Jahresrückblick 1940

 

Das Jahresgeschehen in Übach-Palenberg in Stichworten...


Januar/Februar 1940
                           Das Jahr 1940 als PDF

1.1.: In Übach-Palenberg existierten 1940 449 Luftschutzgemeinschaften mit 4143 polizeilich heranzuziehenden Selbstschutzkräften. 17 öffentliche Gebäude oder Betriebe verfügten über einen "erweiterten Selbstschutz". 1.1.: 1940 wurde der Neupriester Josef Fischenisch zum Kaplan in Frelenberg bestellt. 1.1.: In diesen Monaten fanden bei Reiner Fröhlings, Urweg 11, Zusammenkünfte des NSB (Mussert-Abteilung) statt. 10 Mitglieder kamen jeweils dort hin. Unter anderem gab es eine Wehrabteilung und Exerzierübungen. 3.1.: Wegen der wachsenden Arbeit (u.a. Ausgabe von Bezugsscheinen) wurden Nebenstellen der Wirtschafts- und Ernährungsstelle des Rathauses in den Schulen Übach, Palenberg, Frelenberg und im Amtsgebäude Scherpenseel eingerichtet. Insgesamt dreizehn Ausgabestellen sorgten für die Ausgabe von Lebensmittelkarten. Januar: Anfang Januar beobachtete Polizei-Kommissar Lieck in Übach-Palenberg eine Schmalzverknappung, außerdem zu wenig Heringe, Käse und Hülsenfrüchte. Die Hausschlächter klagten über Gewürzknappheit. Auch Kartoffelverknappung, ebenso knappe Haushaltwaren. Starker Frost sorgte auch für vereinzelte Wasserlei-tungsbrüche. Die Bevölkerung ist ruhig und vertraute auf die Führung. 30.1.: Befehl von Himmler an SS und Polizei: Kein Angehöriger von SS und Polizei darf sich an die Ehefrau von einem im Felde oder bei Arbeitseinsatz befindlichen Soldaten "heranmachen". Derartiges gilt als Disziplinarvergehen. 30.1.: Im Jahre 1940 wurde die Bevölkerung in zahlreichen Kursen und Unterweisungen in Sachen "Luftschutz" geschult. Die Kirchen wurden gemäß den Vorschriften ausgestattet und Materialien für Hilfe angeschafft. 1.2.: Es wurde eine Kriminalpolizeidienststelle in Übach eingerichtet. In ihr war der Kriminalpolizist Lieck beschäftigt. Februar: Im Februar verbesserte sich die Versorgungssituation in Übach-Palenberg bei Kartoffeln und Frischgemüse. Tauwetter sorgte auch für Schäden in Wohnungen und Kellern. 15.2.: Die einquartierten Soldaten in Übach-Palenberg aus dem gesamten Reich fühlten sich bei den Familien sichtlich wohl. Wie lange würden sie noch bleiben? 15.2.: Im Rahmen eines Konzertes des ÜGV 1848 trat das erste Mal das Gemeindeorchester unter Leitung von Kapellmeister Jeßnitz an die Öffentlichkeit. 18.2.: "Tag der Polizei" mit Haussammlungen durch Polizeibeamte. Sammelergebnis: 1.819,69 RM, davon 1.731,19 RM durch den Verkauf von Anstecknadeln.

März/April 1940

März:
Im März wurde in Übach-Palenberg noch eine Bedarfssituation bei Kartoffeln, Frischgemüse, Fische, Fischerzeugnisse, Textilien und Schuhcreme beobachtet. Grund: Schlechte Transportmöglichkeiten. 15.3.: Reisepässe galten heute nur noch in Verbindung des Pass-Begleitscheines. Grenzübertritte zu den Niederlanden wurden damit erschwert.

