Jahresrückblick 1938

 

Das Jahresgeschehen in Übach-Palenberg in Stichworten...


Januar/Februar 1938                  Das Jahr 1938 als PDF

1.1.: Im Jahre 1938 wurde die Carolus-Magnus-Apotheke in Übach von Dr. Friedrich Achterfeld gegründet. 5.1.: Die Grenzgemeinden wurden angewiesen, im Januar erhöhte Aufmerksamkeit dem Fremdenverkehr zu widmen (Meldezettel, Überwachung ausländischer Fahrzeuge). Etwaige jugoslawische Wanderhändler mussten sich täglich zwei mal bei der Polizei melden und ihnen waren die Pässe zu entziehen. Diese Maßnahmen wurden am 26.1.38 wieder aufgehoben. 9.1.: Generalversammlung der St. Rochus-Schützen in Boscheln unter Vereinsführer Hubert Altdorf. Januar: Die Maul- und Klauenseuche grassierte in Übach-Palenberg. Am 3.1.38 wurden zehn gestorbene Tiere gemeldet und 31 als verseucht geltende Höfe. 10.1.: Die Frelenberger Schule erhielt ein Filmgerät und konnte in Zukunft auch unter den 200 Filmen der Kreisbildstelle auswählen. 16.1.: Antoniuskirmes der Übacher Schützen. 17.1.: Hochwasser in Scherpenseel aufgrund eines Unwetters. Januar: Die Anzahl der mit Maul- und Klauenseuche befallenen Höfe in Übach-Palenberg sanken im Laufe des Januar 1938 auf 12.

Abb. 1: Baustelle der neuen Volksschule in Marienberg, noch auf freiem Gelände, später an der nach ihr benannten Schulstraße. Foto: Stadt
Abb. 1: Baustelle der neuen Volksschule in Marienberg, noch auf freiem
Gelände, später an der nach ihr benannten Schulstraße. Foto: Stadt

1.2.:
Ratssitzung der Gemeinde Übach-Palenberg im Hotel Dreschers: Neue Turnhalle in Boscheln soll in Verbindung mit dem Sportplatz errichtet werden; Stellenplan erläutert; Beratung Grundsteuer-Umlage für 1938; die Gemeinde will Einspruch gegen das Recht der Wassergenossenschaft Streiffeld, Abwässer in den Übach zu leiten, einlegen. Anlage einer Verladestelle für die Kreis- und Ortsbauernschaft am Ende des CM-Gleises beraten; Geldwerter Vorteil der Dienstwohnung von Bürgermeister Carl besprochen. 6.2.: Weihe der Fahne des Müttervereins Boscheln im Beisein von Rektor Havenith und des Ex-Rektor Nailis. 28.2.: Bürgermeister Carl ermahnte die Mitarbeiter Braun, Günther, Backhaus, Ruchartz, Reuters, Engelen, Lüttgers, Engels, Dammers und Esser jr. ihren Dienst in der Geschäftsstelle der NSDAP ernster zu nehmen und dort zu erscheinen, wenn sie dort Dienst haben.

März/April 1938

1.3.:
Zwei Schulsäle der Frelenberger Schule erhielten im neuen Anbau Verdunkelungseinrichtungen. 20.3.: Gründungsversammlung des Bundes heimattreuer Schlesier, Bundesgruppe Palenberg im Hotel Ernst. Vereinsführer wurde Karl Kirschner in Frelenberg.

Abb. 2: Wahlkundgebungen, die für die Reichstagswahl am 10. April 1938 im Westdeutschen Beobachter veröffentlicht wurden. Auch in Palenberg fand eine statt. Stadtarchiv
Abb. 2: Wahlkundgebungen, die für die Reichstagswahl am 10. April 1938
im Westdeutschen Beobachter veröffentlicht wurden. Auch in
Palenberg fand eine statt. Stadtarchiv

