Der Marlies-Seeliger-Crumbiegel-Preis ging gleich an zwei Künstler

 

Es war ein riesiger Auflauf rund um unser Schloss Zweibrüggen, als nun zum zweiten Mal nach 2014 der Marlies-Seeliger-Crumbiegel-Preis vergeben wurde. Die Größen der hiesigen Kunstszene waren ebenso anwesend wie hochrangige Vertreter aus Politik und Verwaltung.

 

Ein prall gefülltes Schloss Zweibrüggen freute sich über die zweite Verleihung des Marlies-Seeliger-Crumbiegel-Preises.
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Dabei brachte es Kreissparkassen-Vorstand Dr. Richard Nouvertné in seinen Grußworten auf den Punkt. „Dies ist ein Preis mit Seele und Herz“, sagte er. So habe die Namensgeberin für Kunst mit Leib und Seele gestanden und die Tatsache, dass der Preis von der ihrer Familie vergeben wird, betone, dass Kunst mit Herz gelebt werde.

Da konnte auch Prof. Dieter Crumbiegel selbst, der in Doppelfunktion als Vorsitzender des Künstlerforums Zweibrüggen und – gemeinsam mit den Kindern – Stifter des mit 3.000 Euro dotierten Preises nur nickend zustimmen. Crumbiegel selbst betonte, dass der Preis immer auch in Erinnerung an seine leider im April 2012 verstorbene Frau und Weggefährtin vergeben werde, um ihr Engagement für die Bildende Kunst in der Region weiterleben zu lassen.

Dass es mit den Worten von Laudator und Jury-Mitglied Prof. Dr. Wolfgang Becker eine „künstlerreiche Region“ handelt, bewies schon die Zahl von über 100 Bewerbern bei diesem nur alle zwei Jahre vergebenen Preis. „Dieser Preis ist in der Tat erstaunlich, denn er wird aus einer künstlerischen Familie vergeben, und ist ein persönlicher Preis“, fand Becker. Er hielt die Laudatio für den einen Preisträger, Ralf Wierzbowski aus Aachen. Eleganz und Grazie seien nicht das Metier dieses Künstlers, so Becker, „diese Bilder sind allesamt große malerische Gesten und Materialschlachten“. Der von manchen Betrachtern als düster empfundene Tenor wurde vom Laudator als erfrischende Melancholie empfunden, die einer von Spaß geprägten Gesellschaft den künstlerischen Ernst zurückbringe.

Für die zweite Preisträgerin, Sabine Jacobs aus Monschau, hielt das zweite Jury-Mitglied Dr. Annette Lagler die Laudatio. Sie sah die Synthese aus dem vermeintlich Widersprüchlichen als roten Faden in der Arbeit der Preisträgerin an. Neben den filigranen Strukturen, die auch mit Hilfe von hauchdünnem Papier entstehen, sorge sich Sabine Jacobs in der letzten Zeit auch immer um die Integration der Ausstellungsräume. So schuf sie eigens für die Ausstellung, die zum Marlies-Seeliger-Crumbiegel-Preis gehört, große Rauminstallationen, die mit ihrer Opulenz und ihren feinen Gespinsten die Blicke der Gäste auf sich zogen.


Stifter Prof. Dieter Crumbiegel freute sich mit den Preisträgern Sabine Jacobs und Ralf Wierzbowski.
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„Kunst ist nicht nur ein schönes Beiwerk, sie gehört vielmehr zum Menschsein dazu und macht unser Leben reicher“, sagte Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch. Damit der vom Ersten Bürger angeregte Dialog, den Kunst beim Betrachter auslösen soll, auch in Gang kam, gab es nach dem Festakt mit der wundervollen Musik von Sopranistin Anna Barkhoudarian und Pianistin Janna Kachatrian noch einen Empfang. Und es gab noch den Hinweis auf die Ausstellung der beiden Preisträger, denn ihre wirklich beeindruckenden Werke sind noch bis einschließlich Pfingstmontag, 16. Mai, im Schloss Zweibrüggen zu sehen.


Wundervollen Musik von Sopranistin Anna Barkhoudarian und Pianistin Janna.
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