Abb. 1: Gefallenenehrung am Frelenberger Ehrenmal im Frühjahr 1940, noch war die Anzahl der Gefallenen sehr gering. Foto: Privat
Abb. 1: Eine Gefallenenehrung am Frelenberger Ehrenmal im Frühjahr 1940.
Noch war die Anzahl der Kriegstoten sehr gering. Foto: Privat

18.3.: Ratssitzung der Gemeinde Übach-Palenberg im Sitzungssaal des neuen Rathauses: Jahresrechnung 1937 Entlastung, 2. Nachtrag für 1939: Gesamt: 1.227.761,65 RM, und 262.063,61 RM. Ausbauarbeiten für Horst-Wessel-Str. vergeben. März: Ende März war in Übach-Palenberg eine ausreichende Kartoffelversorgung gegeben. Knappheit bei Fleisch und Fleischwaren (außer Speck), Rauchwaren, Textilien. 31.3.: Zu diesem Zeitpunkt wurden 38 Gastwirtschaften in Übach-Palenberg festgestellt, d.h. eine "Kneipe" auf 427 Einwohner. 31.3.: Die Schülerzahlen in Übach-Palenberg: Volkschule Frelenberg: 321, Volksschule Palenberg: 595, Volksschule Scherpenseel: 292, Volksschule Übach: 469, Volksschule Boscheln: 748, Volksschule Marienberg: 240. Die konfessionelle Unterteilung der Schulen wurde aufgehoben. 31.3.: In Übach-Palenberg wurden an Reichsverbilligungsscheine für Speisefette zwischen April 1939 und März 1940 insgesamt 38.013 Scheine ausgegeben, 8.526 Bezugsscheine für Tafelmargarine und 24.416 sonstige Zusatzscheine.

Abb. 2: Zwei deutsche Soldaten, die in Frelenberg einquartiert waren. Sie wurden am 10. Mai 1940 in Richtung Holland befohlen. Foto: Privat
Abb. 2: Zwei deutsche Soldaten, die in Frelenberg einquartiert waren.
Sie wurden am 10. Mai 1940 in Richtung Holland befohlen. Foto: Privat

1.4.: Ausgangssperre für Juden zwischen 21.00 und 5.00 Uhr (1.4. - 30.9.), ab 1.10. bis 31.3. von 20.00 - 6.00 Uhr. 1.4.: Im Verwaltungsbericht wurde festgestellt, dass das gemeindliche Elektrizitätswerk insgesamt 328.574 kwh von der Braunkohlen AG Zukunft in Eschweiler bezogen hat. Das gemeindliche Wasserwerk bezog 200334 cbm Wasser vom Wasserwerk Aachen-Brand. April: Die Polizei Übach ermittelte bei ortsansässigen Bäckern wegen dem Rohmaterial für Gebäck. Die Herstellung von Cremekuchen und Feingebäck wurde wegen Mangel an Margarine und Eiern eingestellt. 17.4.: Der Küster Josef Plonka starb im Heizungskeller der kath. Kirche Palenberg an den Folgen von Herzversagen. 20.4.: Wegen des Führers Geburtstag (Adolf Hitler) fiel die Kommunion auf "Weißen Sonntag" aus. Ersatz am 1. Ostertag. 26.4.: Die Grube Carolus-Magnus wurde als Feindvermögen unter deutsche Verwaltung gestellt, Wilhelm Wittke zum Verwalter bestellt. 27.4.: Hochwasser auf dem Adolf-Hitler-Platz in Übach. April: Ende April herrschte in Übach-Palenberg Knappheit bei Fischkonserven, Schmalz, Kartoffeln und Textilien.

Abb. 3: Hochwasser auf dem Adolf-Hitler-Platz in Übach am Kaisersaal Mehlkop am 27. Aptil 1940. Foto: Stadtarchiv
Abb. 3: Hochwasser auf dem Adolf-Hitler-Platz in Übach am Kaisersaal
Mehlkop am 27. April 1940. Foto: Stadtarchiv

Mai/Juni 1950

1.5.:
Rückkehr des ev. Pfarrers Emanuel Paskert von der Wehrmacht. 1.5.: Abschied des kath. Kaplans Brandenburg in Boscheln. Einberufung zum Militär. Kaplan Schneider wurde dessen Nachfolger. 5.5.: Nervöse Stimmung in Übach-Palenberg. Große Truppenpräsenz (u.a. Einquartierung in der Übacher Schule) und die bange Frage, wann der Krieg nach Westen losgeht. 6.5.: 32. Ratssitzung der Gemeinde Übach-Palenberg im Sitzungssaal des neuen Rathauses: Haushalt 1940 von 1.055.232,60 RM und 10.500,-- RM.