24.3.: Ratssitzung der Gemeinde Übach-Palenberg im Hotel Mehlkop: Nachtragshaushalt 1937: 40.000 RM für Rathausneubau, Grundstücksangelegenheiten, POM Gehlen ab 1.7.38 im Ruhestand. NSDAP-OGL Cremer wendet sich gegen den Namen Übach II für Boscheln. Bürgermeister Carl meint, dass das eine Verfügung der Regierung ist.Zurzeit 6 Zustellpostanstalten für Übach-Palenberg, Initiative, dass ein Hauptpostamt kommt. Wappen von Übach-Palenberg ist durch Oberpräsidenten der Rheinprovinz vom 2.12.1937 genehmigt. Haaken und Windmüller beschweren sich, dass die Müllabfuhr in Boscheln immer noch schwierig sei. Kohnen brauche nicht so kleinlich sein. Beratungen über ein Schwimmbad, Bürgermeister Carl meint, es stünden 35.000 RM zur Verfügung. OG-Leiter Cremer wies auf die Volksabstimmung und Reichstagswahl vom 10.4.38 hin. Er wünschte Erfolg. 27.3.: Einweihung der Multiplex-Orgel in der Pfarrkirche St. Theresia Palenberg. 31.3.: Betriebskundgebung der Gewerkschaft Carolus Magnus im Lichtspielhaus in Palenberg, Redner war der Pg. Kölker aus Köln. 10.4.: Wahlen zum Großdeutschen Reichstag auch in Übach-Palenberg. Die Wahl stand unter dem Eindruck des Anschlusses von Österreich an Deutschland. In Übach-Palenberg "stimmten" 99,9 % für den Führer Adolf Hitler. Stimmberechtigt: 8.971, abgegebene Stimmen: 8.967, ungültig: 2, Ja-Stimmen: 8.934, Nein-Stimmen: 31. 

Abb. 3: Die Baustelle des neuen Rathauses auf dem Adolf-Hitler-Platz. Foto: Stadt
Abb. 3: Die Baustelle des neuen Rathauses auf dem Adolf-Hitler-Platz.
Foto: Stadt
Mai/Juni 1938

1.5.:
Jubilarfeier der Zeche Carolus Magnus im Hotel Ernst. 38 Jubilare der Beginnjahre 1911-13 wurden geehrt. Mai: Die Arbeitsmänner des RAD errichteten entlang der Wurm einen 5 Meter breiten Stacheldrahtzaun. 16.5.: Der Schützenverein "Marienthal" hat sich wieder aufgelöst. Die Vereinsfahne bekam der Schützenverein Scherpenseel. 20.5.: Ratssitzung der Gemeinde Übach-Palenberg im Hotel Burghof: Haushaltsplan 1938: Außerordentlicher Haushalt: 841.639,34 RM, außerordentlicher Haushalt: 36.000 RM, Einbürgerungsantrag besprochen, Niederschlagung von Gemeindesteuern, Kauf von Grundstück Nähe der Marienberger Schule für 10 bis 12 Siedlerstellen. 4.6.: Ermahnung von Pfarrer Emanuel Paskert durch die Gestapo in Übach, mit seinen staatspolitischen Äußerungen zurückhaltender zu sein. 16.6.: Königsvogelschuss in Frelenberg der St.-Dionysius-Bruderschaft. König wurde Josef Haselier. 24. - 30.6.: Zehn Polizeibeamte führten eine Verkehrsunfallverhütungsaktion durch, u.a. durch Verteilung der Aufklärungsblätter "Die 10 Pflichten".
Abb. 4: Nach Beschlagnahme der AWO-Baracke auf dem Boschelner Hautpplatz entstand hier eine kleine evangelische Kirche. Hier eine Ansicht aus dem Jahre 1938. Foto: Schleibach
Abb. 4: Nach Beschlagnahme der AWO-Baracke auf dem Boschelner
Hauptplatz entstand hier eine kleine evangelische Kirche.
Hier eine Ansicht aus dem Jahre 1938. Foto: Schleibach

