Der Mäusebrunnen

 

Zur Erinnerung an die "Übacher Müüs", die dem alten
Übach so manche Plage bescherten

 
Der Mäusebrunnen am Koddes. Foto: Stadt
Abb. 1: Der Mäusebrunnen am Koddes. Foto: Stadt

Mit dem Ausbau des Platzes „Em Koddes“ und dem Mäusebrunnen wird ein Stück Übacher Überlieferung lebendig. Seit altersher sind die Übacher unter dem Namen die „Müs“ bekannt. Der Begriff „Müs“ = Mäuse wird ausdrücklich im rheinischen Wörterbuch für den Bereich Übach erwähnt. Wie es jedoch zu diesem Schimpf- oder Necknamen letztendlich kam, ist nicht überliefert. Fest steht jedenfalls, dass in der Übacher Chronik in Jahre 1818 u.a. erwähnt wurde: „Im Herbst fingen die Feldmäuse an, großes Unheil zu drohen, deren Vermehrung sehr stark fortschritt.“ Auch im Jahre 1820 hieß es u.a.: „Die Mäuse fuhren fort, sich das ganze Jahr hindurch verheerend zu vermehren.“

Für 1822 vermerkte der Chronist schließlich u.a.: „Im Frühjahr und zur Ernte zeigte sich die Plage der Mäuse auf eine schreckliche, fast nie gehörte Art, so dass mancher Ackerwirt wenig mehr auf seinem Felde vorfand und den Rest nach Hause tragen konnte. Die Mäuse hatten sich derart vermehrt, dass selbst Flachs durch diese schädlichen Tiere zerbissen und verheert wurde.“

Es ist anzunehmen, dass damals die Mäuseplage in der Übacher Gegend besonders groß war. Warscheinlich gibt es den Begriff Übacher „Müs“ seit jenen Tagen. Die Erinnerung wurde bereits im Jahre 1950 wachgehalten, als es zur Bildung die Karnevalgesellsachfr Übacher „Müs“ kam, die einige Jahre karnevalistische Glanzpunkte setzen konnte.

Beim Ausbau des Platzes „Em Koddes“ waren sich Rat und Verwaltung einig, dort eine kleine „Oase“ mit Kunstwerk zu errichten. Als Motiv hierfür bot sich der Neckname Übacher „Müs“ an.

Der Mäusebrunnen lädt im Simmer auch Familien zum Spielen ein. Foto: Stadt
Abb. 2: Der Mäusebrunnen lädt im Simmer auch Familien zum Spielen ein. Foto: Stadt

So wurde der Bildhauer Bonifatatius Stirnberg beauftragt, zur Erinnerung hieran einen Mäusebrunnen zu schaffen. Bei dem Brunnen war Ausgangsbasis ein großer Entwässerungschacht, der durch den Brunnen überdeckt ist.

Dieser Schacht soll bei starkem Regenfall das eventuell vorkommende Hochwasser aufnehmen und abführen. Damit war die Größe des Brunnens vorgegeben, bei einem Durchmesser von rund 2,60 Metern. In der Mitte des Brunnens erheben sich Korngafben, in denen sich Mäuse tummeln. Auf dem Brunnenrand sitzen dagegen überdimensionale vermenschlichte Mäuse. Da gibt es die suchende, die agressive, die hochnäsige, die lustige, die neugierige und die vvollüstige Maus.

Das Besondere an diesen Mäusen ist, dass die Glieder in den Gelenken beweglich sind. So kann sich der Betrachter seine Maus nach eigener Vorstellung zurechtbiegen. Es soll ein Vergnügen für Groß und Klein werden. Zum Boden hin zeigt der Brunnen halbkreisförmige Öffnungen, Mäuselöcher, die das eventuelle Hochwasser aufnehmen können. Die Gesamthöhe des Brunnens liegt bei etwa zwei Metern. Als Ausgangsmaterial wurde Bronze verwendet.

Das Denkmal wurde am 12.9.1992 der Öffentlichkeit im Rahmen eines kleinen Festes übergeben und ziert seitdem "Em Koddes" am Fuße des Kirchberges.

Der
Abb. 3: Der "Em Koddes" mit dem Mäusebrunnen -
städtebaulich schön anzuschaun. Foto: Stadt