Abb. 4: Letzte Vorbereitungen von deutschen Soldaten an der Frelen- berger Volksschule, bevor der Holland-Feldzug losging. Foto: Privat
Abb. 4: Letzte Vorbereitungen von deutschen Soldaten an der Frelen-
berger Volksschule, bevor der Holland-Feldzug losging. Foto: Privat

10.5.: Die Grenze nach Holland - in Übach-Palenberg an zwei Stellen - wurde von den deutschen Truppen überschritten, der Westfeldzug begann. Bis zum 16.5.1940 wurde die Grenze danach zu den Niederlanden für den Zivilverkehr gesperrt. 13.5.: Der Bürgermeister als Beauftragter des zivilen Luftschutzes gab bekannt, dass Ansammlungen von Kirchenbesuchern vor und nach dem Gottesdienst verboten sind. 13.5.: Der Landrat verfügte, dass zur Ausstellung eines Grenzausweises für Landwirte nicht nur die Tatsache genügt, dass deutsche Landwirte Land in Holland haben, sondern auch dort Arbeiten verrichten. 14.5.: Die Gestapo Aachen wies darauf hin, dass 10 % der kirchlichen Kollekte und Einnahmen als Kriegssteuer abzuführen sind. Sammlungen diesbezüglich in Kirchen sind besonders zu beobachten. 15.5.: Zwei Vinzentinerinnen aus Köln-Nippes, Sr. Frederike und Sr. Sapientia übernahmen den Kindergarten und die Krankenpflege in Boscheln. Kindergarten von "unter der Kirche" in die Robertstraße 54 umgezogen. Mai: Ende Mai gab es in Übach-Palenberg Knappheit bei Obst und Südfrüchten, Saatgut und Hühnerfutter sowie Textilien. 26.5.: Wegen des Krieges zogen keine Fronleichnamsprozessionen. Nur Messen mit Fronleichnamsgesängen in der kath. Kirchen. 28.5.: Die Gestapo Aachen wies auch darauf hin, dass bezugsscheinpflichtige Lebensmittel (z.B. Eier), die in oder durch Kirchen gesammelt wurden, zu beschlagnahmen sind. 30.5.: Große Teile der Bevölkerung, insbesondere die NSDAPler, waren euphorisch angesichts der Kapitulation von Holland und Belgien. Die direkten niederländischen Nachbarn bekamen das besonders zu spüren. 18.6.: Unter Leitung der Ortsbauernführer Carduck (Übach), Wynands (Boscheln), Plum (Frelenberg, Palenberg, Zweibrüggen) und Zaunbrecher (Scherpenseel, Windhausen, Siepenbusch) begann die diesjährige Kartoffelkäfersuchaktion. Beteiligt waren deren Vertrauensleute sowie Kinder aus den Volksschulen. Gesucht wurde dienstagsnachmittags in den Sommermonaten.