Juni: Seit März kam es zur Bildung von RAD-Lagern in Übach und Frelenberg. Zuerst wurden auf den Sportplätzen in Geilenkirchen und Übach Holzhäuser gebaut, bis zum Sommer wurden Baracken für RAD-ler in Frelenberg Nähe Kuhgang und in Übach Nähe Herbacher Feld aufgestellt. Die Arbeitsmänner wurden vor allem beim Westwallbau eingesetzt. 30.6.: Die Schülerzahlen in Übach-Palenberg zur Jahresmitte: kath. Volksschule Übach: 441, kath. Volksschule Boscheln: 594, ev. Volksschule Übach (incl. Boschelner): 259, kath. Volksschule Palenberg. 510, ev. Volksschule Palenberg: 315, kath. Volksschule Frelenberg: 297, ev. Volksschule Frelenberg: 71, kath. Volksschule Scherpenseel: 431, Gesamtzahl: 2.918. Juni: Im Jahre 1938 wurde die seit 1911 in Übach bestehende KAB und ihr Presseorgan (Ketteler Wacht) verboten. 30.6.: Der Gartenbaubetrieb Josef Reuters in Übach konnte im Jahre 1938 auf ein 50-jähriges Bestehen zurückblicken.
Abb. 5: Das Wurmtal zwischen Palenberg und Marienberg im Jahre 1938. Foto: Kreis
Abb. 5: Das Wurmtal zwischen Palenberg und Marienberg im Jahre 1938.
Foto: Kreis
Juli/August 1938

1.7.: Für drei Wochen wurden in Frelenberg, Palenberg und Übach motorisierte Pioniere aus Pirna in Sachsen hier einquartiert. Sie bauten in drei Wochen im Wurmtal Maschinengewehrunterstände. 1.7.: Polizeimeister Franz Gehlen in den Ruhestand versetzt. Juli: Schützenkirmes in Windhausen. Schützenkönig wurde Josef Franken. 4.7.: Schwerer Verkehrsunfall mit 2 Todesopfern an der Einmündung Mittelstraße/Roermonder Straße. Beteiligt waren ein LKW und ein Motorrad. 9./10.7.: Jubiläumsveranstaltungen zum 90-jährigen Bestehen des ÜGV 1848, mit Festakt im Saale Oenning, Festzug und Standkonzert. Zahlreiche Gastvereine, großes Treiben auf der Festwiese. Festschrift mit Beiträgen zur Heimatgeschichte von Rektor Kuhl und Peter Esser.

Abb. 6: Gaufest des Bayernvereins Boscheln. die Zeichen der Zeit sind hier unübersehbar. Foto: Bayernverein
Abb. 6: Gaufest des Bayernvereins Boscheln. Die Zeichen der Zeit sind
hier unübersehbar. Foto: Bayernverein

10.7.:
Gaufest des Gebirgstrachtenerhaltungsvereins Edelweiß mit Festzug und Beteiligung der Boschelner Ortsvereine, HJ und NSDAP. 31.7.: Das Schuhhaus Cremer am Adolf-Hitler-Platz feierte im Jahre 1938 sein 100-jähriges Bestehen. August: Im August wurden tausende von Pflichtarbeiter an der Westgrenze zusammengezogen (auch in den RAD-Lagern von Übach und Frelenberg), um Betonbunker entlang der Westgrenze zu bauen, d.h. auch in Übach-Palenberg. August: Wegen des großen Ernteüberschusses an Getreide wurden die Gemeinden aufgefordert, Lagerkapazitäten zur Verfügung zu stellen. Für Übach-Palenberg waren dies ein Saal bei der Gewerkschaft Carolus-Magnus und ein Lagerraum des früheren Getreidehändlers Theodor Lehnen in Übach. 21.8.: Das Hotel Heinrichs in Übach warb mit sonntäglichem Tanz und Konzert, u.a. auf der Sommerterrasse. 27.8.: Adolf Hitler fuhr an diesem Tag mit der Bahn durch Übach-Palenberg. Er soll in Palenberg ausgestiegen sein, von dort zur Zeche Emil-Mayrisch. Dieses Ereignis wurde nur durch Zeugenaussagen bestätigt. 27. - 29.8.: Stiftungsfest der St. Rochus-Schützen Boscheln auf der Festwiese mit Kirmes, Festzug, Zapfenstreich der Übacher Hitlerjugend und Musik der Herbacher Musikkapelle. Beim Königsvogelschuss siegte Wilhelm Savelsberg.

