Resümee der Ausstellung "Klang meines Körpers" im Mehrgenerationenhaus

 

Ess-Störungen - kreativ vorbeugen und überwinden

 

Marion Dalmisch vom Städtischen Jugendzentrum, der Erste Beigeordnete der Stadt Übach-Palenberg, Helmut Mainz, Teamleiterin der  Wohngruppe MOMO Katja Illigens, sowie die Gleichstellungsbeauftragten Lina Vieten-Wyen (Hückelhoven), Anneliese Wellens (Kreis Heinsberg), Adele Müller (Übach-Palenberg) und Beyda Üner (v.l.) vom Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg freuen sich auf die Ausstellung zum Thema „Essstörungen“ im Städtischen Jugendzentrum in Übach-Palenberg.
Foto: Stadt

 

Essstörungen sind nach wie vor ein großes Thema und sehr vielfältig belegt. Meist stecken große Probleme mit der eigenen Identität und Wertigkeit dahinter. Die Suggestionen der Medien auf einen "perfekten" Körper verzerren oft das Selbstbild. Das Schönheitsideal wird von den Medien sehr hoch angesetzt und so wird der Focus auf Äußerlichkeiten gelenkt, anstatt die inneren Stärken und Werte mit in die Waagschale zu werfen. Daraus entsteht ein Ungleichgewicht, dass sich in seelischem Stress in unterschiedlichen Formen von Essstörungen auswirken kann.

Erfreulich war, dass diese Wanderausstellung zum Thema Essstörung mit dem Namen "Klang meines Körpers" hier in Übach-Palenberg im Mehrgenerationenhaus den weiterführenden Schulen durch Beratungseinrichtungen mit vereinbarten Terminen und der Öffentlichkeit in freien Terminen unter fachlicher Anleitung zugänglich gemacht wurde. Die Schülerinnen und Schüler der verschiedenen Schulen waren interessiert, diese Thematik aus Sicht und Empfinden der Betroffenen zu hören und zu sehen und sich auch teilweise in die Lage hinein zu versetzen. Die Ausstellung half u.a. einen anderen Blick für diese Problematik zu bekommen. Außerdem wurden einige Lösungswege mit auf den Weg gegeben. Eins steht auf jeden Fall fest, die Sucht der Essstörung macht klar, dass man nicht wie bei anderen Süchten, den Faktor des Suchtmittels wie z.B. Alkohol, Drogen oder Nikotin einfach weglassen kann, sondern mit Hilfe von Therapien und Selbsterkenntnissen sein Leben achtsam betrachten muss um ein Gleichgewicht wieder herzustellen, denn ohne Essen geht es auch nicht.

Diese Ausstellung gab allen Jugendlichen und Interessierten die Möglichkeit auf eine besondere Art sich mit dem Thema Essstörung auseinander zu setzen. Der Blick sollte sich nicht auf die Krankheit richten, sondern auf die Jugendlichen - als Menschen voller Lebenshunger und schöpferischem Potential. Positive und lebensbejahende Botschaften wurden vermittelt, die Wege aus der Essstörung aufzeigten. Projektinitiatorin der Ausstellung ist Frau Stephanie Lahusen, Dipl. Musiktherapeutin & Heilpraktikerin, www.werkstatthunger.de.

Die Idee zur Ausstellung "Klang meines Körpers" entstand 2006 in Bamberg im Rahmen einer musiktherapeutischen Gruppenbehandlung. Betroffene Jugendliche haben diese Ausstellung mit eigenen Bildern, Texten und ausgewählter Musik selbst kreiert und sich so zu Wort gemeldet. Die Ausstellung möchte Besucher und Besucherinnen auf emotional-sinnlicher und kognitiver Ebene ansprechen, d.h. mit den kreativen Elementen ist beabsichtigt, die Aufmerksamkeit zu gewinnen und somit zur Auseinandersetzung mit dem Thema Essstörung anzuregen. Die Ausstellung wurde ursprünglich von 5 jungen Frauen entwickelt. Da mittlerweile ebenfalls immer mehr junge Männer von Essstörungen betroffen sind, wurde die Ausstellung um das Porträt eines jungen Mannes erweitert, der ebenso wie die jungen Frauen sehr persönliche und tiefe Einblicke in die eigene Gefühls- und Gedankenwelt in Form von Texten, Bildern und Musik gibt.

Der Arbeitskreis Essstörungen ist vor vielen Jahren in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg und der Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten im Kreisgebiet Heinsberg ins Leben gerufen worden. Der Arbeitskreis Essstörungen hat anlässlich der Ausstellung einen neuen Flyer mit dem Titel "Hilfe bei Ess-Störungen" herausgegeben, der einen Überblick über alle Beratungsstellen gibt, die sich als erste Anlaufstelle für Hilfe suchende Betroffene sehen. Darüber hinaus informiert das Faltblatt über Einrichtungen, die eine medizinische und therapeutische Begleitung bieten. Der Arbeitskreis Essstörung ist nun dem Gesundheitsamt angegliedert. Finanziert wurde die Ausstellung durch das Kreisgesundheitsamt. Die Flyer zum Thema Essstörungen sind u.a. auch bei der Gleichstellungsbeauftragten Adele Müller im Rathaus, Zimmer B2.04, Tel. 02451-9791015 erhältlich.

Informationsmaterial für die Presse

Weitere Informationen zur Veranstaltung im Jugendzentrum können Sie dem Flyer entnehmen.

Möchten Sie mehr über das Thema Ess-Störungen erfahren, dan besuchen Sie www.werkstattlebenshunger.de.