Abb. 5: Im Feld am Herbacher Wald war ein RAD-Lager eingerichtet. Wer seine Lieben zu Hause grüßen wollte, benutzte meist diese Postkarte. Stadtarchiv
Abb. 5: Im Feld am Herbacher Wald war ein RAD-Lager eingerichtet. Wer
seine Lieben zu Hause grüßen wollte, benutzte meist diese Postkarte.
Stadtarchiv

20.6.: Der Landrat gestattete, dass bis zur endgültigen Prüfung die an sich durch das Brieftaubengesetz verbotene Haltung von Brieftauben im Grenzgebiet noch gestattet ist. Der Brieftaubenzüchterverband war sehr beunruhigt und setzte sich dafür ein, dass dieses Verbot aufgehoben wird. 30.6.: NSDAP-Kreisleiter Konrad Volm und Landrat Czeh gaben Richtlinien für fremdvölkische Arbeiter heraus. Demnach wurden die Polen - trotz ihrer Arbeit hier - nach wie vor als Feind bezeichnet, ihnen wurden deutsche Kulturveranstaltungen untersagt, geschweige sich mit deutschen Frauen einzulassen. 30.6.: Im Laufe des Jahres wanderten 52 Familien aus Übach-Palenberg, die aus dem Saargebiet stammten und sich hier angesiedelt hatten, mit staatlicher Hilfe wieder zurück ins Saargebiet. 30.6.: Die Schülerzahlen in Übach-Palenberg zur Jahresmitte: Volksschule Übach: 448, Volksschule Boscheln: 720, Volksschule Palenberg: 595, Volksschule Frelenberg: 335, Volksschule Marienberg: 251, Volksschule Scherpenseel: 274, Gesamtzahl: 2623.

Juli/August 1940

11.7.: Bürgermeister Carl beauftragte die Polizei festzustellen, warum einige Personen des Kartoffelkäfersuchdienstes den Dienstagssuchterminen ferngeblieben sind. 20.7.: Zwischen der örtlichen Polizei und der SA (Inspektor Braun und Josef Mertens als Vertreter) wurde eine Unterstützungsvereinbarung für Polizeiaufgaben geschlossen. Das betraf u.a. den SA-Trupps II unter Leitung von Valentin Gybas aus Boscheln und den SA-Trupp 24/28 (Trupp III) unter Leitung von Rottenführer Otto Schulz aus Marienberg.

Abb. 6: 1939 war das Freibad in Übach eröffnet. Hier eine Postkarte dieses für damalige Verhältnisse modernen Bades aus dem Jahre 1940. Stadtarchiv
Abb. 6: 1939 war das Freibad in Übach eröffnet. Hier eine Postkarte dieses
für damalige Verhältnisse modernen Bades aus dem Jahre 1940. Stadtarchiv

23.7.: Bischof Josef Sträter firmte 269 Firmlinge in Boscheln. (2. Besuch innerhalb von 5 Tagen). Weitere Firmungen auch in den übrigen Pfarren an anderen Tagen. 26.7.: Die Gewerkschaft Carolus-Magnus forderte alle Inhaber von Gärten und Deputatland auf, ihr Land nach Kartoffelkäfern abzusuchen und ggf. polizeilich zu melden. 4.8.: Versammlung des Nationalsozialistischen Bundes der Niederländer (NSB) im Lokal Dreschers. Redner war der Hauptpropagandaleiter van de Veen aus Neuß, der u.a. für die Mussert-Bewegung warb.

Abb. 7: Bevor es in den Krieg ging, wurde meist noch ein Familienbild gemacht. Hier die Familie Lowis aus Zweibrüggen mit ihren beiden Söhnen. Foto: Privat
Abb. 7: Bevor es in den Krieg ging, wurde meist noch ein Familienbild gemacht.
Hier die Familie Lowis aus Zweibrüggen mit ihren beiden Söhnen. Foto: Privat

September/Oktober 1940

7.9.:
Es wurde bekanntgemacht, dass die gebietlichen Neuordnungen nach dem Umlegeverfahren Scherpenseel ins Kataster übernommen werden. 13.9.: Sondersuchtag des Kartoffelkäfersuchdienstes in Übach-Palenberg unter Leitung von über 40 Vertrauensleuten und Schulkindern. 10.10.: Volkszählung: 15.352 Einwohner in Übach-Palenberg, 2.692 Wohngebäude und 3.941 Haushaltungen, 815 Ausländer (davon 272 Niederländer, 304 Polen, 42 Slowaken, 63 Jugoslawen).