Abb. 7: Skizze des Hambücker-Denkmals an der Brünestraße in Boscheln. Hier gedachte man (eher zu propagandistischen Zwecken) dem 1932 ermordeten SA-Mann aus Merkstein. Stadtarchiv
Abb. 7: Skizze des Hambücker-Denkmals an der Brünestraße in Boscheln.
Hier gedachte man (eher zu propagandistischen Zwecken) dem 1932
ermordeten SA-Mann aus Merkstein. Stadtarchiv

September/Oktober 1938

September: 28 politische Leiter nehmen aus Übach-Palenberg am Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg teil, an der Spitze Kreisleiter Konrad Volm. 1.9.: NSDAP-Ortsgruppe Frelenberg wurde jetzt selbständig, d.h. nicht mehr zusammen mit Palenberg. Ortsgruppenleiter wurde der bisherige Zellenleiter Bläsius. 2.9.: Gute Getreideernte im Sommer 1938, Obsternte durch Frost sehr schlecht. Der Milchpreis wurde als zu niedrig bezeichnet. 6.9.: Im Rahmen der Schutzmaßnahmen des ungarischen Reichsverwesers Nikolaus von Horthy gab die Gemeinde 2 Listen von terrorverdächtigen ungarischen Staatsangehörigen an den Landrat weiter. 10.9.: 120 Pilger/innen zogen von Boscheln nach Aldenhoven. September: Einweihung des neuen Rathauses in Übach, Adolf-Hitler-Platz. Die junge Großgemeinde hatte jetzt endlich den Platz, der für eine vernünftige Verwaltung notwendig war.

Abb. 8: Einweihung des neugebauten Rathauses auf dem Adolf-Hitler-Platz im September 1938. Foto: Stadt
Abb. 8: Einweihung des neugebauten Rathauses auf dem Adolf-Hitler-Platz
im September 1938. Foto: Stadt

25.9.: Königshuldigung von Wilhelm Savelsberg bei den St. Rochus-Schützen Boscheln im Saale Jansen. 27.9.: In Übach-Palenberg arbeiteten 461 Ausländer, u.a. 162 Niederländer und 97 Tschechoslowaken. 7. - 16.10.: Die im Neuen Kurhaus in Aachen stattgefundene Ausstellung "Schaffendes Grenzland", u.a. mit einem Ausstellungsraum aus dem Kreis GK/HS, wurde auch von Gruppen aus Übach-Palenberg besucht (Schulen, HJ und Partei). 13.10.: Ratssitzung der Gemeinde Übach-Palenberg im Sitzungssaal des neuen Rathauses: Jahresrechnung des Haushaltes 1937: Ordentlicher Haushalt Einnahme: 924.409,04 RM, ausgaben: 898.515,06 RM, außerordentlicher Haushalt: Einnahmen und Ausgaben 384.969,30 RM, Wasserwerk: 36.322,64 RM zu 34.103,11 RM (Ein-nahmen und Ausgaben), Elektrizität: 62.574,75 RM zu 55.223,34 RM (Einnahmen zu Ausgaben). Schuldendienst: 82.707,05 RM. Bürgersteuer 1939 = 650 %, Baukostenabrechnung Rathaus: Grunderwerb: 23.084,26 RM, Baukosten 199.744.55 RM, Inneneinrichtung 17.795,96 RM, Nebenkosten 2004,96 RM, Gesamtsumme: 242.629,70 RM. Bürgermeister Carl informierte über eine Rücklage von 64.000 RM, die für ein Schwimmbad (Freibad) verwendet werden könnte, Grundstück am Gut Weyenberg, Besitzer Oberstleutnant Leyers (Besitzer des Gutes). Erwerb Grundstück für Schulerweiterungsbau in Scherpenseel von Wilhelm Gottschalk; altes Rathaus am Markt bekommt die NSDAP mit ihren Gliederungen sowie die Sanitätskolonne und die Feuerwehr; das Reich soll 55.000 RM für Straßenschäden im Grenzgebiet zahlen (zu starker Verkehr im Grenzgebiet), Teilkanalisation in der Dammstraße soll für 7.000 RM durchgeführt werden, Gemeinderat Bläsius will prüfen lassen, ob das alte Schulgebäude in Frelenberg für die Gliederungen der dortigen NSDAP zur Verfügung gestellt werden könnten, Bürgermeister Carl wies darauf hin, dass der Bau der Straße Marienberg nach Scherpenseel bald durchgeführt würde. Schule in Marienberg soll am 1.4.38 fertig sein.

