Jahresrückblick 1941

 

Das Jahresgeschehen in Übach-Palenberg in Stichworten...


Januar/Februar 1941                   
Das Jahr 1941 als PDF
                  

2.1.: Der Landrat gab eine Verordnung zur Bekämpfung der Sperlinge heraus, die das Saatgut bedrohen, u.a. wurde die Entfernung der Nester vorgeschlagen. 13.1.: Strenge deutsch-niederländische Grenzbestimmungen sorgten für Unmut in der Bevölkerung. Neid auf niederländische Arbeiter, die problemlos die Grenze überschreiten können. Bürgermeister Carl erwog Lockerung dahingehend, dass Deutsche ihre niederländischen Verwandten alle drei Monate mit Passbegleitschein besuchen dürfen. 21.1.: Hochwasser in der Saarstraße durch Schneeschmelze und Regen. Der Ablauf Saarstraße/Jägerstraße konnte die Wassermassen nicht fassen, dadurch stand alles unter Wasser.

Abb. 1: Blick auf die Aachener Straße Anfang 1941. Foto: Stadt
Abb. 1: Blick auf die Aachener Straße Anfang 1941. Foto: Stadt

2.2.: Die Patres von Marienberg feierten zu Ehren ihres Pfarrpatrons Franz von Sales, u.a. auch mit dem Übacher Kirchenchor. 15./16.2.: "Tag der Polizei" mit Haussammlungen durch Polizeibeamte im Gemeindegebiet. Sammelergebnis für Übach-Palenberg: 1.987,05 RM. 26.2.: Gemeinschaftsapell der NSDAP der Behördenbetriebe in Übach-Palenberg in der Gaststätte Boymanns. Es sprach Kreisleiter Konrad Volm (MdR).

März/April 1941

7.3.: 35. Ratssitzung der Gemeinde Übach-Palenberg im Sitzungssaal des neuen Rathauses: Nachtrag 1940: Gesamt: 1.242.449,22 RM, Grundstücksangelegenheiten, Volksbücherei in Scherpenseel Ende 1940, 1941 auch in Frelenberg, wegen Werksbücherei CM keine Büchereien in Übach und Palenberg, 1942 Bücherei für Boscheln geplant. 8.3.: RAD - Abt. K 4/312 "Hauptmann Hasenclever" hielt Vereidigungsfeier des neuen Jahrgangs des RAD im Übacher RAD-Lager. 27.3. bis 6.4.: Rattenbekämpfungsaktion, in Übach-Palenberg nicht zufriedenstellend. 27.3.: Einer von mehreren Einkehrtagen für die Frauen und Mütter des kath. Pfarrrektorats in Palenberg. Die Besucherzahlen lagen zwischen 70 und 130. 31.3.: Im Zeitraum von April 1939 bis März 1941 wurde festgestellt, dass sich acht Personen aus Übach-Palenberg in Altenheimen befinden.

Abb. 2: Der Adolf-Hitler-Platz (Rathausplatz) in Übach im Jahre 1941. Foto: Stadt
Abb. 2: Der Adolf-Hitler-Platz (Rathausplatz) in Übach im
Jahre 1941. Foto: Stadt

