"Op et Mölke" - Das Mühlendenkmal

 

Auf dem Rathausplatz befindliches Denkmal,
das an eine dortige Mühle erinnern soll

 
"Et Mölke" auf dem Rathausplatz im Jahre 1984. Foto: Stadt

Abb. 1: "Et Mölke" auf dem Rathausplatz im Jahre 1984. Foto: Stadt

Im Jahre 1984 liefen die Arbeiten zur Sanierung des Rathausplatzes auf Hochtouren. Bei der Neugestaltung des Platzes ging es auch darum, historische Elemente einzubauen. Ein wesentlicher Bestandteil bildetete das Mölke-Denkmal, das an die ursprüngliche Nutzung des Übachs an dieser Stelle hinweisen sollte. 

Reinhold Esser schreibt über den Bach und die historischen Gegebenheiten unter anderem folgendes: "In der frühesten Zeit der Geschichte Übachs lag das Mühlchen etwa 50 Meter in südöstlicher Richtung des jetzigen Standortes, "op et Hüske" genannt und bildete einen Teil des Rittersitzes Mühlenbach. Die Umgebung hat im Laufe der Zeit eine große Veränderung erfahren. Nachdem der Übacher Bach in einer Breite von einem Meter durch den Herbacher Wald floß, speiste er zuerst vor dem längst verschwundenen Rittersitz Weienberg einen größeren Teich sowie den Burggraben des Rittersitzes, nahm dann den vorerwähnten Klingelpütz auf und überquerte die Rimburger Straße offen. Es bedurfte schon einer gewissen Fertigkeit, dort trockenen Fußes den Bach zu überqueren. Etwa zehn Meter hinter der Rimburger Straße ergoß sich das Wasser in den großen Mühlenweiher, der die ganze Talsenkung vom Fuße des Tomberges bis zur gegenüberliegenden innahm. Der Mühlenweiher hatte die ansehnliche Größe von etwa 250 m Länge und 80 m Breite. Im Laufe der Zeit erkannte man jedoch, dass es besser wäre, das Wasser in einem kleineren Raum einzufangen und verlegte die Mühle.

Der Lindenplatz (spätere Rathausplatz) im Jahre 1900. Im Vordergrund erkennt man den Übachfluss und am rechten Bildrand die Mühle (et Moelke). Foto: Stadt
Der Lindenplatz (spätere Rathausplatz) im Jahre 1900. Im Vordergrund
erkennt man den Übachfluss und am rechten Bildrand die
Mühle (et Moelke). Foto: Stadt

Das Wasser wurde eingedämmt, indem man um den ursprünglichen Weiher einen Damm legte. Dadurch entstand die Mühlenstraße, bis zum Jahre 1925 allgemein Dammstraße geheißen. Die Wasserkraft wurde verstärkt, die Rimburger Straße und der Rittersitz Weienberg erhielten eine direkte Verbindung mit dem Unterdorf, und weiter gewann man durch die Eindämmung des Wassers fruchtbare Bodenflächen, später gute Wiesen, die nun infolge der Industrialisierung zum Teil schon bebaut sind. Im Jahe 1838 erhielt der Müller der Übacher Mühle nach langem Hin und Her die letzte Konzession. So um 1888 herum war der Mühlenteich so stark versandet, dass Teile von ihm als Wiesenland verkauft werden konnten... "

Historische Karte von Übach aus dem Jahre 1900, aus dem der Standort des ehemaligen Mühlchens hervorgeht. (Stadtarchiv)
Abb. 2: Historische Karte von Übach aus dem Jahre 1900, aus dem der
Standort des ehemaligen Mühlchens hervorgeht. Am Standort des
damaligen Mühlenweihers steht heute das Rathaus. (Stadtarchiv)

Etwa 800 Jahre lang drehten hier die Fluten des Übachs ein kleines Mühlenrad, weil der Rittersitz Mühlenbach bereits 1172 urkundlich erwähnt wurde. Es konnte nicht die Kraft entfalten wie die Mühlräder an der Wurm, in Rimburg, in Marienberg, Zweibrüggen und Frelenberg. Dafür war der Bach nicht breit und tief genug, auch wenn er noch Verstärkung durch das hochwertige Wasser der Quelle des Klingelpützes erhielt.

Die räumlichen Gegebenheiten von damals sind natürlich heute vollkommen anders. Aber dennoch soll das Denkmal der Aachener Bildhauerin Krista Löneke-Kemmerling Jahrhunderte lang dauernde Epochen wieder symbolisch zum Leben erwecken.

Eine direkte Einweihung des Mühlendenkmals gab es 1984 nicht. Erst als der neugestaltete Rathausplatz 1985 seiner Bestimmung übergeben wurde, kam das Denkmal in seiner Art und Weise richtig zur Geltung.

Sprudelndes Wasser im Teich des Mölke-Denkmals erinnert an den einstig größeren Wasserreichtum des Übachs, dessen Quelle durch den Bergbau fast versiegt ist.
Abb. 3: Sprudelndes Wasser im Teich des Mölke-Denkmals erinnert an den
einstig größeren Wasserreichtum des Übachs, dessen Quelle durch den Bergbau
fast versiegt ist. (Foto: Stadt 1985)

Weitere Ansichten von Et Mölke. Foto: Stadt
Abb. 4 + 5: Weitere Ansichten von "Et Mölke". Foto: Stadt