Josef Merkelbach aus Scherpenseel (Alexandrowka/UdSSR, 19 Jahre), 14.5.: Heinrich Reinartz aus Frelenberg (unbekannter Ort, 19 Jahre), 21.5.: Peter Friedrich Schenk aus Holthausen (Aoce, 2 km nördlich, 37 Jahre), 1.6.: Paul Bollig aus Boscheln (Kraslany/Groduo/Ostfront, 33 Jahre), 1.6.: Wilhelm Schneider aus Frelenberg (Genzano/Italien, 19 Jahre), 6.6.: Emil Martin Beckers aus Boscheln (Cherbourg/Frankreich, 19 Jahre), 6.6.: Willy Houben (unbekannter Ort, 21 Jahre), 8.6.: Heinz Zeich aus Frelenberg (Jassy/Ostfront, 20 Jahre), 11.6.: Karl Just aus Marienberg (Cherbourg/Peninsula/Frankreich, 23 Jahre), 12.6.: Joseph Kordysiak aus Palenberrg (Orvieti-Todi/Italien, 18 Jahre), 17.6.: Johann Loch aus Marienberg (Höhe Kristiansand/Nordatlantik, 21 Jahre), 17.6.: Johann Maaßen aus Übach (Feldlazarett 45/Polen, 18 Jahre), 17.6.: Alfred Günther Mauermann aus Boscheln (Cherbourg-Peninsula/Frankreich, 18 Jahre), 19.6.: Jakob Vorstedt aus Zweibrüggen (Trois Marquels/Frankreich, 22 Jahre), 23.6.: Max Kassner aus Frelenberg (Ssidovowitschi/Ostfront, 28 Jahre), 22./23.6.: Josef Mackenthun aus Scherpenseel (Le Cour/Cherbourg/Frankreich, 21 Jahre), 26.6.: Günter Eugen Süssmuth aus Marienberg (Montaleissa/Italien, 21 Jahre), 1944: Oswald Boldt aus Palenberg (unbekannter Ort vermisst, 36 Jahre), 1944: Wilhelm Grimm aus Frelenberg (Frankreich, 22 Jahre), 6.7.: Adolf Kolbe aus Übach (unbekannter Ort, 40 Jahre), 7.7.: Johann Josef Oudenhoven aus Übach (Cherbourg/Frankreich, 37 Jahre), 10.7.: Josef Peter Imreke aus Frelenberg (Stanca/Jassy/Osdtfront, 18 Jahre), 10.7.: Franz Hubert Josef Laumen aus Scherpenseel (Ost-Ungarn, 34 Jahre), 12.7.: Johann Gottfried Pennartz aus Scherpenseel (Bolpazaro Steravo/Polen, 31 Jahre), 13.7.: Karl Kuchars aus Frelenberg (Coloniew/südwestlich Luck, 29 Jahre), 16.7.: Johann Peter Frömbgens aus Boscheln (Pluhow/Eisenbahnlinie Lemberg-Tarnopol/Ostfront, 34 Jahre), 16.7.: Johann Melchior Schilling aus Boscheln (Soulles/Hauptverbandsplatz, 32 Jahre), 22.7.: Wilhelm Hubert Penatzer aus Boscheln (Zerczice/Polen, 19 Jahre), 23.7.: Willi Rothhardt aus Marienberg (Reserve-Lazarett Oderberg/Oberschlesien, 37 Jahre), 25.7.: Reiner Karl Schumacher aus Windhausen (St. Lo/Frankreich, 17 Jahre), 26.7.: Johann Richard Dewald aus Boscheln (Dockti/östlicher Kriegsschauplatz, 20 Jahre), 27.7.: Otto Franz Dohmen aus Frelenberg (Östlicher Kriegsschauplatz, 18 Jahre), 27.7.: Franz Emil Schmitz aus Palenberg (Babrava/Ostfront, 25 Jahre), 27.7.: Nikolaus Zimmermann aus Übach (Östlich Marienburg/Ostpreußen, 25 Jahre), 28.7.: Wilhelm Dremmen aus Scherpenseel (Stryj/südöstlich Lemberg/Ukraine, 26 Jahre), 28.7.: Heinrich Josef Reinartz aus Übach (Stalino/Kriegsgefangenenlager/UdSSR, 29 Jahre), 28.7.: Heinrich August Schling aus Palenberg (Sambor/Ostfront, 38 Jahre), 30.7.: Peter Matthias Ritzerfeld aus Marienberg (unbekannter Ort, 20 Jahre), 5.8.: Heinrich Josef Herff aus Übach (Camp de Boult/Frankreich, 20 Jahre), 5.8.: Helmundt Moczarski aus Marienberg (Torhanowicze/Galizien/Polen, 18 Jahre), 5.8.: Erich Ringeisen aus Marienberg (Zvigzdaciai, 19 Jahre), 5.8.: Martin Tümmers aus Frelenberg (unbekannter Ort, 18 Jahre), 7.8.: Peter Comos aus Übach (Jasiniec/Polen, 22 Jahre), 9.8.: Bronislaus Okonski aus Übach (Elsenborn/Eifel, 59 Jahre), 11.8.: Heinrich Winkens aus Scherpenseel (Lorient, 43 Jahre), 11.8.: Josef Wilhelm Winohr aus Palenberg (Troppau/Reservelazarett, 29 Jahre), 21.8.: Ernst August Josef Schnorrenberg aus Palenberg (Feldlazarett 300/Lettland, 42 Jahre), 23.8.: Peter Josef Dammers aus Übach (Suntazi/Lettland, 23 Jahre), 28.8.: Franz Michael Prepols aus Boscheln, (Saulce sur Rhone/Frankreich, 42 Jahre), 30.8.: Arnold Kouchen aus Scherpenseel (8 km südöstlich Buchy, 19 Jahre), 30.8.: Josef Merkelbach aus Marienberg (unbekannter Ort, 25 Jahre), 2.9.: Heinrich Josef Spiertz aus Palenberg (St. Pelten bei Metz/Frankreich, 28 Jahre), 3.9.: Martin Josef Gerards aus Scherpenseel (Warschau/Polen, 24 Jahre), 5.9.: Karl Dahm aus Übach (Radwau/Ostfront, 32 Jahre), 5.9.: Franz Josef Dautzenberg aus Übach (Grüdimki/Ostfront, 30 Jahre), 8.9.: Paul Krzoska aus Frelenberg (Polnisch/slowakisches Grenzgebiet, 23 Jahre), 11.9.: Rudolf Nitsch aus Marienberg (Walhorn/Belgien, 25 Jahre), 12.9.: Ernst Otto Kusmierz aus Boscheln (auf See/Stabbere/Norwegen, 20 Jahre), 12.9.: Matthias Johann Schiffchen aus Übach (Neu-Sandcz/Tarnow/Feldlazarett/Polen, 35 Jahre), 14.9.: Wilhelm Wolf aus Boscheln (Lettland, 27 Jahre), 21.9.: Johann Josef Adler aus Palenberg (Stanki/Ostfront, 24 Jahre), 22.9.: Peter Josef Streiffels aus Holthausen (unbekannter Ort, 45 Jahre), 23.9.: Gertrud Mauer aus Übach (Übach/Dammstraße/Granatsplitter, 55 Jahre), 25.9.: Ernst Baumgarten aus Palenberg (Jülich, 19 Jahre), 26.9.: Ewald Weiß aus Übach (Feldlazarett 132/Italien, 37 Jahre), 28.9.: Hermann Josef Schmitt aus Palenberg (Kehr/Eifel, 18 Jahre), 30.9.: Stanislaus Gayczak, Arbeiter der Mühle Zweibrüggen (Gut Hoverhof/Granatsplitter, kein Alter), 30.9.: Wanda Gayczak, Arbeiterin der Mühle Zweibrüggen (Gut Hoverhof/Granatsplitter, kein Alter), 30.9.: Josef Bickelmann aus Frelenberg (Zechengelände Carolus-Magnus/Granatsplitter, 52 Jahre), 3.10.: Sebastian Josef