Schloss Zweibrüggen

 

Ein Kleinod, idyllisch an der Wurm gelegen -
ein kultureller/gesellschaftlicher Mittelpunkt der Stadt -
beliebter Ort für Trauungen aus Nah und Fern

 
Schloss Zweibrüggen von der Gartenseite aus gesehen. Foto: Stadt

Abb 1: Schloss Zweibrüggen von der Gartenseite aus gesehen. Foto: Stadt

Schloss Zweibrüggen - die früheren adeligen Besitzer

1460 Zwenbrughen, 1508 Tweynbruggen (mundartlich "Zwennbrögge" oder Zwemmbrögge") ist die Siedlung bei den Brücken über die Wurm. Die Siedlung entstand um einen Adelssitz, der bis zum Jahre 1993 im Besitz vieler adeliger Familien gewesen ist. Die ersten Besitzer des Hauses nannten sich nach ihrer Burg. Leynart von Zweibrüggen wird 1397 als Feind der Stadt Köln urkundlich erwähnt. 1457 ist Heinrich von Zweibrüggen in den Besitz des Mannkammerlehens Zweibrüggen gekommen. Er wird auch 1486 als der letzte Besitzer aus diesem Geschlecht erwähnt.

Durch Heirat der Töchter der jeweiligen nachfolgenden Herren, gelangte Zweibrüggen an die Familie von der Hagen, von Mirbach, von Voß und von Eys. 1486 wird Dietrich von der Hagen für seine Frau, eine Tochter des Heinrich von Zweibrüggen, mit dem Hof belehnt.1515 wird Claß (Nikolaus) von Mirbach ebenfalls durch Heirat mit dem Gut belehnt. Nikolaus von Mirbach stirbt 1552. Ihm folgen seine beiden Söhne Wilhelm und Johann von Mirbach. Im Jahre 1605 stirbt der Lehnsträger Wilhelm von Mirbach. Ihm folgt sein Sohn Nikolaus von Mirbach der jedoch 1648 stirbt. Am 21.03.1648 wird Hermann von Mirbach mit dem Gut belehnt. Er stirbt am 18.04.1676. Es folgt ihm sein Schwiegersohn Hans Wilhelm Voß. Dieser kann sich jedoch nicht lange an seinem Besitz erfreuen. Nach seinem Ableben 1680 wird am 28.05.1680 sein Sohn Konstantin Wilhelm Joseph von Voß mit Zweibrüggen belehnt. Im Jahre 1697 wurde letztgenannter Lehnsträger schwachsinnig. An seine Stelle tritt sein Schwager Wilhelm Adolf von Eys, genannt Beusdahl, der mit Florentine Katharina von Voß vermählt war. Auch er mußte bereits nach 7 Jahren wegen Schwachsinnigkeit zurücktreten. Sein Amt übernimrnt sein Schwager Johann Wilhelm von Voß. 

Am 20.10.1727 wird auf Antrag der Eheleute Wilhelm Adolf von Eys und seiner Ehefrau Florentine Katharina, geb. Voß, ihr Sohn Johann Franz Freiherr von Eys genannt Beusdahl mit Genehmigung des Herzoges mit Haus und Hof Zweibrüggen belehnt. Johann Franz Freiherr von Eys bleibt bis zu seinem Tode im Jahre 1786 im Besitz des Lehns . Er hatte nur eine Tochter, die mit dem geheimen Rat und Amtmann des Amtes Aldenhoven , Joseph Anton von Negri vermählt war. Dieser wird am 11.04.1786 für sich und seine Kinder mit Haus und Hof Zweibrüggen belehnt. Schloss Zweibrüggen war bis zum Jahre 1993 im Besitz der Freiherren bzw. der Freiin von Negri und wurde danach von der Stadt Übach-Palenberg übernommen

Baustil und Bauherr
Schloss Zweibrüggen wurde 1788 von Joseph Anton von Negri anstelle der alten Burganlage errichtet.

