Schloss Rimburg

 

Altes Schloss mit Wassergraben, an der ehemaligen
Via Belgica gelegen (deutscher Teil von Rimburg)

 
Das Schloss Rimburg. Foto: Stadt

Abb. 1: Das Schloss Rimburg. Foto: Stadt

Rimburg, früher Rengberg, Rengelberg, Rengburg, Rynberg, Ryneberg und Rymberg, ist ein Landgut, welches mit den Weilern Finkenrath, Hofstadt und dem Landgute Nevelstein die Bürgermeisterei Rimburg ausmachte und zur Gemeinde Merkstein gehörte. 1972 wurde das deutsche Rimburg nach Übach-Palenberg eingemeindet.

1276 war Schloss Rimburg ein Schlupfwinkel dern Wegelagerer und Raubritter Mülrepas. Es wurde in der Zeit von dem Herzoge Johann I. von Brabant vollkommen zerstört; 1498 erhob Kaiser Maximilian I. das mittlerweile wieder neu errichtete Schloss Rimburg zu einer Herrschaft des deutschen Reichs; Karl V. aber erklärte es im 16. Jahrhundert für eine brabantische Herrschaft. Diese Herrschaft war von allen hohen landesherrlichen Abgaben frei, und der Besitzer wurde zu keinem Landtag berufen. Der Schlossherr hatte über alle zu der Herrschaft gehörenden Dörfer ungeteilte Gewalt über Leben und Tod. Er besaß auch die Jagd und Fischerei in der Herrschaft, waren beteiligt am Amt Geilenkirchen, in der Herrschaft Übach und im Lande Herzogenrath.

Abb. 2: Schloss Rimburg direkt nach dem Zweiten Weltkrieg. Noch lässt der fehlende Bewuchs einen freien Blick auf das Schloss zu. Foto: Stadtarchiv
Abb. 2: Schloss Rimburg direkt nach dem Zweiten Weltkrieg. Noch lässt der fehlende
Bewuchs einen freien Blick auf das Schloss zu. Foto: Stadtarchiv

Im Mittelalter war Schloss Rimburg ein festes Grenzschloss zwischen dem Erzbisthum Köln und dem Bistum Lüttich. Die dort gelegene sogenannten Grimmelsbrücke war ein Übergang der alten Römerstraße, die vom Köln nach Bavai führte (Via Belgica). Heute noch sind Spuren der Römerstraße in der dortigen Gegend zu erkennen.

Seit über 100 Jahren ist das Schloss Rimburg im Besitz der Familie von Brauchitsch.1899 erhielt das Schloss durch Johanna von Brauchitsch, nach Plänen von Prof. Kleesattel eine barocke Fassade, der südwestliche Flankierungsturm wurde erhöht und mit einer Haube bekrönt. (Die übrigen Flankierungstürme waren bereits Anfang des 19. Jahrhunderts verschwunden). Dazu wurde die Vorburg neu errichtet. Dieser Zeit ist auch die Fachwerkgalerie im Innenhof zuzuordnen sowie die Gebäude für Gärtner und Förster auf der Burginsel und das Grabmal im nahen Wald. Von dem äußeren Befestigungsring des 13. Jahrhunderts ist noch der nordöstliche Turm in Ziegelstein mit den ihn umlagernden Kasematten erhalten. Im Innern ist noch ein um die Jahrhundertwende erneuertes Rippengewölbe erhalten, während das damals vorhandene Walmdach inzwischen fehlt. Das nun im modernen Stil verschönerte alte Schloss Rimburg liegt im Wurmtal, wo es einen Kessel bildet, der noch Eigelshoven und Bruchhausen einschließt.

Das Schloss Rimburg ist in privatem Besitz und steht somit für öffentliche Besichtigungen nicht zur Verfügung. Somit ist das Betreten des Schlossgeländes ebenfalls untersagt oder nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Schlossbesitzer gestattet.

