Karnevalistenempfang 2016 im Schloss Zweibrüggen

 

Die Karnevalsvereine aus der Stadt Übach-Palenberg beim Karnevalistenempfang im Schloss Zweibrüggen.
Foto: Stadt

Rede von Bürgermeister Wolfgang Jungntisch beim Karnevalistenempfang 2016:

Liebe Närrinnen und Narren,

der Philosoph Arthur Schopenhauer sagte einmal: „Der Heiterkeit sollen wir, wenn immer sie sich einstellt, Tür und Tor öffnen, denn sie kommt nie zur unrechten Zeit.“ Wo er Recht hat, da hat er Recht. Heiterkeit sollten wir immer einlassen. Der so genannte Ernst des Lebens drängt sich einem schon ganz von alleine auf. Für Heiterkeit ist deshalb immer die richtige Zeit, und manchmal, wie heute, sogar eine besonders richtige Zeit.

Zumal auch ein Politiker durchaus etwas zum Thema Heiterkeit und Humor beitragen kann. Denn Humor hat man oder man hat ihn nicht, ganz unabhängig von Amt und Würden oder Karnevalsrängen. Und gerade diejenigen, die mit den ernsten, den schwierigen Dingen des Lebens befasst sind, brauchen ein bisschen Heiterkeit als Gegengewicht. Bekanntlich ist „Humor, wenn man trotzdem lacht.“

Humor ist also die Fähigkeit, die Mühsal und die Fallstricke des Lebens zu ertragen, ohne die Nerven zu verlieren. Humor ist die Fähigkeit, allem auch die komischen Seiten abzugewinnen, und nicht zuletzt ist Humor das Vermögen, auch über sich selbst zu lachen. Humor macht das Leben leichter, und da, wo gelacht wird, da kann man sich ruhig niederlassen.

Denn Lachen befreit von Anspannungen und Verspannungen, von Hemmungen und Sorgen. So wie es gut tut, sich mal auszuweinen, so braucht der Mensch auch das Ablachen – meinte immerhin schon Sigmund Freud, der große Erforscher der menschlichen Psyche. Mit dem Lachen werden wir das los, was uns bedrückt, mit dem Lachen können wir die spielerischen Züge unseres Wesens ausleben, mit dem Lachen sehen wir wieder die schönen Seiten des Lebens.

Dank Ihrem Engagement, liebe Mitglieder der Karnevalsgesellschaften, können wir in der fünften Jahreszeit das Leben feiern und genießen sowie einmal alles auf den Kopf stellen. Sie ermöglichen uns über Dinge zu lachen, die sonst tierisch ernst genommen werden. In dieser Jahreszeit sind Ausgelassenheit und Lebensfreude Trumpf.

Dafür möchte sich die Stadt Übach-Palenberg, kurz vor dem großen Finale, mit dem traditionellen Karnevallistenempfang bei allen Karnevalsgesellschaften aus unserer Stadt bedanken. Bitte sehen Sie es mir nach, wenn ich nicht jedes Mitglied persönlich begrüße. Seien Sie alle herzlich willkommen! Namentlich begrüße ich recht herzlich hier im Barocksaal:

  • Unser Stadtdreigestirn Jungfrau Wilfriede, Bauer Niclas und Prinz Marcel I. sowie die Karnevalsgesellschaft Frelenberger Esel e. V. 1972 mit der 1. Vorsitzenden Hannelore Klemt und den stellvertretenden Präsidenten Nico Derichs,
  • die Karnevalsgesellschaft Lustige Marienberger Jekken 1985 e. V. mit der 1. Vorsitzenden Monique Switalla und dem Präsidenten Harald Horn,
  • die Karnevalsvereinigung Wurmtal-Funken 2009 e. V. mit der 1. Vorsitzenden Brigitte Korsten und dem Präsidenten Hermann-Josef Korsten,
  • von der Karnevalsgesellschaft Scherpe-Bösch-Wenk sind leider aus beruflichen Gründen der 1. Vorsitzende, Manfred Börger, und der Präsident, Leon Greven, verhindert. Stellvertretend begrüße ich Silvia Börger,
  • die Jecke Bürgerwehr Boscheln mit der 1. Vorsitzenden Monika Schulz,
  • die Übach-Palenberger Karnevalsgesellschaft 1953 e. V. mit dem 1. Vorsitzenden Hans-Josef Offermanns und (dem Präsidenten Michael Falk),
  • vom Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise e.V. begrüße ich Harry Hermanns.


