Es war zwar kein Konzert, doch der Liederabend des Männerchors Boscheln beeindruckte

 
Ein bisschen was war anders beim jüngsten Auftritt des Männerchors Boscheln. Zum einen war da das Outfit: die Mannen um ihren Leader Werner Gibbels sahen mit ihren schicken Strohhüten ein wenig wie Gondolieres aus Venedig aus. Und damit sie auch ohne Fahrt, dafür aber mit frisch geölten Kehlen gut Fahrt aufnehmen konnten, verzichteten sie bei ihrem Liederabend im Schloss Zweibrüggen am Samstagabend auf eine Bühnenkonstruktion. Vielmehr ließen sie in diesem bewusst nicht mit „Konzert“ überschriebenen Programm den Flügel im Schloss auf seinem angestammten Platz, und rückten gleich auf die Treppe im Saal. So konnten die in der für diesen Veranstaltungsort ungewöhnlichen Diagonalanordnung der Sitzplätze die übliche „Guckkasten“-Anordnung verlassen.
 
 
Eine für Konzerte im Schloss Zweibrüggen ungewöhnliche Anordnung ohne Bühnenaufbau hatten der Männerchor Boscheln und die Sopranistin Heidi Gottschalk für ihren gut besuchten Liederabend ausgewählt.
Foto:Stadt 
 
Die Stimmen der schick gekleideten Jungs breiteten sich so fächerförmig aus und erreichten mit ihren durchweg emotionalen Stücken auch die Herzen der Damen in der letzten Reihe. Und die Damen schienen an dem Abend, der kein Konzert war, aber ein beeindruckendes Statement der Lust der Herren am Singen in der Gemeinschaft, ein Dauerthema zu sein. Nicht nur ließen sie mit Titeln wie „Schau einer schönen Frau nie zu tief in die Augen“ oder „Ob blond, ob braun, ich liebe alle Frau’n“ das schöne Geschlecht in verschiedenen Facetten zum Thema der Sangeskunst werden. Mit der ausgezeichneten Sopranistin Heidi Gottschalk, boten die Herren auch eine Dame auf, die sich kongenial in das fein gesponnene Klangbild einfand. Ob bei ihren Solo-Auftritten wie mit „One Moment in Time“ oder „Nella Fantasia“, oder auch im Einklang mit den sonoren Herrenstimmen: die Stimme von Heidi Gottschalk ließ fröhliche Schauer des Musikgenusses über die Körper der Gäste huschen.
 
Unter den gut zwei Dutzend Titeln fand sich eine mehr als nur gelungene Mischung aus Gassenhauern, alten und neueren Schlagern oder auch Ausflügen in die Welt der Musicals. Und dank des flinken Tastenspiels von Franz-Josef Mainz am Flügel oder Keyboard, waren immer alle im Gleichtakt. Wippende Füße, strahlende Gesichter und gute Laune waren so garantiert, und eine Wiederholung des Vergnügens würde sicherlich nicht nur Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch erfreuen, der in der ersten Reihe den Abend genoss. Und beim Stadtlied, dass die gestandenen Jungs vom Männerchor Boscheln übrigens schon für die erste eigene CD ausgewählt hatten, dürfte nicht nur der Erste Bürger kräftig mitgesungen haben.