Kettensägen-Kurs für die Jungs von der Freiwilligen Feuerwehr

 

Elf Feuerwehrmänner der Freiwilligen Feuerwehr Übach-Palenberg nahmen an dem Lehrgang teil.

 
 
Als Michael Montag sich die Kettensäge greift, fliegen kurze Zeit später ordentlich viele Späne. Dabei schauen ihm in dem Waldstück auf dem Geilenkirchener Stadtgebiet nicht nur seine Ausbilderkollegen Stefan Peters und Lars Beckers über die Schulter. Auch elf Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr Übach-Palenberg lassen sich von Ausbilder Montag zeigen, wie man Bäume fachgerecht fällt und zerlegt. Das hat mit der Lust am Baumfällen oder gar Umweltfrevel nichts zu tun. Vielmehr ist es für die Wehrleute, deren Dienstgradabzeichen schon auf den ersten Blick erkennen lassen, dass sie nicht unbedingt zu den Frischlingen zählen, eine willkommene Zusatzausbildung. Angeboten wird das Ganze von der Flughafenfeuerwehr der Nato-Airbase in Teveren. „Wir bieten schon seit einiger Zeit in Zusammenarbeit mit dem Bundesforst, der uns die Waldgebiete zur Ausbildung zur Verfügung stellt, diese Lehrgänge für umliegende Feuerwehren an“, berichtet Lehrgangsleiter Stefan Peters. Mit seinen Kameraden Beckers und Montag macht er das Trio der Nato-Feuerwehr komplett.
 
Aber natürlich kennen die Lehrgangsteilnehmer die Drei auch, denn auch in ihrer Freizeit sind sie als Aktive der Freiwilligen Feuerwehr bekannte Gesichter. So treffen sich hier die Jungs auf Augenhöhe zusammen, dabei machen die elf Auszubildenden an diesem Tag ihren praktischen Teil des so genannten „Kettensägenführerscheins“. Der hat insgesamt vier Module, die Übacher Wehrleute sind beim ersten Teil mit Eifer dabei, wenn Bäume mit maximal 20 Zentimetern Stammdurchmesser gefällt werden dürfen. „Schwerpunkt ist zunächst die Sicherheit bei der Arbeit“, sagt Stefan Peters. Das bedeutet entsprechende Schutzbekleidung von Kopf bis Fuß. Das bedeutet aber auch, das richtige Verhalten an Säge und Stamm zu trainieren. Einfach so das scherzhaft „Fichtenmopped“ getaufte Gerät anreißen und lossägen ist nicht. „Wir trainieren alles, von der Gerätekunde, bei der die Jungs lernen, welche technischen Merkmale sie vorfinden, über die Schnittleistung bis zu den geräteigenen Sicherheitseinrichtungen, den richtigen Schnitt und die Beobachtung des zu fällenden Baums oder Strauchs“, erklärt Stefan Peters.
 
Während sich die Lehrgangsteilnehmer mit einer deftigen Suppe stärken, und sich beim ungemütlichen Wetter ein bisschen auch von innen aufwärmen, besprechen die drei Ausbilder schon die nächsten Schritte. „Wichtig ist, die Handgriffe gut zu trainieren, denn hier soll es ja in erster Linie darum gehen, im Einsatzfall die richtige Hilfe mit der Kettensäge leisten zu können“, so Peters weiter. Einsatzfälle gab es im letzten Jahr schon zur Genüge. „Wir hatten nur im letzten Jahr gut 40 Sturmeinsätze“, berichtet Übach-Palenbergs Wehrleiter Detlef Mäntz, der sich von der Ausbildung vor Ort selbst ein Bild macht. Der verheerende Sturmeinsatz von 2016 war dabei nicht die einsame Spitze. Denn erfahrungsgemäß kommen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr immer wieder zum Einsatz, wenn es heißt, mit schwerem Gerät bei Wind und Wetter oder auch in unübersichtlichen Lagen den richtigen Kettensägeneinsatz zur Hand zu haben. Und wie immer bei der Feuerwehr geht es nicht nur darum, für den Ernstfall gut ausgerüstet und ausgebildet zu sein, sondern die eingesetzten Werkzeuge auch zu hegen und zu pflegen. „Schneiden, schärfen und die Wartung gehören auch zum Trainingsprogramm“, schließt Stefan Peters. Dass der Bundesforst mit dem Trainingseinsatz durch die erfahrenen Ausbilder auch etwas davon hat, ist natürlich klar. Wenn am gewachsenen Objekt realistische Schulungen durchgeführt werden können, dann freuen sich nicht nur die Teilnehmer über ungestellte Übungsbedingungen. „Es ist ganz klar eine Win-Win-Situation, denn so werden Bereiche, die ohnehin zurückgeschnitten werden müssen – wie aktuell in der Einflugschneise des Flugplatzes - bei diesem Trainingseinsatz gleich professionell bearbeitet“, schließt Martin Wingertszahn vom Bundesforstbetrieb Rhein-Weser, der beim Kettensägentraining als Beobachter dabei ist.
 
Zum Ende des erfolgreichen Lehrgangs haben nicht nur die Wehrleute einen weiteren Teil ihrer wichtigen Einsatzausbildung absolviert. „Der Bedarf dafür besteht, nicht nur in Übach-Palenberg, auch für die Feuerwehr der Stadt Geilenkirchen haben wir diese Schulungen mehrfach durchgeführt“, weiß Stefan Peters. Denn auch die Bäume, die ohnehin durch den Bundesforst gefällt werden mussten, sind fachgerecht zerlegt, und warten auf ihren Abtransport.
 
 
Fachgerechtes Fällen von Bäumen ist für Feuerwehrleute ein wichtiger Teil ihrer Ausbildung.
Foto: Stadt