31.3.: Gliederung des Feuerschutzwesens: Löschbezirk Übach mit einer Motorenspitzengruppe unter Obertruppführer Karl Engelen, einer Hydrantengerätegruppe mit Truppführer Heinrich Altdorf, Löschbezirk Palenberg mit einer Hydrantengerätegruppe unter Obertruppführer Leonhard Johnen, Löschbezirk Frelenberg und Zweibrüggen mit einer Hydrantengerätegruppe mit Truppführer Josef Mingers, Löschbezirk Scherpenseel mit einer Hydrantengerätegruppe unter Truppführer Josef Schlebusch, alles unter Oberleitung des Gemeindebrandmeisters, Oberzugführer Savoir aus Übach. 31.3.: Zu diesem Zeitpunkt wurden 38 Gastwirtschaften in Übach-Palenberg festgestellt, d.h. eine "Kneipe" auf 458 Einwohner. 31.3.: Die Schülerzahlen in Übach-Palenberg: Volkschule Frelenberg: 339, Volksschule Palenberg: 580, Volksschule Scherpenseel: 287, Volksschule Übach: 441, Volksschule Boscheln: 718, Volksschule Marienberg: 242. Es unterrichteten 52 Lehrpersonen. 31.3.: In Übach-Palenberg wurden 28.851 Reichsverbilligungsscheine I zwischen April 1940 und März 1941 ausgegeben, Reichsverbilligungsscheine II: 11.921. 31.3.: Schuldenstand der Gemeinde an diesem Tag: 727.164,74 RM, Pro-Kopf-Verschuldung: 38,11 RM. 10.4.: Der für Übach-Palenberg mit zuständige Ortsverband der Technischen Nothilfe Geilenkirchen erhielt aus Haushaltsmitteln von Übach-Palenberg 218,67 RM Zuschuss. April: Herrichtung einer Baracke im Barackenlager Carolus-Magnus für Dirnen, die den Ostarbeitern zur Verfügung stehen. Das Bordell sollte bis Ende 1941 bestehen bleiben. 29.4.: 36. Ratssitzung der Gemeinde Übach-Palenberg im Sitzungssaal des neuen Rathauses: Haushalt 1941: 1.141.636,85 RM und 10.000,-- RM, Bürgersteuer 600 %, Jahresrechnung 1939: Einnahme 1.25.657,90 RM, Ausgabe: 1.115.288,67 RM, Außerordentlich: Ausgabe 157.035,41 RM, Einnahme: 179.572,94 RM.

Abb. 3: Eine Gruppe des NSV-Kindergartens in Palenberg. Foto: Stadt
Abb. 3: Eine Gruppe des  NSV-Kindergartens in Palenberg. Foto: Stadt

Mai/Juni 1941

3.5.: Der kath. Kindergarten in Palenberg wurde von der Gestapo geschlossen. Konkurrenzsituation zum NSV-Kindergarten ist unerwünscht. Mai: Die Besitzer von Viehbeständen wurden aufgefordert, die Dasselfliege bei ihren Tieren zu entfernen, obwohl die Maul- und Klauenseuche - gemessen an den Vorjahren - rückläufig war.

Abb. 4: Die Talstraße Anfang der 40er Jahre. Vorn rechts das Kaufhaus Bohnen und Plum in der Nähe des Rathauses. Foto: Stadt
Abb. 4: Die Talstraße Anfang der 40er Jahre. Vorn rechts das Kaufhaus
Bohnen und Plum in der Nähe des Rathauses. Foto: Stadt

16.5.: Die Gemeinde Übach-Palenberg überwies 500 RM in die NS-treue "Gauleiter-Josef-Grohé-Stiftung" in Köln. 19.5.: Christi Himmelfahrt und Fronleichnam kein Feiertag mehr. Ab sofort am Sonntag danach. 20.5.: Der NSV-Kindergarten begann in der Robertstraße 54 in Boscheln mit seiner Arbeit, nachdem vorher der kath. Kindergarten zwangsgeräumt worden war. Es gab nun keine konfessionellen Kindergärten mehr. 3.6.: Unter Leitung der jeweiligen Ortsbauernführer begann die Kartoffelkäfersuchaktion 1941. Suchtermine waren wieder dienstagsnachmittags in den Sommermonaten. 24.6.: Kinderfest in Übach, Schwimmbad, mit der Aachener Puppenbühne. 2000 bis 3000 Jugendliche waren anwesend. 25.6.: Königsvogelschuss der St. Sebastianus Schützen Übach. König wurde Josef Hagen. 26.6.: Die Übach-Palenberger Polizei stellte fest, dass die Preisauszeichnungspflicht in den Geschäften gut befolgt wird. 29.6.: Gemeindliche Bücherei in Scherpenseel (altes Rathaus) eröffnet. 29.6.: Unter Leitung von Lehrer Gronsfeld wurde eine Laienspielschar in Palenberg gegründet.

Abb. 5: Immer wieder warf die ''feindliche Aufklärung'' auch Flugblätter ab, die die Bevölkerung zum Nachdenken bringen sollte. Stadtarchiv
Abb. 5: Immer wieder warf die ''feindliche Aufklärung'' auch Flugblätter
ab, die die Bevölkerung zum Nachdenken bringen sollte. Stadtarchiv

