Der Willy-Dohmen-Park

 

Privater Park in Windhausen ist ganzjährig für die
Öffentlichkeit frei zugänglich

 
Wenn der Rhododendron im Dohmenpark blühlt, zeigt er sich von seiner schönsten Seite. Foto: Zwilling
Abb 1: Wenn der Rhododendron im Dohmenpark blühlt, zeigt er sich
von seiner schönsten Seite. Foto: Zwilling

Im Übach-Palenberger Stadtteil Windhausen existiert ein von privater Hand geschaffener Erholungspark, der für die Öffentlichkeit frei zugänglich ist. Er ist nach Willy Dohmen benannt, d.h. nach dessen Schaffer und Mentor. Der Park entstand aus einer ehemaligen Kiesgrube als Ergebnis einer gelungenen Rekultivierung. Der Park ist für Jedermann während der Tageszeiten frei zugänglich. Eine Eintrittsgebühr wird nicht erhoben. An angelegten Bänken mit Tischen besteht Gelegenheit zum Verweilen, Verkaufs- oder Erfrischungsstände sind nicht vorhanden, weil es nicht um "Rummel", sondern um Ruhe und Erholung geht.. Das in einem Holzhaus befindliche Museum (u.a. Steine und Mineralien) ist jeweils sonntags geöffnet. Ferner sollte beachtet werden, dass die dortigen Tiere von der Parkleitung artgerecht versorgt werden und somit eine Fütterung untersagt ist. Der Besucher wird gebeten, nur die Wege des Parks zu benutzen, um die natürliche Entwicklung von Tieren und Pflanzen nicht zu stören. Während der Abend- und Nachstunden ist der Park geschlossen.

Natürlich bestimmen auch Gewässer das Bild des Dohmenparks. Foto: Stadt
Abb. 2: Natürlich bestimmen auch Gewässer das Bild des Dohmenparks. Foto: Stadt

Über die Geschichte und Hintergründe des Parks gibt es folgende Informationen: In den Eiszeiten vor mehr als 20.000 Jahren wälzten sich Eisgletscher durch das Urstromtal der Wurm, zerrieben Felsbrocken, Quarz und Kieselsteine zu Sand und Kies. An den Rändern des Tales entstanden durch Kalzit und Kieselsäure gebunden, tonnenschwere Findlinge aus Konglomerat und Sandgestein. 100 Mio. Jahre alte Feuersteine mit ihren Fossilien, sind und waren wertvolle Zeugen vom Meeresleben der damaligen Zeit. Dem Urmenschen diente dieses harte Material zur Herstellung von Geräten.

Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges erkannte ein Windhausener Bauernjunge, der dem Krieg verwundet entkommen war, dass man mit Kies und Sand recht wirtschaftlich arbeiten konnte. Sein Name ist Willy Dohmen, der im klein-bäuerlichen Betrieb allein keine Chancen mehr für die Zukunft sah. Er eröffnete 1953 zwischen Hasenbusch- und der heutigen Wurmtalstraße eine Kies und Sandgrube. Er selbst und sein erster Gehilfe Pitt Plum gingen mit einer Kipplore, Hacke und Schaufel dem Berghang zu Leibe. Es war harte Knochenarbeit, einen 8-Stundentag kannte man nicht. Erleichterung brachte bald ein Transportband, denn jede Pferdekarre – damals noch üblich – und jeder LKW musste von Hand beladen werden. Ein Jahr später brachte der erste Bagger weitere Hilfe und Aufträge. Der Fliegerhorst Teveren wurde in dieser Zeit gebaut und benötigte Unmengen an Kies, Sand und Beton.

Kanal, Straßen und Autobahnbau kamen hinzu. Qualität, Schnelligkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit wurden das Markenzeichen der jungen Firma Willy Dohmen, deren Entwicklung in den 50er und 60er Jahren rasant nach oben ging. Der Einschnitt im Hang des Wurmtales vergrößerte sich zusehends. Die Bewältigung der Aufträge waren nur möglich durch den Einsatz moderner leistungsfähiger Maschinen und Geräte, die für einen einwandfreien Ablauf sorgten.

Mittlerweile standen in der Grube eine Bitumen-Mischanlage, eine Kieswäsche und eine Betonanlage. In den bis zum Grundwasser ausgehobenen Flächen entstanden kleine Teiche, die sofort von Stockenten aufgesucht wurden. Die Hänge der Kiesgrube erhielten gleich nach Abbau eine Bepflanzung mit Akazien, Eichen und Nadelhölzern. Hier entstand wohl bei Willy Dohmen der Gedanke – wenn die Grube ausgenutzt ist – daraus den schönsten Park zu machen, den es in dieser Gegend gibt.

Ein Blick in die (Noch)Kiesgrube der Firma Dohmen mitte der 80er Jahre. Aber die Bepflanzung hat schon begonnen. Foto: Dewies
Abb. 3: Ein Blick in die (Noch)Kiesgrube der Firma Dohmen mitte der 80er Jahre.
Aber die Bepflanzung hat schon begonnen. Foto: Dewies

Mitte der 80-er Jahre ging die Nutzung des Kiesberges zur Neige. Die Maschinenanlagen wurden zu ihrem neuen Standort Hommerschen verlegt, und jetzt konnte die große Arbeit zur Verwirklichung seiner Traumidee richtig beginnen.