Abb. 9: Zahlreiche Hitlerjugend-Gruppen (HJ) unterhielten auch einen Spielmannszug. Hier der Übacher HJ-Zug im Jahre 1938 unter Kapellmeister Knauf. Foto: Privat
Abb. 9: Zahlreiche Hitlerjugend-Gruppen (HJ) unterhielten auch einen
Spielmannszug. Hier der Übacher HJ-Zug im Jahre 1938 unter
Kapellmeister Knauf. Foto: Privat

Oktober: Dem momentan geltenden Verbot zuwiderhandelnd, Brotgetreide für Futterzwecke zu malen, bekam die Frelenberger Mühle polizeiliche Schwierigkeiten. 23.10.: Der Kaisersaal Mehlkop auf dem Adolf-Hitler-Platz veranstaltete jeden Sonntag Konzert und Tanz zur Abwechslung. 23.10.: Dekanats-Cäcilienfest im Theresiensaal des Pfarrrektorats Palenberg. 28.10.: Nach vorheriger Beschlagnahmung des Schuhgeschäftes Spinner (Ecke Kirchplatz/Rimburger Str./Kirchberg) wurde die jüdische Familie Spinner (genannt Rottenburg) nach Polen ausgewiesen. Oktober: Vereinsmeister bei der Schachvereinigung Übach-Palenberg 1938 wurde wieder Karl Winohr.
Abb. 10: Das (Noch)Schuhhaus Spinner, Ecke Kirchplatz/Rimburger Straße. Dieses jüdische Geschäft wurde 1938 konfisziert und die Besitzer nach Polen ausgewiesen. Foto: Stadt
Abb. 10: Das (Noch)Schuhhaus Spinner, Ecke Kirchplatz/Rimburger Straße.
Dieses jüdische Geschäft wurde 1938 konfisziert und die Besitzer
nach Polen ausgewiesen. Foto: Stadt

November/Dezember 1938

9.11.: In Übach-Palenberg gab es in der sogenannten "Reichsprogromnacht" keine Ausschreitungen, weil es kaum jüdische Mitbürger gab. Viele hörten aber von dem Synagogenbrand in Geilenkirchen bzw. konnten sich selber ein Bild von den Zerstörungen machen, wenn sie an diesem Tag dort waren. 11.11.: Ratssitzung der Gemeinde Übach-Palenberg im Sitzungssaal des neuen Rathauses: Johann Havertz wird neuer Schulwart an der Volksschule Übach, Vorentwurf für Erweiterungsbau Schule Scherpenseel, Darlehnsangelegenheiten.

Abb. 11: Luftbild der Siedlung Boscheln aus dem Jahre 1938. Ganz oben die ''frisch'' entstandene GEHAG-Siedlung. Foto: Stadt
Abb. 11: Luftbild der Siedlung Boscheln aus dem Jahre 1938. Ganz oben die
''frisch'' entstandene GEHAG-Siedlung. Foto: Stadt

Abb.: 12: Öffentliche Belobigung des Palenbergers Franz Diebold, der auf der Grube Carolus Magnus ein Menschenleben rettete. Stadtarchiv
Abb.: 12: Öffentliche Belobigung des Palenbergers Franz Diebold, der auf
der Grube Carolus Magnus ein Menschenleben rettete. Stadtarchiv

