Die alte Frelenberger Pfarrkirche

 

Das Wahrzeichen von Frelenberg, deren Ursprünge
bis ins 15. Jahrhundert reichen

 
Die alte katholische Pfarrkirche in Frelenberg. Foto: Stadt
Abb. 1: Die alte katholische Pfarrkirche in Frelenberg. Foto: Stadt

Das Wahrzeichen Frelenbergs ist die alte katholische Pfarrkirche. Die Kirche stammt in ihren ältesten Teilen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. 1522 wurden die beiden heute noch in Gebrauch befindlichen Glocken in Trier gegossen. Sie tragen die Namen St. Dionysius und St. Maria zu Ehren des Pfarrpatrons und der Gottesmutter Maria.

Im Jahre 1826 wurde sie durch einen neuen Chor erweitert. Man verbaute dabei 60.000 Steine. Dabei entfernte man den zwischen Chor und Schiff befindlichen Bogen und ersetzte ihn durch zwei Eisenträger.

Zur Kirche gehört auch der angegliederte Friedhof. Das älteste aufgefundene Grabkreuz aus dem Jahre 1614 ist in die Außenwand der Nordseite der Kirche bei der Renovierung im Jahre 1966 eingemauert worden. Über dem Portal im Turm ist ein Grabkreuz aus dem Jahre 1762 zu sehen. Die bis 1982 in der Kirche befindliche Orgel stammte aus dem Jahre 1846 und wurde in Reifferscheid in der Eifel gebaut. Seit 1982 dient sie im Gregoriushaus Aachen Musikschülern zur Ausbildung.

Das Mauerwerk der Kirche besteht aus Sandsteinquadern, die sehr unregelmäßig zusammengefügt sind. Die von Granatsplittern durchschlagenen Sandsteine gestatteten nach dem Zweiten Weltkrieg einen interessanten Einblick in das Mauerwerk. Hinter den Sandsteinen entdeckte man Blausteine, die mit eingemauert waren.

Alte Postkartenansicht der Frelenberger Pfarrkirche aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. (Stadtarchiv)
Abb 2.: Alte Postkartenansicht der Frelenberger Pfarrkirche aus den 20er
Jahren des 20. Jahrhunderts. (Stadtarchiv)

In den Jahren 1966 und 1967 wurde das alte Kleinod vollständig renoviert und hat seit dem einen Sakralraum für Gottesdienste mit daran anschließender Leichenhalle im früheren Chor der Kirche. Von hier werden die Verstorbenen des Stadtteils Frelenberg seit dem zur letzten Ruhe geleitet.
 
1902 schrieben die Kunsthistoriker Karl Frack-Oberaspach und Edmund Renard in ihrem Buch "Die Kunstdenkmäler des Kreises Jülich" über die Frelenberger Kirche  u.a. folgendes: „Einfacher kleiner Saalbau, der Kern noch aus dem 15.-16. Jhd., im 17. Jhd. nach Westen verlängert und mit Turm versehen, in der Mitte des 19. Jhd. nach Osten erweitert. Der ältere Teil des Langhauses an jeder Seite mit zwei Rundbogenfenstern, davon gehört die in Bruchsteinen gemauerte Mittelpartie noch einem spätgotischen Bau des 15.-16. Jhd. an; an der Nordseite ist hier noch ein vermauertes Spitzbogenfenster sichtbar.

Die Westachse mit dem Turm ist eine einheitliche Erweiterung des 17. bis 18. Jhd. Der Turm ganz schlicht, dreigeschossig, mit Flachbogentür im Erdgeschoss, einfachen Korbbogenfenstern in der Glockenstube; hübscher achtseitiger Helm, in halber Höhe mit einem Gesims abgesetzt, ähnlich dem Turm in Teveren. Oben in den Turm eingemauert ein Grabkreuz mit der Jahreszahl 1762. Die Vorhalle am Turm und der Chor mit der Sakristei sind einfache Ziegelbauten aus der Mitte des 19. Jhd. Das Innere der Kirche ist schmucklos.

Ein beliebtes Motiv für Heimatmaler: Die alte Frelenberger Pfarrkirche. Foto: Stadt
Abb. 3: Ein beliebtes Motiv für Heimatmaler: Die alte Frelenberger Pfarrkirche. Foto: Stadt

Von der Ausstattung sind zu nennen: Kanzel und Orgelgehäuse schlichte Barockarbeiten des 18. Jhd. Monstranz aus vergoldetem Kupfer, der Fuß in Rhombusform mit Lappen besetzt, profilierter Schaft mit flachem Nodus, an beiden Seiten des Zylinders Strebesysteme mit reichen, sich durchschneidenden Kielbögen und gewundenen Fialen; darin stehen die Statuetten der hl. Maria und Johannes. Über dem Zylinder ein entsprechender Baldachin mit der Figur des hl. Dionysius, auf vier Renaissancesäulchen und mit reichem Maßwerkhelm. Vortreffliche Arbeit aus der ersten Hälfte des 16. Jhd., interessant durch das Eindringen einzelner Renaissancemotive und die freie Behandlung der spätgotischen Formen; 55 cm hoch. Kommuniontuch mit italienischer Spitze, darin Maria auf Wolken unter Sternen, mit der Beischrift: VERGINE IMMACOLATA MIRACOLOSA, 17.-18. Jhd.“

Die wertvolle Monstranz (von dem berühmten Meister Hans von Reutlingen) und Kommuniontuch wurden im Zweiten Weltkrieg geraubt. Glücklichen Umständen war es zu verdanken, dass im Jahre 2007 diese Monstranz aus den USA wieder zurück nach Frelenberg kam. Auf Grund des hohen Wertes wurde diese Monstranz dem Aachener Domschatz als Dauerleihgabe überlassen. Nur bei festlichen Anlässen kommt sie künftig in Frelenberg zum Einsatz.
(Beitrag aus "Frelenberg und Zweibrüggen - wie es einst war" von Jürgen Klosa)

Auch am
Abb. 4: Auch am "Tag des offenen Denkmals" ist die alte Frelenberger
Pfarrkirche ein beliebtes Ziel. Foto: Stadt