Das Platschhonk-Denkmal

 

Skulptur auf dem Marktplatz in Übach, das die
Erinnerung an ein Fabeltier wachhalten soll

 
Der "Platschhonk" auf dem Übacher Marktplatz. Foto: Stadt

Abb. 1: Der "Platschhonk" auf dem Übacher Marktplatz. Foto: Stadt

Mit der Neugestaltung des Marktplatzes in Übach wurde die Idee geboren, dort ein Denkmal mit einem Symbol aus der alten Übacher Geschichte zu errichten. Bald kamen die Verantwortlichen auf die Idee, eine Bronzefigur erstellen zu lassen, die das Fabeltier "Platschhonk" zeigt.

Der "Platschhonk" geisterte durch die Welt unserer Vorfahren. Das Rheinische Wörterbuch gibt ihn ausdrücklich für Übach an. Er war eine Art Kinderschreck, der sich im Gebüsch, am Rande von Pfühlen und Wassergräben aufhielt. Die Furcht vor seiner Anwesenheit sollte die Kinder vor dem gefährlichen Spiel an solchen Gewässern abhalten. Im Geilenkirchener Heimatkalender 1926 ist über den Übacher Platschhonk folgendes zu lesen: "Was in unserem weiten deutschen Vaterlande als Werwolf sein Unwesen treibt, das fürchten die Aachener der Asterstraße, und vor dem Platschhonk gruselts noch heute in Übach alten Leuten, die sich manch Stücklein von dem Untier zu erzählen wissen.

So lebte einst in Übach ein Schneider, der wegen seines Fürwitzes in aller Munde war und gar von sich behauptete, gradwegs vom tapferen Schneiderlein abzustammen, das im Märchen sieben auf einen Streich erledigte. Wenn auf seinen Flickreisen immer wieder das Gespräch auf den Platschhonk kam, der sich zur nächtlichen Stunde dem Wanderer auf den Rücken hinge und sich stückwegs tragen ließ, dann lachte er höhnisch, dass ihm der Spitzbart auf und ab schwabberte und meinte frech: Der käme ihm gerade recht, mit Schere und Nadeln würde er den Teufelsbraten schon zwicken und zwacken, dass ihm die Lust zum Huckepack verginge. Als er an einem Spätabend von Boscheln nach Hause mußte - er hatte einem Jungbauern den Bratenrock zur Hochzeit genäht - kam ihm der Platschhonk, von dem am Abend wiederholt die Rede war, nicht aus dem Sinn, und vor jedem Schatten duckte er sich und erwartete zitternd den Aufprall der schweren Last. So gelangte er in Schweiß gebadet in die Gracht von Übach und sah auf einmal an einem Hang, dicht an einen Strauch gelehnt, ein schwarzes Ungetüm mit rollenden Blutaugen hocken. Wahnsinnige Angst schnürte ihm die Kehle zu und saß ihm so in den Gliedern, dass ihm die Knie schlodderten und er weder vorwärts noch rückwärts gehen konnte. Wie verwünschte er da seine fürwitzige Rede.

Als das Untier sich erhob und katzengleich auf ihn zuschlich, riß er sich mit letzter Kraft herum; aber kaum war er zehn Schritte vorwärts gehastet, da brach er fast unter dem gewaltigen Aufprall zu Boden, als das Ungeheuer fauchend auf seinen Rücken sprang. Das Entsetzen peitschte ihn denselben Weg, den er gekommen, zurück, und er wurde erst seine unheimliche Last los, als er die ersten Häuser von Boscheln erreichte. Da er zum Schaden den Spott scheute, faßte er sich nach Mitternacht ans Herz und gelangte auf einem Umwege nach Übach. Wie er aber in der Morgendämmerung seiner Haustür zuschritt, prallte er mit einem erstickten Aufschrei zurück, auf dem Blaustein kauerte das scheußliche Wesen und blinzelte ihn höhnisch von der Seite an, verzog sich aber leise und lauernd, wie die Schatten aus den Mauern wichen. Von der Zeit an war unser Schneider geheilt; nie wieder spottete er über den Platschhonk, vielmehr erzählte er noch nach Jahren mit todernstem Gesicht von seinem nächtlichen Abenteuer."

Einweihung des Denkmals durch den Stv. Bürgermeister Rolf Kornetka im Beisein der Künstlerin Krista Löneke-Kemmerling.
Abb. 2: Einweihung des Denkmals durch den Stv. Bürgermeister Rolf Kornetka
im Beisein der Künstlerin Krista Löneke-Kemmerling. Foto: Stadt

Das Denkmal, von Krista Löneke-Kämmerling erstellt, wurde am 5. Juni 1979 vom damaligen Stv. Bürgermeister Rolf Kornetka und Stadtdirektor Josef Etzig der Öffentlichkeit übergeben. Es ist auf einen ein Meter hohen gepflasterten Hügel angebracht, aus dem - bei Bedarf - Wasser im Rahmen eines geschlossenen Kreislaufes fließen kann. Mit dem Platschhonk, dem "Moelke" und dem Bergarbeiterdenkmal Palenberg hat die Aachener Künstlerin somit drei Denkmäler für Übach-Palenberg geschaffen.

Der Platschhonk von Nahem. Foto: Stadt
 Abb. 3: Der Platschhonk von Nahem. Foto: Stadt