Das Naherholungsgebiet Wurmtal

 

Seit 20 Jahren ein beliebtes Ziel für Menschen aus der
Stadt und der näheren Umgebung - u.a. Mehrgenera-
tionenspielplatz - ganzjährige Gastronomie -
Bodendenkmal: Römisches Badehaus

 
Das Naherholungsgebiet Wurmtal, hier der Untersee mit seinen Trebooten. Foto: Stadt
Abb 1: Das Naherholungsgebiet Wurmtal, hier der Untersee mit
seinen Tretbooten. Foto: Stadt

Seit 1989 existiert das Naherholungsgebiet Wurmtal, eine Grün- und Freizeitoase zwischen Palenberg und Marienberg. Knapp zweieinhalb Jahre hatte man gebraucht, um diese von Menschenhand geschaffene grüne Lunge in Übach-Palenberg zu schaffen. Vorher wurde die Fläche weitgehend landwirtschaftlich genutzt, in der Nähe schlängelte sich die Wurm in ihrem alten Flussbett. Nach der Begradigung der Wurm änderte sich auch der Charakter dieses Gebietes, und es bot sich an, über eine andere Nutzung nachzudenken. Das Ergebnis war die Schaffung eines Naherholungsgebietes, das im Rahmen der schwindenden Freiräume und wachsender Bevölkerungszahlen in Übach-Palenberg einen Ausgleich schaffen sollte. Ende 1986 erfolgte der erste Spatenstich zu diesem Mammutprojekt, und am 16.6.1989 konnte es der damalige NRW-Minister für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr, Dr. Christoph Zöpel, feierlich seiner Bestimmung übergeben. Insgesamt hatte das Land NRW zu den Erstellungskosten 70 % beigesteuert.

Der Kinderspielplatz in der Nähe des Info-Pointes.

Der Mehrgenerationsnspielplatz ist einer der Hauptattraktionen des Naherholungsgebietes.

Das Naherholungsgebiet umfasst 6 Seen von 60.000 qm und hat eine Gesamtfläche von 247.000 qm. Den Anfang der Bepflanzung im Jahre 1989 bildeten 250 Großbäume, 1.500 Heckenpflanzen, 2.000 Bodendecker und 35.000 Wasserpflanzen. Für die Möglichkeit der sportlichen Betätigung sorgten kleinere Plätze für Minigolf, Tennis, Basket-, Fuß- und Handball. Schach- und Bocciaplätze gehörten ebenso dazu wie die Möglichkeit, auf dem großen See Tretboot zu fahren. Ein Spielplatz für Kinder, u.a. mit einem Original Personenbeförderungszug der ehemaligen Grube Carl Alexander gehörten ebenfalls zum „Anfangsbestand“.  Ein Konzertpavillon eröffnet zudem die Möglichkeit zu Freiluftveranstaltungen. Hier fanden in der Vergangenheit Konzerte statt, aber auch andere Veranstaltungen von der Stadt bzw. Vereinen mit Fest- und Begegnungscharakter.

Blick auf dem Obersee in der Nähe des Römischen Bades. Er ist ein beliebter Treffpunkt für Modellbootfreunde.

Wer das Naherholungsgebiet von 1989 mit dem des Jahres 2008 vergleicht, wird große Unterschiede feststellen. Dank weiterer Bepflanzung und auf Grund des Fortschrittes des Bewuchses, hat sich dort eine ausgeprägte Flora entwickelt, eingebettet in die ursprüngliche Seenlandschaft, umrahmt von Wanderwegen und Wiesen. Auch die Tierwelt hat dort im Laufe der Jahre ständig Zuwachs bekommen. Enten, Gänse und schwarze Schwäne sind vertraute Begleiter der Besucher des Naherholungsgebietes, doch auch „im verborgenen“ leben dort Biber, Teichrohrsänger oder andere schon seltener gewordene Vogelarten.

Am südlichen Ende des Gebietes befindet sich seit 1992 ein römisches Badehaus, das auf Grund historischer Funde dort rekonstruiert wurde. Spuren aus Römerzeiten sind auf Übach-Palenberger Gebiet nichts Ungewöhnliches, weil hier die alte römische Heerstraße von Bavai nach Köln vorbeiführte („Via Belgica“).