30.6.: Im Jahre 1941 wurden an zahlreichen Stellen in den Ortsteilen Bunker für die Zivilbevölkerung gebaut, auch und vor allem durch Mitwirkung der Zivilbevölkerung. 30.6.: Im Jahre 1941 wurde der Friedhof an der Übacher Pfarrkirche geschlossen. 30.6.: Viele Menschen waren überrascht und bedrückt, als sie vom Beginn des Russlandfeldzuges erfahren. Auch aus Übach-Palenberg zogen zahlreiche Söhne gen Osten. 30.6.: Die Schülerzahlen in Übach-Palenberg zur Jahresmitte: Volksschule Übach: 731, Volksschule Boscheln: 597, Volksschule Palenberg: 657, Volksschule Frelenberg: 359, Volksschule Marienberg: 321, Volksschule Scherpenseel: 229, Gesamtzahl: 2914. 30.6.: In den ersten 6 Monaten des Jahres 1941 wurden 826 einfache Verwarnungen, 821 gebührenpflichtige Verwarnungen, 12 Anzeigen wegen Verkehrsübertretungen, 10 Anzeigen wegen Vergehen, keine Anzeige wegen Verbrechen, 35 Anzeigen wegen Preisübertretungen erteilt und 39 Festnahmen vollzogen.

Abb. 6: Postkartenansicht Rathaus und Kaufhaus Bohnen und Plum Mitte 1941. Stadtarchiv
Abb. 6: Postkartenansicht Rathaus und Kaufhaus Bohnen und Plum
Mitte 1941. Stadtarchiv
Juli/August 1941

1.7.: Antrag an den Kreis, einige Übach-Palenberger Gebiete neu zu ordnen - auch auf Grund der Westwallbauten, für die 12 ha Kulturland verlorengegangen waren. Verschiedene Maßnahmen für Palenberg, Frelenberg und Übach vorgeschlagen. 1.7.: Konrad Volm (in Übach lebend), hauptamtlicher NSDAP-Kreisleiter des Kreises Geilenkirchen-Heinsberg übernahm auch die NSDAP-Leitung für den Kreis Aachen. 6.7.: Bei nächtlichen Luftangriffen durfte am nächsten Tag der Gottesdienst erst um 10.00 Uhr beginnen. 13.7.: Bezirksmeisterschaften im Schwimmen der Kreise Geilenkirchen, Erkelenz und Jülich im Freibad Übach. 15.7.: Auf der Hambückerstraße wurde der 10-jährige Schüler Gerhard G. von einem LKW überfahren. Der Schüler war auf dem LKW aufgesprungen, hängengeblieben und von den Rädern tödlich erfasst worden.

Abb. 7: Großer Menschenauflauf auf der Hambückerstraße am 15.7.1941, wo sich ein tödlicher Verkehrsunfall ereignete. Foto: Stadt
Abb. 7: Großer Menschenauflauf auf der Hambückerstraße am 15.7.1941,
wo sich ein tödlicher Verkehrsunfall ereignete. Foto: Stadt

20.7.:
Eröffnung der ersten gemeindlichen Bücherei im alten Rathaus. 17.8.: NSDAP-Ortsgruppenleiter Bläsius aus Frelenberg meldete 22 NS-Parteigenossen für die Unterstützung von Polizeiaufgaben in Übach-Palenberg, ferner die Amtsträger der NSV, Ortsgruppe Frelenberg. 28.8.: Kaplan Schneider - in Boscheln tätig - wurde nach St. Tönis versetzt.

Abb. 8: Den Krieg für einige Stunden vergessen, auf der ''Strandpromenade'' am neuen Freibad in Übach im Sommer 1941. Postkarte Stadtarchiv
Abb. 8: Den Krieg für einige Stunden vergessen, auf der ''Strandpromenade'' am
neuen Freibad in Übach im Sommer 1941. Postkarte Stadtarchiv

September/Oktober 1941


21.9.:
Bei einem Luftangriff warf ein feindlicher Flieger vier Sprengbomben und einige Brandbomben in der Nähe Holthausen (freies Feld) ab. 30.9.: In der abgelaufenen Badesaison wurden 54.372 Einlasskarten für das Freibad verkauft, trotz Krieg und schlechtem Wetter.