Abb. 8: Einer von vielen Westwall-Bunkern in Übach-Palenberg. Dieser lag östlich von Frelenberg und wurde von dieser Besatzung im Jahre 1940 bewacht. Poto: Privat
Abb. 8: Einer von vielen Westwall-Bunkern in Übach-Palenberg. Dieser lag
östlich von Frelenberg und wurde von dieser Besatzung im Jahre
1940 bewacht. Foto: Privat

14.10.: Zurzeit arbeiteten 421 Fremdarbeiter auf der Zeche Carolus Magnus. 17.10.: 33. Ratssitzung der Gemeinde Übach-Palenberg im Sitzungssaal des neuen Rathauses: Bürgersteuer 1941 = 600 %, Nachtragshaushalt 1940: Gesamt: 1.210.389,22 RM, und 55.638,64 RM, Polizeibeamter ab 1.11.: durch Zivilanwärter Johann Knauber besetzt. 21.10.: Tödlicher Verkehrsunfall in der Talstraße, bei dem ein Radfahrer von einem PKW angefahren wurde. 25.10.: Bürgermeister Carl verbot die Treffen des NSB (niederländische Nationalsozialisten) in Frelenberg, Urweg 11, weil dafür eine staatspolizeiliche Genehmigung erforderlich ist. 27.10.: Fest zu Ehren des Pfarrpatrons St. Dionysius in der Übacher Kirche, jedoch ohne Hochamt. Oktober: Vereinsmeister bei der Schachvereinigung Übach-Palenberg 1940 wurde Ludwig Pilot.

Abb. 9: Postkarte des neuen Bahnhofes in Palenberg aus dem Jahre 1940. Ein wichtiger Verkehrsumschlagplatz in diesen Jahren. Stadtarchiv
Abb. 9: Postkarte des neuen Bahnhofes in Palenberg aus dem Jahre 1940.
Ein wichtiger Verkehrsumschlagplatz in diesen Jahren. Stadtarchiv

November/Dezember 1940

16.11.:
Per Verordnung des Landrats wurde eine generelle Preisauszeichnungspflicht in den Geschäften erlassen. 20.11.: Auf der Zeche arbeiteten zurzeit in Lille geworbene Franzosen, die sich hier frei bewegen durften. Ebenso waren holländische Zivilarbeiter beschäftigt, die jedoch zwangsweise auf Carolus Magnus arbeiteten. Entsprechend unterschiedlich war die Arbeitsbereitschaft, d.h. die Niederländer, die täglich mit dem Bus zur Zeche kamen, fehlten häufiger durch Krankheit etc. 23.11.: Die Kreisleitung der NSDAP rief zu einer Bücherspende für die Wehrmachtsangehörigen an den Fronten auf. 30.11.: Von Januar bis November 1940 wurden von der örtlichen Polizei 1.250 einfache Verwarnungen, 1.403 gebührenpflichtige Verwarnungen, 13 Anzeigen wegen Verkehrsübertretungen, 44 Anzeigen wegen Vergehen, 1 Anzeige wegen Verbrechen, 65 Anzeigen wegen Preisübertretungen erteilt und 44 Festnahmen vollzogen. 13.12.: 34. Ratssitzung der Gemeinde Übach-Palenberg im Sitzungssaal des neuen Rathauses: Ausdehnung der Müllabfuhr auf Palenberg, Marienberg, Zweibrüggen, Frelenberg, Windhausen und Siepenbusch ab 1.1.1941, Anschaffung eines neuen Spezialkraftwagens für die Müllabfuhr, Müllsortierungsanlage für 6.500 RM, neue Feuerwehrfahrzeuge, Anschaffung von Luftschutzsirenen für Boscheln Palenberg, Frelenberg und Scherpenseel. Grundstücksangelegenheiten. 13.12.: Die Müllabfuhr im Ortsteil Boscheln übernahm Johann Kohnen aus Boscheln. 26.12.: Die Palenberger Brieftaubenzüchter wandten sich an den NSDAP-Kreisleiter Volm, damit dieser sich für die Aufhebung des Verbots der Brieftaubenhaltung (6 km-Grenzstreifen)  und Wettflüge einsetze. Von diesem Verbot seien 140 aktive Mitglieder und 2.680 Tauben betroffen. Eine Spionagegefahr sei durch grenzüberschreitende Arbeitskräfte viel größer als durch vereinzelte Tauben. 31.12.: Förderung auf der Zeche Carolus Magnus für dieses Jahr: 788.065 to. 31.12.: Der Kriegsbeitrag für die Gemeinde Übach-Palenberg belief sich im Jahre 1940 auf 140.095,16 RM. 31.12.: Die Friedhöfe in Übach-Palenberg hatten folgende Größe: Friedhof an der Übacher Kirche = 0,3783 ha, Übach Brünestraße = 1.6864 ha, Palenberg = 1,2711 ha, Scherpenseel = 0,5000 ha, Frelenberg = 0,2500 ha. 31.12.: Im Jahre 1940 hatte die Gemeinde Übach-Palenberg 1.212.621,95 RM Einnahmen und 1.093.035,98 RM Ausgaben, Kassenbestand: 119.585,97 RM. Das Finanz-, Verwaltungs- und Betriebsvermögen betrug: 2.48.318,18 RM, Schulden: 733.908,64 RM, Pro-Kopf-Verschuldung: 35,44 RM. 31.12.: Tierbestand am Jahresende in Übach-Palenberg: 281 Pferde und 1.166 Rinder.