Das Römische Badehaus ist eine interessante Sehenswürdigkeit des Naherholungsgebietes.

Das Naherholungsgebiet bietet vielen Tieren Schutz und Lebensraum. Sogar eine Schar von Wildgänsen ließ sich auf ihrer Durchreise hier nieder.

Das Herzstück des Parks befindet sich an der Ostseite. Dort konzentrieren sich die meisten Aktiv-Freizeitmöglichkeiten. Dazu hat auch die EuRegionale 2008 beigetragen, in dessen Rahmen dort ein Info-Point bzw. eine ganzjährige Gastronomie entstand. Besonders auf der Dachterrasse dieser Gaststätte genießt man einen besonders schönen Ausblick. Somit haben Erholungssuchende oder Wanderfreunde eine ständige Einkehrmöglichkeit. Neben dem seit 1989 bestehenden Kinderspielplatz wurde im Jahre 2008 dieser Bereich noch durch einen sogenannten Mehrgenerationenspielplatz bereichert, d.h. hier haben Jung und Alt gemeinsam die Möglichkeit, an verschiedensten Geräten etwas für die Fitness zu tun und gleichzeitig Spaß zu haben. Besonders im Sommer ist das Naherholungsgebiet Anlaufstelle für Familien, für groß und klein. Die weitläufigen Wiesen laden ein zum Federball oder Picknick. Manchmal trifft man auch Modellbootfreunde, die dort mit ihren Miniaturbooten oder Kleinschiffen ihrem Hobby nachgehen.

Im Naherholungsgebiet werden regelmäßig Boule-Turniere veranstaltet. Hier die Teilnehmer einer solchen Veranstaltung.

Blickt man in die nähere Zukunft, so kann man davon ausgehen, dass das Naherholungsgebiet eine natürliche Erweiterung in Richtung Zweibrüggen erfahren wird. Im Rahmen der geplanten Renaturierung der Wurm, wird das räumliche Umfeld der „neuen Wurm“ einen naturnaheren Charakter erhalten. Zwar sollen diese Flächen nicht von Wanderern oder Freizeitaktivisten betreten werden können, doch tragen diese Renaturierungsmaßnahmen zur positiveren Entwicklung des Klein- bzw. Gesamtklimas des dortigen Umfeldes bei.

Das Naherholungsgebiet Wurmtal ist also seit knapp 20 Jahren ein wertvoller Bestandteil für Natur und Freizeit, das von zahlreichen Bürgerinnen aus Übach-Palenberg, aber auch aus der näheren Umgebung – vor allem auch des benachbarten Holland – zu jeder Jahreszeit gern aufgesucht wird. Es ist eine gute Adresse für Erholungssuchende und lädt nach wie vor zu einem Besuch ein.

Der Info-Point in der Geststätte des Naherholungsgebietes mit Dachterrasse bietet eine ganzjährige Einkehrmöglichkeit.

Ausgedehnte Wiesen laden zum Picknick oder Federball ein.

Zusammenfassung:
Größe/Umfang:
6 Seen mit insgesamt 60.000 qm, Gesamtfläche 240.000 qm.
Erreichbarkeit: PKW-Parkplatz an der Schley in Marienberg mit Fußweg sowie weiterer Fußweg von der Aachener Straße in Palenberg.
Freizeitmöglichkeiten: Kinderspielplatz, Mehrgenerationenspielplatz, Tretbootfahren, Minigolfplatz, Konzertpavillon, Boule- oder Bocciaplatz, Basketball- und Fußballplatz
Gastronomie: Ganzjährige Einkehrmöglichkeit mit Infopoint der EuRegionale 2008
Sehenswürdigkeiten: rekonstruiertes römisches Badehaus

So kahl sah das Naherholungsgebiet einmal aus. Diese Luftaufnahme entstand im Jahre 1989 und zeigt die Struktur des Gebietes ohne Sichtbeschränkung durch Pflanzenbewuchs.