Ganz besonders möchte ich auch den

  • Festausschussvorsitzenden, Herrn Wolfgang Dressel begrüßen
  • sowie den Landgraafer Stadtprinz Erik I. sowie den Jungprinz Tim I. mit ihren Adjutanten.


Mein Kollege Raymond Vlecken aus Landgraaf hat heute Abend eine Ratssitzung und lässt sich von daher entschuldigen.

Liebe Närrinnen und Narren,

die Session 2015/2016 begann mit der Proklamation des Stadtdreigestirns in Frelenberg.

Nach einem stimmungsvollen Einstieg in den Abend mit einer guten Mischung aus Kabarett, Musik und Tanz war es dann soweit, dass alte Stadtprinzenpaar musste die herrschaftlichen Insignien an das erste Frelenberger Stadtdreigestirn übergeben. So wurde aus Wilfried Schultz, Jungfrau Wilfriede, aus Niclas Meuwissen, Bauer Niclas und aus Marcel Derichs, Prinz Marcel I.. Die KG Frelenberger Esel e. V. 1972 übernahmen nicht nur die Stadtregentschaft, sondern feiern auch 4x11 Jahre. Getreu ihrem Motto: „44 Jahre Karneval fiere is wunderbar. Piratenpower statt Partei, ab heute regieren nun wir drei. Das ganze Übach-Palenberger Narrenland steht nun unter Piratenhand“, waren Jungfrau, Prinz und Bauer auf der Bühne nicht mehr zu halten. Die drei „grandiosen“ Sänger wurden von drei Gitarristen, mit aufblasbaren Gitarren, begleitet. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gitarren noch nicht so gefürchtet, aber dies sollte sich von Sitzung zu Sitzung ändern, aber hierzu später mehr.

Der Karnevalsgesellschaft Frelenberger Esel e. V. 1972 möchte ich recht herzlich zum 44-jährigen Besehen gratulieren. Bitte bereiten sie den Närrinnen und Narren noch viele Jahre Freude.

Liebe Jungfrau Wilfriede,
lieber Prinz Marcel I.,
lieber Bauer Niclas,

ich kann mir vorstellen, dass auf Grund der sehr kurzen Session der Termindruck noch höher ist, als in einer normalen Session, dennoch hoffe ich, dass Ihr die Zeit eurer Regentschaft bis jetzt genießen konntet und vor allem noch genießt. Auch wenn Ihr jetzt zu dritt an der närrischen Spitze seid, heißt es nicht, dass der Rathaussturm einfacher wird. Vor allem habe ich mir in diesem Jahr heldenhafte Hilfe organisiert. So stehen zur Verteidigung des Rathauses nicht nur Batman und Superman an meiner Seite, sondern noch viele weiter Superhelden. Nicht, dass Ihr am Ende gleich zweimal in die Geschichtsbücher eingeht. Einmal als erstes Dreigestirn der Karnevalsgesellschaft Frelenberger Esel e. V. 1972 und einmal als erstes Stadtdreigestirn, das beim Rathaussturm unterlegen ist. Wir alle werden es am 04.02.2016 sehen. Bis dahin könnt Ihr ja noch zusätzliche Kräfte organisieren oder besser ein Kapitulationsschreiben vorbereiten.

In diesem Jahr war Silvester nicht nur ein Jahreswechsel, sondern auch der Startschuss für die Gala- und Kostümsitzungen in unserer Stadt. Die letzten Silvesterraketen waren noch nicht ganz verstummt, da hieß es für Sie, liebe Karnevalisten, rein in die Uniform.

Für alle Närrinnen stand als erstes die Damensitzung der KG Scherpe-Bösch-Wenk auf dem Programm. Meine Frau hat mir nur positives von der Sitzung berichtet. Selbstverständlich wurden hier überwiegend die Männer durch den Kakao gezogen.

Die „Trauerschnallen“ und die als Putzfrauen verkleideten „Harlequeens“ sowie die „Pink Ladys“ verbreiteten mit ihren Darbietungen Witz und Spaß. Ebenso hat die eigene Garde ihren Gardetanz präsentiert. Die beiden ausverkauften Damensitzungen belegen, dass die „Pink Ladys“ ein hervorragendes Programm auf die Beine gestellt haben. Vielleicht gibt es ja im nächsten Jahr auch einmal eine reine Herrensitzung?