Jeden Samstag schaffte er unermüdlich mit einigen Leuten, Baggern und Geräten Mutterboden heran, nahm Erde fort, schob sie hier oder dorthin, legte Hügel und Täler an. Pläne existierten nur in seinem Kopf. Die Teiche bekamen Formen, Froschpfuhle kamen hinzu, Waldwege wurde angelegt und befestigt, ein neuer Brunnen für die Versorgung des Wasserfalls erstellt. Karpfen, Hechte, Enten, Wildgänse und Fischreiher wussten bald die Qualität der Gewässer zu schätzen. Waldwiesen entstanden mit vielen Obstbäumen, und 80 Schafe erfüllten jetzt als Rasenmäher ihre Pflicht.

Ein Teil des Steingartens von Josef Schmölders, der den Dohmenpark sehr bereichert. Foto: Stadt
Abb. 4: Ein Teil des Steingartens von Josef Schmölders, der den
Dohmenpark sehr bereichert. Foto: Stadt

Sein bester Freund, Josef Schmölders, verfolgte mit Begeisterung die Entstehung und den Ausbau des Parks. Er, der sich seit frühester Jugend für alte Kulturen interessierte, erhielt für den von ihm initiierten und Steingarten freie Hand. Seine Fähigkeiten als Hobbysteinmetz ließen Skulpturen oder Steine mit Bildnissen und Beschriftungen entstehen. Dadurch gab er diesem bei zahlreichen Besuchern schon in den 90er Jahren als „Geheimtipp“ gehandelten Park eine unverwechselbare Note. Die von Josef Schmölders geschaffenen Nachbildungen aus der Inka-, Maya- und Aztekenkultur unterstrichen hier besonders diese Liebe für diese Völker mit mythischen Kräften und großem Geheimwissen.

Bild oben links: Josef Schmölders erhält die Ehrennadel der Stadt Übach-Palenberg. Bild oben rechts: Willy Dohmen erzählt das Bundesverdienstkreuz. Bild unten links: Grabstätte von Josef Schmölders im Dohmenpark. Bild unten rechts: Grabstätte von Parkgründer Willy Dohmen in seinem Park. Fotos: Stadt
Abb. 5 - 8: Bild oben links: Josef Schmölders erhält die Ehrennadel der Stadt
Übach-Palenberg. Bild oben rechts: Willy Dohmen erhält das Bundesverdienstkreuz.
Bild unten links: Grabstätte von Josef Schmölders im Dohmenpark.
Bild unten rechts: Grabstätte von Parkgründer Willy Dohmen in seinem Park. Fotos: Stadt

Bis zu ihrem Tode (Willy Dohmen am 8.8.2003 und Josef Schmölders am 7.7.2004) bemühten sich beide um die Verbesserung bzw. den Ausbau des Parks. Es war nur eine logische Folgerung, dass sie an ihrem Lieblingsort nebeneinander auch ihre letzte Ruhestätte fanden. Ihr Engagement fand auch ihre gesellschaftliche Würdigung durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Willy Dohmen (3.5.2000) bzw. die Überreichung der Ehrennadel der Stadt Übach-Palenberg an Josef Schmölders (12.1.2002). Seit dem Jahre 2004 kümmert sich die noch von Willy Dohmen zu Lebzeiten initiierte „Willy-Dohmen-Stiftung“ um Erhalt und Pflege dieser geschaffenen Oase. Seit März 2009 kann man von der östlichen Seite den Park über die sogenannte Klangbrücke in das angrenzende Wurmtal gelangen, ohne die verkehrsmäßig stark frequentierte Wurmtalstraße zu tangieren. Diese neue Brücke sucht in der näheren und weiteren Umgebung ihres gleichen und stellt eine weitere Attraktion in diesem Bereich dar.

Sommer im Dohmenpark. Foto: Zwilling
 Abb. 9: Sommer im Dohmenpark. Foto: Zwilling

Abschließend sei bemerkt, dass der Park ein gelungenes Beispiel ist, bei der eine von Menschenhand ausgebeutete und veränderte Landschaft am Ende wieder das zurückerhält was einst genommen wurde und somit langfristig einen natürlichen Gewinn erzielt. Er ist auch ein Beispiel, dass Eigenverantwortung in Verbindung mit Visionen und Liebe zum Detail etwas Bleibendes und Wunderbares schaffen kann, etwas was für Pflanzen, Tiere und Menschen gleicherweise ein Gewinn ist.  (Quelle: Info-Tafel Willy-Dohmen-Park und Jürgen Klosa)

Auch der Winter ist im Dohmenpark eine reizvolle Jahreszeit. Foto: Stadt
Abb. 10: Auch der Winter ist im Dohmenpark eine reizvolle Jahreszeit. Foto: Stadt

Ein Schwanenpaar zieht auf einem der Gewässer seine Kreise. Foto: Stadt
 Abb. 11: Ein Schwanenpaar zieht auf einem der Gewässer seine Kreise. Foto: Stadt