16.11.: Pfarr-Cäcilienfest des Übacher Kirchenchores und anschließender Generalversammlung. November: Bürgermeister Carl wies den Landrat Czeh darauf hin, dass die Butterversorgung in Übach-Palenberg nur zur Hälfte gedeckt ist. Dem Kontingent von 4.595 Pfd. müssten noch 5.198 Pfd. hinzugefügt werden, wenn 420 Gramm pro Kopf der Bevölkerung erreicht werden sollen. 30.11.: Der Bürgermeister teilte dem Landrat mit, dass für Übach-Palenberg keine "Technische Nothilfe" gegründet werden müsse. Die Grube Carolus-Magnus verfüge im Notfall über genügend Möglichkeiten. Dezember: Baubeginn des neuen Freibades in Übach. 3.12.: Eröffnung der ersten Bergmannsfrauenschule im Kreis GK-HS in Palenberg (Hauswirtschaft, Ernährung). 4.12.: Ergänzungswahl der Reichstagswahl für die Sudetendeutschen im Jugendheim Geilenkirchen. Wahlvorsteher aus Übach-Palenberg war Emil Herzichny, wahlberechtigt waren 56 in Übach-Palenberg wohnende Sudetendeutsche. 7.12.: Betriebs-Appell der Gew. Carolus-Magnus mit Parteigenosse Engelbrecht als Festredner. Öffentliche Belobigung von Franz Diebold wegen zwei Lebensrettungen.

Abb. 13: Krippenspiel der Kinder des kath. Kindergartens in Boscheln im Dezember 1938. Foto: Privat
Abb. 13: Krippenspiel der Kinder des kath. Kindergartens in Boscheln im
Dezember 1938. Foto: Privat

31.12.: Im Jahre 1938 hatte die Gemeinde Übach-Palenberg 1.143.186,94 RM Einnahmen und 1.074.896,83 RM Ausgaben, Kassenbestand: 68.290,11 RM. Das Finanz-, Verwaltungs- und Betriebsvermögen betrug: 2.339.185,44 RM, Schulden (31.3.1940): 776.591,15 RM, Pro-Kopf-Verschuldung: 38,11 RM. 31.12.: Im Laufe des Jahres 1938 hatten sich aufgelöst: Brieftaubenzuchtverein "Treu zur Heimat" Marienberg, Kirchenchor Marienberg, Bienenzuchtverein Scherpenseel-Windhausen, kath. Jungfrauenverein Marienberg, St.-Josefs-Verein Marienberg. 31.12.: Förderung auf der Zeche Carolus-Magnus für dieses Jahr: 917.094 to.

   
Folgende Personen, die im öffentlichen Leben standen, verstarben im Jahre 1938: keine bekannt      
   
Gedenkbuch der auf der Zeche Carolus Magnus tätigen bzw. in Übach-Palenberg wohnhaften tödlich verunglückten Bergleute 1938: 10.2.: Karl Lerner (Frelenberg, 19 Jahre), 13.6.: Adolf Kozießa (Frelenberg, 41 Jahre), 24.7.: Anton Baumann (Übach, 17 Jahre), 8.8.: Adolf Graf (Palenberg, 41 Jahre), 22.9.: Wilhelm Vonberg (Windhausen, 47 Jahre), 26.10.: Josef Snella (Übach, 42 Jahre), 30.12.: Kaspar Plum (Herzogenrath, 30 Jahre).  


Allgemeine Daten:
Einwohner am 1.10.1938: 16.178

Gemeinde- und Verwaltungsspitze: Bürgermeister: Wilhelm Carl
                                                  1. Beigeordneter: Johann Maassen
                                                  2. Beigeordneter: Wilhelm Küppers
                                                  Gemeindebaumeister: Friedrich Günther

Haushalt 1938: Ordentlicher Haushalt: 987.841 RM
                    Außerordentlicher Haushalt: 237.522 RM
                          Gesamtvolumen: 1.225.363 RM