Das Bergarbeiterdenkmal in Palenberg

 

Ein reales und unverklärtes Kunstwerk über
die Bergarbeiter von Krista Löneke - Kemmerling
aus Aachen

 
Das Bergarbeiterdenkmal in Palenberg.
Abb. 1: Das Bergarbeiterdenkmal in Palenberg. Foto: Stadt

Mit dem Ende der Sanierung der Bergarbeitersiedlung in Palenberg, stand die Frage an, ob für die Bergarbeiter auch ein Denkmal geschaffen werden sollte. Diesem Vorhaben standen Rat und Verwaltung der Stadt sehr positiv gegenüber, weil durch die Zeche Carolus Magnus in den Jahren von 1911 bis 1962 für viele Menschen in Palenberg der Bergmannsberuf eine harte berufliche Realität darstellte.

Am 8.9.1989 wurde das Denkmal an der Kreuzung Kirchstraße/Auf der Houff von Bürgermeister Rolf Kornetka feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Der Bürgermeister benutzte u.a. folgende Worte bei der Einweihungsfeier: „Zur Erinnerung an die Bergbaugeschichte in Übach-Palenberg, aber auch als Dank und Anerkennung für die Leistungen der Bergleute hat der Rat der Stadt beschlossen, diesen Bergmännern ein Denkmal zu widmen.“

Einweihung des Bergarbeiterdenkmals am 8.9.1989 in Palenberg, v.l.n.r.: Bürgermeister Rolf Kornetka, Krista Löneke-Kemmerling und Stadtdirektor Josef Etzig. Foto: Stadt
Abb. 2: Einweihung des Bergarbeiterdenkmals am 8.9.1989 in Palenberg,
v.l.n.r.: Bürgermeister Rolf Kornetka, Krista Löneke-Kemmerling und
Stadtdirektor Josef Etzig. Foto: Stadt

Den Verantwortlichen war es wichtig, einen realen Bezug zum Bergmannsberuf zu haben. Und diesem Anspruch genügte auch die Künstlerin Krista Lönecke-Kemmerling aus Aachen, obwohl sie vollkommen freie Hand hatte bei der Darstellung ihrer Motive. Wer die in einem Gesamtzeitrahmen von drei Jahren geschaffene fünf Tonnen schwere Bronzeplastik betrachtet, nimmt ganz deutlich Stimmungen und Eindrücke einer Epoche wahr, die nichts mit der oftmals in Bildern und Gemälden festgehaltenen „Bergarbeiter-Romantik“ gemeinsam haben. Allein die Tatsache, dass nicht vier, sondern lediglich zwei Säulen den „Stollen“ tragen, versinnbildlicht die Gefahr eines Arbeitsplatzes Unter Tage. Eine weitere bemerkenswerte Darstellung ist auch die Darstellung von mehreren Bergleuten, weil hier der Aspekt der Kameradschaft und des „Kumpels“ deutlich hervortritt.  Die Bildhauerin, die auch bei der Einweihung des Denkmals anwesend war, bekam von zahlreichen Bergleuten bestätigt, dass ihr Kunstwerk einen realen Bezug habe und sich die einfachen Menschen mit der Darstellung identifizieren können.

Eine weitere Ansicht des Bergarbeiterdenkmals. Foto: Stadt
Abb. 3: Eine weitere Ansicht des Bergarbeiterdenkmals. Foto: Stadt

Abschließend noch ein Text aus dem Buch „Die letzte Förderung“ – Die Grube Carolus Magnus in Bildern und Geschichten, das den noch lebenden Bergleuten gewidmet ist:

Einst eingefahren in den Berg,
und heute sind sie Teil der Geschichten
des Ortes und der Region...
Für euch ist dieser Text, die ihr ohne großes Klagen,
aber mit manch heimlicher Träne
das damals scheinbar Richtige vollbrachtet.
Sich selber und sein Leben hintenan gestellt und gearbeitet.
Jeden Tag mit der Gefahr gelebt, Freunde im Berg verloren
und auch selbst gesundheitlich
so manchen Schaden davongetragen.
Ob das alles so sein musste,
wie es uns glauben gemacht wurde?
Das werden wir wohl nie erfahren.

Übach-Palenberg, den 23. Februar 2002
Christiane