Freiherr Anton Anselm von Negri und seine Ehefreu Jeanette Freiin von Eys genannt von Beusdall. Foto: Stadt
Abb 2: Zwei Miniaturgemälde der Eheleute von Negri, die dafür sorgten, dass von 1786 bis
1788 das Schloss Zweibrüggen in der heute bekannten Form um- bzw. neugebaut wurde.
Aus der Rückseite dieser Gemälde stehen in Sütterlin-Schrift folgende Hinweise: Rechts:
Joseph Anton Anselm Freiherr von Negri diente unter der Kaiserin Maria Theresia; - kam
aus Wien und erhielt das Amt als Haut Drossard vom Falkenburger Land. War zuerst
Mitglied der Limburger Stände. Besaß zwei Herrschaften, nämlich: Henri Chapelle und
Teuven. Baute in den 1780 Jahren das Haus Zweibrüggen mit seiner Gemahlin Jeanette
Freiin von Eys genannt von Beusdall und starb daselbst am 7. Januar 1815.
Aufgeschrieben von seinem einzigen Sohn Franz Joseph von Negri. Links: Freiin Jeanette
geborene von Eys genannt von Beusdall - heiratete zuerst Wilhelm Joseph von Negri,
womit sie 8 Kinder zeugte. Zuletzt heiratete sie Jopsef Anton Anselm von Negri, womit
sie 2 Kinder gebar und starb auf ihrem Hause Zweibrüggen am 17. Juni 1807.
Aufgeschrieben von ihrem Sohn Franz Joseph von Negri.
(aus dem Buch: "Frelenberg und Zweibrüggen - wie es einst war" von Jürgen Klosa)


Das einfache und doch überaus repräsentative Schloss wurde im klassizistischen Baustil errichtet. Dieser Stil wird auch das sterbende Rokoko genannt. In der Baukunst verschwinden die übermütigen Formen und der Sinn wendet sich wieder dem Einfachen, Schmucklosen und Gradlinigen zu. Der Erbauer Schloss Zweibrüggens arbeitete mit geraden Linien und glatten Formen. Die Verhältnisse der einzelnen Bauglieder zu einander sind auf das genaueste mathematisch errechnet. An der Hofseite gleichen sich die beiden vorspringenden Flügelbauten vollkommen. Auch die Terrasse und die Freitreppe sind nach beiden Seiten völlig gleichmäßig entwickelt. (aus Rheinischer Post)

Abb. 3: Schloss Zweibrüggen, Vorderansicht. Foto: Stadt
Abb. 3: Schloss Zweibrüggen, Vorderansicht. Foto: Stadt

Idyllisch an der Wurm gelegen - das Schloss Zweibrüggen
Wie gemalt liegt das weiße Schloss inmitten grüner Wiesen. nur ein paar Meter von der Wurm entfernt Uralte Eichen und Linden flankieren die Zufahrt, im Wassergraben um die Schlossanlage schwimmen Schwäne. oder Gänse. Das Schloss Zweibrüggen wird darum gerne bei Radwanderungen als Ort für eine Stipvisite genutzt.

Das Standesamt der Stadt Übach-Palenberg hat im Schloss ihr Trauzimmer untergebracht. Pro Jahr geben sich zirka 200 Brautpaare das Ja-Wort, was das Schloss Zweibrüggen zu einer beliebten Adresse für Heiratswillige aus Nah und Fern hat werden lassen.

Darüber hinaus wird das historische Gebäude für Kunstausstellungen, für Konzerte, Empfänge oder kleinere Messen genutzt. Es besteht auch die Möglichkeit, kleinere Gewerberäume oder Ateliers anzumieten. Somit ist das Schloss zu einem Mittelpunkt des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens der Stadt Übach-Palenberg geworden. Besonders am jährlichen "Tag des offenen Denkmals" zeigt sich das Schloss von seiner besten Seite, was zahlreiche Besucher durch ihren Besuch quittieren.

Das Trauzimmer im Schloss Zweibrüggen. Foto: Stadt
Abb. 4: Das Trauzimmer im Schloss Zweibrüggen. Foto: Stadt

Der jährliche Empfang der örtlichen Schützenvereine findet auch im Schloss Zweibrüggen statt. Foto: Stadt
Abb. 5: Der jährliche Empfang der örtlichen Schützenvereine findet
auch im Schloss Zweibrüggen statt. Foto: Stadt

Auskünfte für eine mögliche Anmietung von Gewerbeflächen erhalten Sie unter der Telefonnummer 02451/979-3000, für kulturelle Veranstaltungen unter der Telefonnummer 02451/979-1500 und für Trauungen im historischen Ambiente unter der Telefonnummer 02451/979-3421.

So sah das Schloss einst im 19. Jahrhundert aus. Foto: Stadt
Abb. 6: So sah das Schloss einst im 19. Jahrhundert aus. Foto: Stadtarchiv