Abb. 3: Schloss Rimburg in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts. Foto: Rausch
Abb. 3: Schloss Rimburg in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts. Foto: Rausch

Schilderung über Schloss Rimburg (für Kinder)
aus dem Schulbuchprojekt des Kreises Heinsberg (von Jürgen Klosa)

Burgen oder Schlösser, viele denken dann an spannende Rittergeschichten oder an mächtige Burgherren. In Übach-Palenberg liegt ein derartiges Schloss, dass eines der ältesten in ganz Deutschland ist. Es hat einen richtigen Burggraben mit Wasser, und vor dem eigentlichen Schloss gibt es auch eine sogenannte Vorburg. Geht man durch das Eingangsportal und einen kleinen Park, so gelangt man zum eigentlichen Schlossgebäude.

Dieses Schloss ist im Gegensatz zu vielen anderen noch ein privates Gebäude. Das heißt, es ist nicht möglich dort einfach so hinzugehen, um es zu besichtigen. Aber dennoch gibt es viel über dieses Bauwerk zu berichten. So weiß man, dass dort schon zur Römerzeit ein Schloss oder ein schlossähnliches Gebäude gestanden hat. Der heutige Burgbesitzer - Herr von Brauchitsch - meint sogar, dass das Schloss Rimburg eines der ältesten Wohngebäude in ganz Deutschland ist. Im Keller gefundene Fundamente wurden als zirka 2000 Jahre alt beziffert.

Natürlich ist das Schloss selber mit seinem heutigen Aussehen nicht so alt. Es wurde mehrmals ganz oder teilweise zerstört. Dadurch änderte sich sein Äußeres immer wieder.

Wichtig für das Schloss war die Tatsache, dass es an einer bedeutenden Römerstraße lag. Bekanntlich haben die Römer vom 2. bis zum 4. Jahrhundert in unserer Gegend gelebt und geherrscht. Die erwähnte Straße – die Via Belgica - führte damals vom heutigen Frankreich nach Köln. Und im Bereich des Schlosses Rimburg waren unter anderem auch Kontrollstellen. Also hatte ein Schloss oder ein ähnliches Bauwerk an dieser Stelle schon zu der Zeit eine große Wichtigkeit. Aber auch nach der Römerzeit änderte sich das nicht, weil dort auch weiterhin viel passierte. Viele kleinere Schlachten fanden statt und manches mal wechselte das Schloss den Besitzer. Eine vollständige Zerstörung des Schlosses geschah vor ungefähr 800 Jahren, weil sich die damaligen Länder Limburg und Brabant an diesem Ort heftig gestritten haben. Aber das war - wie oben schon erwähnt - nicht die einzige Zerstörung. 

Als Schloss Rimburg Ende des 19. Jahrhunderts in den Besitz der Familie von Brauchitsch kam, erhielt es seine heutige Fassade im barocken Stil. Mit seinen zwei Türmen liegt es in einem ausgedehnten Park. Im Mittelalter hatte es insgesamt vier Türme und einen äußeren Befestigungsgürtel. Diese Türme waren mit Schießkammern verstärkt und durch unterirdische Gänge mit der Hauptburg verbunden. Das war wegen der ständigen Bedrohung durch mögliche Eroberer sehr wichtig. Namen wie Mülrepas, Merode, Bronckhorst, Gronsfeld, Ligneville, Weckbeker sind in der Chronik des Schlosses Rimburg als ehemalige Besitzer verzeichnet. Aber es sind einfach nur Namen, und niemand hat dazu eine richtige Beziehung.

Da das Schloss auch direkt an der Landesgrenze zu Holland liegt, erlebte es vor 62 Jahren gegen Ende des Zweiten Weltkrieges den Einmarsch der amerikanischen Soldaten in Deutschland. Gottseidank wurde das Hauptgebäude nicht so stark beschädigt, so dass es problemlos repariert werden konnte.

Heute liegt es friedlich in seiner eigenen schönen Idylle. Doch über die vielen Freuden und Leiden, die dort passiert sind, könnte höchstens ein Schlossgeist richtig erzählen. Aber – so räumt der heutige Besitzer ein – den hat er selber nie erlebt.

Abb. 4: Der Wassergraben und die Außenanlage des Schlosses Rimburg im Winter. Foto: Stadt
Abb. 4: Der Wassergraben und die Außenanlage des Schlosses Rimburg im Winter.
Foto: Stadt