Vor allem die etwas härtere Rockschiene wird im Moment von den Musikfans fast jeglichen Lebensalters auf Händen getragen.

 

Vor allem die etwas härtere Rockschiene wird im Moment von den Musikfans fast jeglichen Lebensalters auf Händen getragen.

 

Gute Laune und die Party unter Freunden waren beim zweitägigen Open-Air-Festival an der „Rockfabrik“ in Übach-Palenberg angesagt.
Foto: Stadt

Schon früh war das ansonsten als Parkfläche genutzte Gelände hinter der kultigen Musikstätte an der Übacher Borsigstraße bestens gefüllt und sorgte nicht nur bei den Organisatoren für zufriedene Gesichter.

Fritz Knizia, selbst eine echte Größe nicht nur in der lokalen Musikszene und aus zahlreichen Bands bei zahllosen Auftritten einem breiten Publikum bestens bekannt, freute sich schon am Freitag mit den Gästen über tolle Stimmung. „Aber denkt daran, wir müssen hier draußen um 24 Uhr leider Schluss machen“, rief er den Feierwütigen noch zu, ehe die erste Bands des mit sechs Kapellen gut besetzten Festivals auf die Bühne stürmte.

„Rock Stu“ heißen sie, und der Name ist Programm, denn aus ihren Stromgitarren entwichen bestens bekannte Songs der härteren Sorte. Zwei Mal hatten sie schon drinnen in der „Fabrik“, wie die Fans sie nennen, die Ehre, das Publikum mit ihrer gekonnten Mischung aller Spielarten des Rock zu begeistern. Und als Eisbrecher für den Auftakt am Freitagabend konnte es kaum eine bessere Musikmischung geben. Spätestens, als sie dann am Schluss ihres bemerkenswerten Gastspiels mit einem perfekt gespielten „Rage against the Machine“-Cover endeten, gingen die ersten „Teufelshände“ als Zeichen des erfahrenen Publikums in die Höhe.


Die musikalischen Eisbrecher des Wochenendes hörten auf den Namen „Rock Stu“ und lieferten feine Unterhaltung.
Foto: Stadt

Echte Ehrerbietung bedeutet das, und diese Zustimmung erntete auch „Hole full of Love“. Warum diese Band, die sich die Stücke der scheinbar unverwüstlichen Rocker von AC/DC auf die Fahnen geschrieben haben, ein Liebling des Veranstalters sind, war schon nach den ersten Takten klar. Vor allem ihre unnachahmliche Energie hatten sie mit dem Original gemein, dass sich Ende der 1970er-Jahre zu einem Unikat der Rockgeschichte entwickelte. Der „Highway to Hell“ wurde damit zu einem aus vielen hundert Kehlen gesungenen Finale, dass die Band mit perfekten Leistungen gerne mitfeierte.

Wer sich im Rund der meist dunkel oder schwarz gekleideten Gäste umschaute, entdeckte auch viele Fans der „Böhsen Onkelz“ oder den gerne mit dieser harten deutschen Musik in Verbindung gebrachten Jungs von „Freiwild“. Und die bei Musikkennern wie –kritikern nicht immer unumstrittenen Songs von den „Onkelz“ fand an diesem Abend mit „La Ultima“ aus Mönchengladbach eine live eingespielte Reinkarnation, die mit den Originalen locker standhalten konnte. „Die Ersatzlegenden“, wie sie gerne auch genannt werden, intonierten jedenfalls alles das, was die originalen „Onkelz“ so vielsagend in ihrem Titel „Gehasst, verdammt, vergöttert“ selbst umschrieben haben. Aber da gab es ja noch Tag zwei auf dem hervorragend gestalteten und mit viel Überlegung geplanten Festivalgelände an der „Fabrik“.


An der „Rockfabrik“ gab es an gleich zwei Tagen ein gut gelauntes Publikum beim Open-Air-Festival mit gleich sechs Bands.
Foto: Stadt

„Heute sind wir etwas sanfter unterwegs“, sagte Fritz Knizia über die Musikauswahl, und da machte auch die über die Region hinaus bekannte Live-Tribute-Band „Fahrerflucht“ keinen Hehl daraus. Allerdings sorgten sie nicht nur dafür, dass das Eis beim Publikum im Handumdrehen gebrochen war, sie bereiteten auch musikalisch den Boden für zwei absolute Ausnahmekönner im zu Recht beliebten „Tribute“-Fach. Zum einen waren die „Dire Strats“ zu hören, die mit traumwandlerischer Sicherheit ihr umfängliches Programm aus dem Portfolio der „Dire Straits“ spielten. „Brothers in Arms“ oder natürlich auch der eins zum Sinnbild für das Medium Musikfernsehen aufgestiegene Song „Money for Nothing“ sorgten für Stimmung und durchgetanzte Schuhe. Das durften sich auch die vier Jungs von „U2 Experience“ gerne auf die Fahne schreiben. Ganz dem Namen getreu, schufen sie mit den Liedern von Bono und Co. nicht nur bei „With or Without You“ oder dem auch politischen Klassiker „Pride“, der mit seinem unnachahmlichen Charakter des „In the Name of Love“-Refrains aus nach millionenfachem Livegesang nichts von seiner ursprünglichen Kraft eingebüßt hat, echte Gänsehautmomente. Und davon gab es beim Live-Rock-Festival an zwei Tagen an der „Rockfabrik“ genug, und wer danach noch mehr Lust aufs Feiern bei der härteren musikalischen Gangart hatte, ließ es sich drinnen bei den entsprechend von den DJs gestalteten Partys noch ein paar Nummern in die Ohren spülen. Applaus und gute Stimmung bei übrigens einer perfekten Bühnenshow mit aufwändiger Lichttechnik gab es so und so, und so dürfen sich die begeisterten Gäste vielleicht schon jetzt auf eine Neuauflage im nächsten Jahr freuen.