Der Nachwuchs kommt in die Gänge, zumindest an der Willy-Brandt-Gesamtschule

 

Die nachhaltige Kooperation zwischen der Willy-Brandt-Gesamtschule (WBG) und dem Maschinenbauer Saurer.Schlafhorst trägt schon seit längerer Zeit reiche Früchte. Nun wurde mit einer besonderen Zusammenarbeit an einem Projekt ein weiterer Meilenstein geschaffen.

 
Die Auszubildenden der Firma sind neben ihren Ausbildungsthemen gemeinsam mit Schülern der WBG dabei ein Mini-Auto zu bauen. Das Projekt läuft auf Hochtouren, ganz als eigenständiges Produkt der Ausbildungswerkstatt. Jan Bischofs ist einer der Schüler, der den jungen Azubis dabei hilft. Der 16-Jährige schraubt hier, prüft da und stellt dort ein. Dabei ist Jan eigentlich noch keiner von den Jungs und Mädels, die sich in Übach-Palenberg für ihre Zukunft im Textilmaschinenbau ausbilden lassen. Doch bald ist auch Jan einer von ihnen, denn nach dem Abschluss an der Willy-Brandt-Gesamtschule wird er hier seine Ausbildung machen. Gerade ist die Zusage gekommen und Jan kann seine Freude darüber kaum in Worte fassen. „Ich habe mich einfach mal beworben und freue mich schon jetzt auf die Ausbildung“, sagt er. Ein, zwei Praktika hat er hier gemacht, ein Teil der Familie arbeitet schon hier. Dass Jan bald auch das rote Shirt der Azubis tragen darf, liegt auch an der Kooperation zwischen der hiesigen Willy-Brandt-Schule und dem Betrieb. „Wir pflegen natürlich auch mit anderen Schulen Partnerschaften, aber mit der Gesamtschule ist die Zusammenarbeit schon eine Besondere“, sagt Ausbildungsleiter Thomas Kalitzki dazu. Die besondere Partnerschaft schlägt sich beispielsweise in der Dauer des Projekts nieder. Denn das offiziell „Projekt BT-Car Engineering Design“ getaufte, freiwillige Angebot für Schüler von der WBG ist kein Ein-Tages-Ding. Insgesamt drei Mal eine Woche ist eine Gruppe von acht Schülern angemeldet. „Sie haben so die Möglichkeit, außerhalb des Unterrichts, Einblicke in technische Sachverhalte zu gewinnen“, sagt Elke Philipp, Berufswahlkoordinatorin an der Schule.
 
Kennengelernt haben die Schüler den Betrieb schon über Praktika innerhalb der Kooperation. „Seit Jahren besteht eine lebhafte Kooperation zwischen den beiden beteiligten Partnern“, ergänzt Lehrer Wolfgang Löchte. Und dank der finanziellen Unterstützung durch das Projekt zdi (Zukunft durch Innovation) in NRW wird es zum allseitigen Gewinn für alle Beteiligten. „Wir können schon bei den Praktikanten schauen, wer sich eventuell eignen könnte“, berichtet Thomas Kalitzki weiter. Die acht Freiwilligen zeigen alleine schon durch ihre freiwillige Teilnahme bei einem Projekt wie mit dem, mit innovativer App-Steuerung, ausgerüsteten Auto besonderen Einsatz. Kein Wunder also, dass Jan Bischofs bald nicht mehr „nur“ Schüler an der WBG ist, sondern bald auch zum Ausbildungsstab des etablierten Unternehmens gehört. Denn er muss sich nicht nur in seinen Fähigkeiten beweisen, Platinen und die mechanischen Teile des Autos in Begleitern von Auszubildenden und Ausbildern selbständig zu bauen. „Für uns zählt auch Teamwork“, sagt Thomas Kalitzki. Jan fügt sich bestens ein und nur seine etwas anderen Klamotten sind noch das äußere Zeichen, dass er den Schritt zum Azubi-Dasein noch nicht ganz vollzogen hat.
 
„Zukunft durch Innovation.NRW“ (zdi) ist der Name der Gemeinschaftsoffensive zur Förderung des naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchses in NRW. Über 3600 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft, Schule, Politik und Gesellschaft gibt es, damit ist „zdi“ das größte Netzwerk dieser Art in Europa. 44 Netzwerke gibt es im ganzen Land, 50 zdi-Schülerlabore und zahlreiche weitere Einrichtungen, beispielsweise Lernwerkstätten an Schulen und außerschulische Lernorte an Forschungseinrichtungen und Unternehmen ergänzen das Angebot. Aktuell erreichen die zdi-Netzwerke jährlich rund 300000 junge Menschen. In unserer Region wird das Projekt über die Stadt Aachen gesteuert.