Kohnen aus Boscheln (Tiraspol/Ukraine, 37 Jahre), 3.10.: Wilhelm Wnendt aus Palenberg (Soest, 48 Jahre), 3.10.: Johann Pauli aus Übach (Übach/Granatsplitter, 30 Jahre), 3.10.: Max Hermann Illig aus Übach (Übach, Dionysiusstraße/Granatsplitter, 59 Jahre), 3.10.: Heinrich-Josef Schlebach aus Übach (Übach, Dionysiusstraße/Granatsplitter, 59 Jahre), 4.10.: Adelgunde Kalz aus Palenberg (Palenberg, Südstraße/Granatsplitter, 63 Jahre), 4.10.: Lorenz Küsters aus Übach (Dammstraße Nähe Stollen/Halsschuss durch einen Amerikaner, 59 Jahre), 5.10.: Theodor Karl Schwarz aus Palenberg (Nord-Rumänien, 35 Jahre), 6.10.: Maria Sibilla Altdorf aus Übach (Übach/Granatsplitter, 63 Jahre), 8.10.: Fritz Bizan aus Palenberg (Frankreich, 19 Jahre), 8.10.: Reinhold Richard Röricht aus Palenberg (Zichenau/Feldlazarett 102 mot, 28 Jahre), 12.10.: Anton Heinrichs aus Palenberg (7 km südwestlich Tauroggen/Litauen, 37 Jahre), 14.10.: Friedrich Paul Albert Mattern aus Palenberg (Zichenau/Ostpreussen, 30 Jahre), 14.10.: Wilhelm Penners aus Übach (Übach, Talstraße/Granatsplitter, 68 Jahre), 15.10.: Valentin Spelko aus Palenberg (Pfalzburg, 31 Jahre), 15.10.: Mathias Josef Wiedeler aus Siepenbusch (Travexin/Vogesen, 47 Jahre), 17.10.: Paul Kastner aus Palenberg (Nyir-Adony, 21 Jahre), 21.10.: Willy Arthur Eckert aus Palenberg (Auts/Lettland, 20 Jahre), 26.10.: Nikolaus Aloysius Thomann aus Boscheln (Bückeburg, 45 Jahre), 3.11.: Josef Gerhard Trepels aus Palenberg (Pustina Höhe 980/Albanien, 36 Jahre), 3.11.: Joseph Plum aus Beggendorf (Übach, Connefeld/Granatsplitter, 69 Jahre), 4.11.: Alfred Robert August Kleinert aus Palenberg (Hürtgen, 29 Jahre), 8.11.: Karl Heinz Müller aus Boscheln (unbekannter Ort, 18 Jahre), 9.11.: Johann Josef Kramp aus Palenberg (Duss/Frankreich, 30 Jahre), 12.11.: Franz Kathagen aus Palenberg (Nordmeer, 22 Jahre), 13.11.: Franz Josef Anton Reinartz aus Übach (ostwärts Budapest/Ungarn, 23 Jahre), 15.11.: Josef Mertens aus Frelenberg (Dahnen/Prüm, 26 Jahre), 16.11.: Wilhelm Knerr aus Boscheln (Heinsberg, 44 Jahre), 16.11.: Heinz Horst Sartorius aus Boscheln (Herbeville/Frankreich, 18 Jahre), 19.11.: Gerhard Josef Kloth aus Scherpenseel (Enschweiler im Lazarettzug 621, 33 Jahre), 20.11.: Friedrich Arnold Steffen aus Boscheln (Gallinchen/bei Cottbus, 17 Jahre), 21.11.: Johann Eckenbauer aus Boscheln (Gütersloh/Westfalen, 45 Jahre), 23.11.: Bruno Jacobs  aus Übach-Palenberg (unbekannter Ort, 33 Jahre), 24.11.: Peter Josef Beckers aus Marienberg (Kartal/Budapest/Ungarn, 23 Jahre), 24.11.: Jakob Pauli aus Zweibrüggen (nordwestlich Kollaten/Memel, 21 Jahre), 