Folgende Personen, die im öffentlichen Leben standen, verstarben im Jahre 1940:
keine bekannt  
   
Gedenken an die in Übach-Palenberg wohnenden jüdischen Mitbürger, die zu Tode kamen: 1.5.: Baruch Dellmann (jüdischer Einwohner von Übach, 47 Jahre, im KZ Sachsenhausen zu Tode gekommen).   
   
Aus Übach-Palenberg kommende Opfer des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1940 (Gefallene Soldaten, in Kriegsgefangenschaft oder Lazaretten Verstorbene, Opfer von Sprengmitteln): 23.5.: Hans Ferdinand Merten aus Palenberg (Ligany/Frankreich, 21 Jahre), 9.6.: Ewald Alfred-Otto Chilian aus Boscheln (Arras/Hauptverbandsplatz/Frankreich, 30 Jahre), 9.6.: Wilhelm Rosenkranz aus Palenberg (Vandy an der Aisne/Frankreich, 25 Jahre), 14.6.: Ägidius Hubert Reinartz aus Übach (Ante/Frankreich, 22 Jahre), 15.8.: Alexander Hubert Ritzerfeld aus Marienberg (Bernkastel-Kues/Reservelazarett, 24 Jahre), 30.9.: Friedrich Hugo Rohländer aus Frelenberg (Stade, 20 Jahre).

Gedenkbuch der auf der Zeche Carolus Magnus tätigen bzw. in Übach-Palenberg wohnhaften tödlich verunglückten Bergleute 1940: 1.9.: Alwin-Richard Bernick (Palenberg, 49 Jahre), 13.9.: Stanislaus Jastrzewski (Übach, Ledigenheim 38 Jahre), 13.9.: Stephan Kopinski (Übach, Ledigenheim, 41 Jahre), 30.12.: Eduard Otto Schulz (Marienberg, 47 Jahre).      

Allgemeine Daten:

Einwohner am 1.10.1940: 15.352

Gemeinde- und Verwaltungsspitze: Bürgermeister: Wilhelm Carl
                                                  1. Beigeordneter: Johann Maassen
                                                  2. Beigeordneter: Wilhelm Küppers
                                                  Gemeindebaumeister: Friedrich Günther

Haushalt 1940: Ordentlicher Haushalt: 1.093.035 RM
                    Außerordentlicher Haushalt: 157.035 RM
                          Gesamtvolumen: 1.272.323 RM