Abb. 9: Die Karlskapelle in Palenberg Anfang der 40er Jahre. Ihr Reno- vierungsbedarf wird mit diesem Bild mehr als offensichtlich. Stadtarchiv
Abb. 9: Die Karlskapelle in Palenberg Anfang der 40er Jahre. Ihr Reno-
vierungsbedarf wird mit diesem Bild mehr als offensichtlich. Stadtarchiv

1.10.: Volkszählung: 15.707 Einwohner in Übach-Palenberg, 758 Ausländer (davon 302 Niederländer, 204 Polen, 22 Slowaken, 57 Jugoslawen). 1.10.: In den Schulen in Übach-Palenberg wurde ein Flugblatt zur Bekämpfung der Sperlingsplage verteilt. Jugendliche durften aber nicht beim Sperlingsfangen und Entfernen der Nester beteiligt werden. 9.10.: An der Kreuzung Roermonder Str./Brünestraße wurde ein Radfahrer von einem LKW erfasst und getötet. Schuld war der Radfahrer.

Abb. 10: Die Landstraße in Boscheln an der Kreuzung Brünestraße. Polizeibild eines Verkehrsunfalles auf dem glatten Kopfsteinpflaster. Stadtarchiv
Abb. 10: Die Landstraße in Boscheln an der Kreuzung Brünestraße. Polizeibild
eines Verkehrsunfalles auf dem glatten Kopfsteinpflaster. Stadtarchiv

21.10.: 37. Ratssitzung der Gemeinde Übach-Palenberg im Sitzungssaal des neuen Rathauses: Peter Reinartz kommt für Hubert Carduck in den Gemeinderat, Nachtragshaushalt 1941: Gesamt jetzt 1.317.171,04 RM, außerordentlicher Haushalt jetzt 112.285,-- RM, Bürgersteuer 1942 = 600 %, Grundstücksangelegenheiten. Oktober: Vereinsmeister bei der Schachvereinigung Übach-Palenberg 1941 wurde Leo Schwarz. 31.10.: Aufführung des deutsch-italienischen Musikals "Bazanella" im Feiersaal Carolus-Magnus in Palenberg. Eine KDF-Veranstaltung.

November/Dezember 1941

1.11.: Befehl von Himmler an SS und Polizei: Kein Angehöriger von SS und Polizei darf mit fremdvölkischen Frauen "verkehren", insbesondere mit Polinnen ist jeglicher Umgang unter Strafe verboten. 6.11.: Betriebsvortrag der Gewerkschaft Carolus-Magnus im Feiersaal Carolus-Magnus: Volksbildungsvortrag von Herbert Volck. 9.11.: Schauspiel der Laienspielschar Palenberg mit dem Stück "Die Rabensteinerin von Wildenbruch" in der Feierhalle Carolus-Magnus. Das Stück wurde wegen des großen Erfolges zwei mal gespielt.
Abb. 11: Blick auf den Kirchberg in Übach im Jahre 1941. Stadtarchiv
Abb. 11: Blick auf den Kirchberg in Übach im Jahre 1941. Stadtarchiv

11.11.: Für die im Dezember 1941 stattfindenden Weihnachtsfeiern der NSDAP-Ortsgruppen erbat die NSDAP-Kreisleitung Programm und Ablauf. Themen wie "3. Kriegsweihnacht" wurden z.B. als geeignet angesehen. 12.11.: Die NSDAP-Kreisleitung fragte den von Pfarrern in Übach-Palenberg genutzten Wohnraum ab. Es wurden 9 Geistliche genannt (Scharrenbroich, Pinner, Kronen, Emonds, Paskert, Wassenberg, Schrader, Claßen und Fischenisch). 24.11.: Aufführung der Operette "Schön ist die Welt" von Franz Lehar im Feiersaal Carolus-Magnus in Palenberg. Eine KDF-Veranstaltung. 28.11.: Generalversammlung des Übacher Kirchenchores. Feststellung, dass Chorarbeit nur mit Mühen und Opfer möglich ist. 16.12.: Betriebsvortrag der Gewerkschaft Carolus-Magnus im Feiersaal Carolus-Magnus: Dichterlesung von Max Jungnickel. 19.12.: Die Ende 1941 im Felde liegenden Übach-Palenberger Soldaten (30 Übach, 35 Palenberg, 22 Boscheln, 20 Frelenberg, 15 Scherpenseel) erhielten von der Gemeinde jeweils 1,50 RM Weihnachtszuwendung. 20.12.: In den Ortsgruppen der NSDAP fanden Weihnachtsfeiern statt, Feiern "in der Parteifamilie". 27.12.: Aufführung des Schauspiels "Herzog und Henker" von Hermann Burte im Feiersaal Carolus-Magnus in Palenberg. Eine KDF-Veranstaltung. Dezember: Gegen Ende des Jahres 1941 wurde eine zentrale Großalarmanlage für den Luftschutz eingerichtet. Zentral gesteuerte Sirenen standen auf dem Rathaus, dem Gasthof Krichel in Boscheln, der Schule Marienberg, in Frelenberg, Gürzelweg 4 und auf dem früheren Rathaus Scherpenseel. 31.12.: Im Jahre 1941 hatte man die Hambückerstraße im Jahre 1941 erbreitert sowie die Rinnen- und Bordsteinanlage erneuert. 31.12.: Förderung auf der Zeche Carolus Magnus für dieses Jahr: 696.384 to. 31.12.: Der Kriegsbeitrag für die Gemeinde Übach-Palenberg belief sich im Jahre 1941 auf 164.117,40 RM. 31.12.: Im Jahre 1941 baute man zur Eindämmung des Hochwasser in Zweibrüggen einen offenen Wassergraben. Die Arbeiten hatten Kriegsgefangene ausgeführt. 31.12.: Ende des Jahres 1941 taten 10 Polizeibeamte Dienst in Übach-Palenberg. 31.12.: Aus Übach-Palenberg wurden bis 1941 insgesamt 28 Soldaten mit dem EK 1 ausgezeichnet. Ihnen sollte lt. Anordnung zum Dank das Buch von Adolf Hitler "Mein Kampf" geschenkt werden.


