Die Privat-Sammlung Riediger in Übach-Palenberg

 

- einzigartig in Deutschland -

 Sammlung Riediger

Seit 61 Jahren existiert die "Sammlung Riediger" in Übach-Palenberg. Der jetzige Inhaber Richard Riediger hat seine Sammelleidenschaft von seinem Vater Paul geerbt, der in den 20er Jahren einer der Mitbegründer des Geilenkirchener Heimatmuseums war.

Viele Übach-Palenberger kennen die Räume in der Palenberger Otbertstraße, die mit tausenden Exponaten unterschiedlichster Art bestückt sind. Aber nicht nur Übach-Palenberger, sondern auch archäoligisch Interessierte aus dem In- und Ausland. Vor allem geben sich ständig Schulklassen die Klinke in der Otbertstr. 21 in die Hand. Dabei stellt Richard Riediger oft ein "handfestes" Interesse bei den Kindern fest, vor allem, wenn er ihnen das Funktionieren von Feuersteinen oder Steinzeitmessern vorführt.

Ein Fernsehteam zu Gast bei Richard Riediger

Immer wieder waren Fernsehteams zu Gast bei Richard Riediger und interviewten ihn über eine einzigartige Blitzsammlung. (Ein „Riediger-Blitz“ entsteht, in dem ein Blitz in einem Sandboden einschlägt und die hohe Temperatur dafür sorgt, dass der Sand schmilzt und dabei die Form des Blitzes annimmt, d.h. es bedeutet, dass der Sand „sintert“.)

Bestandteile eines steinzeitlichen Fundplatzes

Richard Riediger hat zahlreiche steinzeitliche Fundplätze entdeckt. Sie wurden in der Vergangenheit auch wissenschaftlich erfasst. Hier sieht man die Bestandteile eines solchen Fundplatzes.


Das Privatmuseum hat folgende Schwerpunkte:
500 Artefakte aus der Altsteinzeit - 100000 Artefakte aus der Mittelsteinzeit und viele aus der Jungsteinzeit - Keramik von den Anfängen der Bandkeramik bis in die Neuzeit - Fossilien - Mineralien - ausgestopfte Vögel aus unserer Heimat.

Mit seinen 30 Blitzröhren (gefunden in der Teverener Heide) ist das Museum Riediger einzigartig. Hiermit steht Richard Riediger sogar im Guinnes-Buch der Rekorde. Mit seinem größten Blitz hat er schon manche Reise hinter sich gebracht und bei zahlreichen Menschen staunende Blicke geerntet. Selber sagt er von diesem Blitz: Es ist wahrscheinlicher einen Sechser im Lotto zu haben, als einen solchen Blitz zu finden. (Der "Blitz" ist quasi geschmolzener bzw. versteinerter Sand in Verbindung mit Wasser, der sich durch Einschlag der Blitzenergie bei einem Gewitter bildet).

Kleine Blitzstücke die als Fossiliensammlung ausgestellt werden

Es gibt auch kleine „Blitzstücke“, die hier als Fossiliensammlung ausgestellt werden.

Richard Riediger bekommt viele Einladungen aus ganz Deutschland. Allein im Jahre 2007 nahm er an zehn Fernsehsendungen teil. Zahlreiche Rundfunksendungen und viele Presseartikel im nationalen und internationalen Bereich haben über seine Sammlung berichtet.

Richard Riediger erläutert hier seine Neandertal-Ausstellung

Richard Riediger erläutert hier seine Neandertal-Ausstellung

Steinzeitliche Faustkeile aus seiner großen Sammlung

Steinzeitliche Faustkeile gehören u.a. auch zu seiner großen Sammlung.

Bild einer großen Ausstellung in seinem Privatmuseum die im Jahre 2006 stattfand

Im Rahmen des 80-jährigen Bestehens seiner steinzeitlichen Sammlung (bekanntlich wurde sie von seinem Vater Paul Riediger gegründet), fand eine große Ausstellung in seinem Privatmuseum im Jahre 2006 statt.


Der Name Riediger ist in archäoligischen Kreisen ein Begriff. Archäologen - und solche die es werden wollen - haben schon des öfteren den fachlichen Rat des Hobbyarchäologen gesucht. Hier bewahrheitet sich einmal mehr, dass das "Studium des Herzens" mindestens mit einem normalen Studium mithalten kann.