24.11.: Johann Karl Baron aus Übach (Boxitogorsk/Kriegsgefangenschaft/UdSSR, 20 Jahre), Dezember: Heinrich Kreutzkamp aus Boscheln (Östlicher Kriegsschauplatz, 34 Jahre), 1.12.: Wilhelm-Joseph Altdorf aus Übach (Samara/Kriegsgefangenenlager 234 D Schirokia Frak/Samara/UdSSR, 35 Jahre), Dezember: Martin Joseph Heinrichs aus Frelenberg (Uriupinsk/Kriegsgefangenenlager/UdSSR, 24 Jahre), Dezember: Johann Josef Himmels aus Übach (Rumänien, 34 Jahre), 2.12.: Joseph Meeßen aus Palenberg (Bokowo-Antrazit/Donbas/Kriegsgefangenschaft/UdSSR, 31 Jahre), 4.12.: Josef Sengera aus Palenberg (Luchtenberg, 18 Jahre), 4.12.: Rudolf Heinrich Tietz aus Marienberg (Subowa Poljana/Moldawien, 25 Jahre), 7.12.: Johann Straßen aus Übach (Landstuhl/SS-Lazarett, 33 Jahre), 14.12.: Stephan Turkiewicz aus Palenberg (in Deutschland, 21 Jahre), 15.12.: Ernst Karl Sigle aus Übach-Palenberg (Dinant/Belgien, 29 Jahre), 16.12.: Günther Paul Behler aus Marienberg (Schleiden/Eifel, 19 Jahre), 26.12.: Gerhard Richard Langner aus Boscheln (Marsche Höhe 326/Frankreich, 23 Jahre), 29.12.: Alfred Walter Hoepfner aus Frelenberg (auf See bei Fliegerangriff, 24 Jahre), Dezember: Robert Banasch aus Palenberg (Grand Hallense/Belgien, 26 Jahre), 31.12.: Max Drechsler aus Marienberg (Rheinbach/Kriegslazarett 1/605, 27 Jahre).

Gedenkbuch der auf der Zeche Carolus Magnus tätigen bzw. in Übach-Palenberg wohnhaften tödlich verunglückten Bergleute 1944: 19.4.: Gustav Wittke (aus Palenberg, 56 Jahre), 1.9.: Josef Bickelmann (Wohnort unbekannt, Granatsplitter, Übertage, 52 Jahre).   
   

Allgemeine Daten:

Einwohner am 1.9.1944: 16.595 (vor der Evakuierung)

Gemeinde- und Verwaltungsspitze: Bürgermeister: Wilhelm Carl (bis 20.9. in ÜP) *
                                                  Bürgermeister: Peter Esser (6.10. - 14.12.) *
                                                  Bürgermeister: Winand Ungermann (ab 15. 12.)                                                 
                                                  1. Beigeordneter: Albert Hägele (bis 20.9.)
                                                  Gemeindebaumeister: Friedrich Günther (bis 20.9.)

Haushalt 1944: Ordentlicher Haushalt: 779.109 RM
                  Außerordentlicher Haushalt: n.n.
                   Gesamtvolumen: 779.109 RM (soweit bekannt)

* Wilhelm Carl war bis zur Evakuierung hauptamtlicher Bürgermeister,
die Verwaltung wurde vor dem Einmarsch der Amerikaner evakuiert.
Er blieb formell (aus deutscher Sicht) weiter im Amt, obwohl von den
Militärbesatzern in Übach-Palenberg Peter Esser als Bürgermeister
eingesetzt wurde.