Folgende Personen, die im öffentlichen Leben standen, verstarben im Jahre 1941: 14.1.: Wilhelm Savoir (Bäcker, Wirt und Feuerwehrmann aus Übach, 82 Jahre). 31.1.: Theo Napierski (Gastwirt in Holthausen, 69 Jahre). 16.8.: Willi Pick (ehem. Chorleiter des Übacher Kirchenchores, gefallen in Russland).
 
Gedenken an die in Übach-Palenberg wohnenden jüdischen Mitbürger, die zu Tode kamen und/oder ermordet wurden bzw. die Menschen, die im Rahmen des Euthanasieprogramms ermordet wurden: 30.6.: Der jüdische Mitbürger Gustav Hirsch (von 1932 bis 1938 bei Carolus-Magnus), 1941 nach Riga deportiert, 38 Jahre), 13.8.: Josef Kreutzkamp (Boscheln, 19 Jahre, geistig behindert, ermordet in Hadamar), 15.8.: Katherine Böhmer (Palenberg, 41 Jahre, geistig behindert, ermordet in Hadamar).

Aus Übach-Palenberg kommende Opfer des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1941 (Gefallene Soldaten, in Kriegsgefangenschaft oder Lazaretten Verstorbene, Opfer von Sprengmitteln): 15.5.: Josef Beckers aus Boscheln (auf See (Unterseeboot), 20 Jahre), 15.5.: Aegidius Hubert Reuters aus Übach (Valjevo/Jugoslawien, 25 Jahre), 19.6.: Wilhelm Heinrich Reuters aus Übach (Swinemünde/Marinelazarett/Polen, 27 Jahre), 19.6.: Johannes Rühl aus Palenberg (Danzig/Reservelazarett II, 21 Jahre), 27.6.: Peter Jakob Ophoven aus Boscheln (Grodek-Ostroszycki/Weißrussland, 24 Jahre),26.6.1917 - 26./27.6.:), 1.7.: Peter Josef Fröschen aus Übach (Stanca/Russland, 29 Jahre), 2.7.: Paul Nikolaus Kasper aus Boscheln (Brest/Frankreich, 24 Jahre), 5.7.: Josef Cornelius aus Übach (Poguwicze/Russland, 34 Jahre), 17.7.: Franz Wiskens aus Frelenberg (Ossinkina/Russland, 30 Jahre), 31.7.: Franz Gielen aus Übach (Kostkowa/Russland, 25 Jahre), 3.8.: Erich Wilhelm Rapp aus Palenberg (Pretschistaja/Russland, 21 Jahre), 5.8.: Martin Josef Mingers aus Marienberg (Lessinki/Rossland, 24 Jahre), 6.8.: Matthias Josef Wilhelm Baumanns aus Übach (Krjehst/Rußland, 24 Jahre), 6.8.: Franz Langner aus Palenberg (Inju/Estland, 30 Jahre), 14.8.: Albert Wilhelm Deuse aus Palenberg (Marijnizi/Russland, 27 Jahre), 17.8.: Martin Josef Fliegen aus Siepenbusch (Mitina/Rußland, 22 Jahre), 19.8.: Ludwig Schenk aus Holthausen (Schelepy/Rußland, 21 Jahre), 23.8.: Jakob Reinhold Wagner aus Palenberg (Witunj/Rußland, 23 Jahre), 26.8.: Franz Joseph Wynands aus Stegh (Prystanja/Dnjepr/Rußland, 27 Jahre), 31.8.: Emil Hanke aus Boscheln (Ossnjaki/Ukraine, 20 Jahre), 6.9.: Franz Leymann aus Palenberg (Dorochowa/Rußland, 20 Jahre), 19.9.: Josef Reuters aus Übach (Windsheim/Kreis Affenheim, 21 Jahre), 21.9.: Erwin Erich Bunn aus Marienberg (Boschonka/Russland, 25 Jahre), 9.10.: Hubert Josef Reinartz aus Übach (Polusk/Rußland, 21 Jahre), 20.10.: Paul Josef Gamba aus Marienberg (Mga (Verbandsplatz)/Rußland, 22 Jahre), 20.10.: Josef Loogen aus Übach (Iwankowo/Russland, 24 Jahre), 22.10.: Friedrich Karl Herbert Bäcker aus Übach (RAD-Lager) (Potschimok/Russland, 19 Jahre), 22.10.: Franz Josef Georg aus Boscheln (Malikowa/Russland, 21 Jahre), 23.10.: Wassili Runuschkin aus dem Kriegsgefangenenlager Palenberg (Zechengelände Carolus Magnus, 20 Jahre), 23.10.: Wassili Koneakin aus dem Kriegsgefangenenlager Palenberg (Zechengelände Carolus Magnus, 21 Jahre), 26.10.: Wilhelm Heinrich Rose aus Palenberg (Nowokrowskaja/Russland, 19 Jahre), 27.10.: Friedrich Carl Sturmheit aus Palenberg (Malojaroslawa/Russland,28 Jahre), 28.10.: Martin Gombert aus Zweibrüggen (Krym/Russland, 22 Jahre), 15.11.: Ewald Johannes Kretzschmar aus Frelenberg (Krasnaja-Wischerka/Russland, 27 Jahre), 24.11.: Thomas Paszkowiak aus Palenberg (Ägypten/4. Feldlazarett, 24 Jahre), 2.12.: Friedrich Zaunbrecher aus Marienberg (Mariupol/Russland, 19 Jahre), 3.12.: Friedrich Gottlieb Höckendorf aus Palenberg (Kajaginowka/Russland, 20 Jahre), 3.12.: Walter Herbert Jacob aus Marienberg (Lenino/Russland, 19 Jahre), 4.12.: Franz Josef Mainz aus Marienberg (Bolschaja Wischera/Rußland, 23 Jahre), 16.12.: Karl Heinrich Oerter aus Palenberg (Bolj-Wischera/Russland, 27 Jahre), 19.12.: Wilhelm Gerhard Kouchen aus Marienberg (Feindflug nach Afrika, 24 Jahre), 24.12.: Franz Balduin aus Übach (Tschirkowo/Russland, 23 Jahre), 25.12.: Anton Kripner aus Boscheln (Nasarjewo/Russland, 24 Jahre), 26.12.: Johann Manderscheid aus Frelenberg (Köln-Nippes/Reservelazarett, 42 Jahre).

Gedenkbuch der auf der Zeche Carolus Magnus tätigen bzw. in Übach-Palenberg wohnhaften tödlich verunglückten Bergleute 1941: 5.2.: Bernhard Sonnack (Palenberg, 17 Jahre), 22.3.: Hubert Gillehsen (ohne Altersangabe und Wohnort), 8.10.: Walter Köbis (Marienberg, 39 Jahre).

Allgemeine Daten:

Einwohner am 1.10.1941: 15.707

Gemeinde- und Verwaltungsspitze: Bürgermeister: Wilhelm Carl
                                                  1. Beigeordneter: Johann Maassen
                                                  2. Beigeordneter: Wilhelm Küppers
                                                  Gemeindebaumeister: Friedrich Günther

Haushalt 1941: Ordentlicher Haushalt: 1.242.499 RM (Ansatz)
                    Außerordentlicher Haushalt: 55.638 RM (Ansatz)
                          Gesamtvolumen: 1.298.137 RM (Ansatz)