Richard Riedigers Hauptbetätigungsgebiet war die Teverener Heide. Auf seine 13 Neandertalfundplätze (die meisten in NRW) ist er dabei besonders stolz.

Doch ist leider auch absehbar, dass die Ära Riediger in Übach-Palenberg in mittlere Zukunft ein Ende haben wird. So wird die gesamte urgeschichtliche Sammlung eines Tages ins Landesmuseum Bonn gehen. Die vor allem von seinem Vater aufgebaute Neuguinea-Sammlung hat bereits ein Sammler in Stolberg erworben.

Richard Riediger wurde für seine Arbeit bereits mehrfach ausgezeichnet. Neben der Ehrennadel der Stadt Übach-Palenberg, die er im Jahre 1997 erhielt, wurde er darüberhinaus 1998 mit dem Rheinlandtaler geehrt. Sein Rat bzw. sein Wissen sind bei der „studierten Konkurrenz“ sehr gefragt und anerkannt. Schließlich hat er keinerlei Hochschulstudien absolviert und speist seine Kompetenz aus jahrzehntelanger erlebter Erfahrung.

Noch ist der größte Teil seines und seines Vaters Lebenswerk unter 300 qm Glas in seinem Hause zu besichtigen. Archäoligisch Interessierte sollten die Gelegenheit nutzen und können unter Tel.: 02451-45076 Besichtigungstermine vereinbaren.

Bild von Paul Riediger, Richard Riediger und dem legendären WDR Reporter Walter Erasmie in den 50er Jahren

V.l.n.r. Paul Riediger, Richard Riediger und der legendäre WDR-Reporter Walter Erasmie unterhalten sich in den 50er Jahren über Steinzeit und Archäologie.

Ein Bild der Ton und Keramik Ausstellung im Jahre 1989

Ein Bild der Ton- und Keramik-Ausstellung im Jahre 1989.

Bild von Fundstücken aus Tongeschirr aus dem Mittelalter

Fundstücke von Tongeschirr aus dem Mittelalter, deren Überreste von Richard Riediger gefunden wurde.

Bild von Richard Riediger wie er im Jahre 1997 die Ehrennadel für verdiente Bürger der Stadt Übach-Palenberg erhielt 

Richard Riediger erhielt im Jahre 1997 die Ehrennadel für verdiente Bürger der Stadt Übach-Palenberg. 1998 erhielt er den begehrten Rheinlandtaler.

Bild von der Eröffnungsveranstaltung der Grünmetropole in Herzogenrath im Rahmen der EuRegio mit Richard Riediger

Bei der Eröffnungsveranstaltung der Grünmetropole in Herzogenrath im Rahmen der EuRegio informierte Richard Riediger über seine Blitzesammlung.


Zuguter letzt noch eine Annekdote:

Die Sammlung von “Blitzen” hat – wie oben mehrfach schon erwähnt - in aller Welt schon großes Aufsehen erregt. Hier ist Herr Riediger mit mehreren Einträgen im Guinness-Buch der Rekorde vertreten. Dass er mit einigen Blitzen auch schon zahlreiche Reisen unternommen hat, um sie interessierten Menschen zu zeigen, liegt dabei sehr nahe.

“...na was issn im Goffa?”

Als die DDR noch bestand, fuhr Herr Riediger auch einmal mit dem Interzonen-Zug nach Berlin. Hinter Helmstedt kam wie erwartet auch der Grenz-Vopo und fragte ihn, was denn da in seinem Koffer sei. Herr Riediger antwortete wahrheitsgemäß: “Ein Blitzeinschlag”. Der Vopo reagierte sichtlich verärgert und wurde etwas “pampiger”. Ohne sich jedoch zurückschrecken zu lassen, fügte Herr Riediger hinzu: “Kennen Sie Ihr Land nicht? In Eurer Republik hängt ein noch viel größerer Blitz als ich ihn hier im Koffer habe,” und öffnete dem Vopo, der danach ein Gesicht “wie vom Blitz getroffen” machte, den Koffer.

“Nüscht für unguhd....”

Nach dieser Belehrung durch einen “Vertreter der westdeutschen Arbeiterklasse” (Herr Riediger war zu der Zeit Arbeiter des Städtischen Bauhofes), ging der Grenzpolizist des ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaates sichtlich leiser seiner weiteren Kontrollwege und meinte nur: “Nüscht für unguhd.”

(Alle Fotos: Stadt Übach-Palenberg)