An dieser Stelle möchte ich mich bei Dir, liebe Silvia, für Deine langjährige Tätigkeit als Präsidentin der KG Scherpe-Bösch-Wenk 1955 e. V. bedanken. Nach 20 Jahren hast Du das Präsidentenzepter an Leon Greven übergeben. Leider kann er am heutigen Abend aus beruflichen Gründen nicht persönlich im Schloss sein, daher bitte ich Dich, liebe Silvia, dass Du ihm meine herzlichsten Glückwünsche übermittelst.

Ein Tag später hat die Jecke Bürgerwehr und die ÜPKG zu eingeladen. Leider konnte ich nicht zu beiden Veranstaltungen. Daher hat mich Peter Fröschen bei der Jecken Bürgerwehr vertreten. Er war vom bunten und karnevalisten Programm sehr begeistert.

Ich habe mich dann auf den Weg zur Galasitzung der Übach-Palenberger Karnevalsgesellschaft 1953 e. V. gemacht. Die Tänzerinnen von „Millenium“, der Tanzsportverein der Narren- und Piratengarde Vicht, die „City Girls“ aus Jülich oder die Tanzmariechen der jeweiligen Karnevalsgesellschaften sorgten auf der Kostümsitzung der ÜPKG mit Ihren hervorragenden Choreografie für Tempo und boten den anwesenden Närrinnen und Narren erstklassige Tanzdarbietungen.

Dank der kabarettistischen Einlagen unter anderem von Alfred Wings, besser bekannt als „Der Lange“, wurden die Lachmuskeln an diesem Abend nicht verschont.

Natürlich hat auch das Stadtdreigestirn es sich nicht nehmen lassen ein paar Lieder zum Besten zu geben. Mit im Gepäck waren auch die befürchteten drei aufgeblasenen Gitarren. Nun die Aufklärung. Sobald die Gitarren zum Vorschein kommen, zucken Präsidenten, Vorsitzende oder auch Politiker zusammen, denn keiner weiß, wer spontan zum Gitarristen bestimmt wird. Auf der Sitzung der ÜPKG hat es unter anderem Mitglieder aus dem Elferrat getroffen.

Selbstverständlich waren auch befreundete Karnevalsgesellschaften zu besuch. So hat die KG „Oecher Prente“ den Elferrat auf die Bühne begleitet. Neben der Marktprinzessin Sara I. vom befreundeten Karnevalsausschuss Setterich hat auch die KG „Funkengarde“ Auenheim vorbeigeschaut.

Eine Woche später hat die Karnevalsgesellschaft Lustige Marienberger Jekken 1985 e. V. zur Gala- und Kostümsitzung geladen. Dank einer hervorragenden Jugendarbeit haben die Marienberger Jekken nicht nur eine Garde, sondern drei. So konnten die Gäste sich über die Tanzdarbietungen der kleinen, mittleren und großen Garde erfreuen. Ebenso hat die eigene Sängerin Alex Seebald die ganze Turnhalle mit ihren musikalischen Tönen verzaubert und zum Toben gebracht.

Auch in Marienberg hat das Stadtdreigestirn vorbeigeschaut. Sie werden es ahnen, auch hier wurden wieder Gitarristen gesucht. Ab diesem Zeitpunkt war dann der ruhige Abend für mich zu Ende.

Das Highlight der Gala- und Kostümsitzung war der beeindruckende Auftritt der Stadtgarde „Oecher Penn“ von 1857 e. V.. Die Bühne von 65 Quadratmeter wurde immer voller und voller und der Einmarsch war lange noch nicht beendet. Am Ende waren es 142 Mann. Das Bild alleine war ja schon beeindruckend, aber trotz der vielen Menschen und dem geringen Platz zeigte das Marketenderpaar ihr tänzerisches Können. Der Kommandant sagte bereits im Vorfeld: „Wir kommen auch, wenn nur eine Telefonzelle zur Verfügung steht.“ Ebenso hat die Stadtgarde ihr diesjähriges Programm präsentiert. Es handelte von den Erlebnissen einer gemeinschaftlichen Reise durch unser Nachbarland den Niederlanden.

Neben den erstklassigen Eigengewächsen waren die „Heijopeis“, die Showtanzgruppe „Moonlight, die Tänzerinnen und Tänzer der „Nothberger“, „Mike der Bademeister“ und die Band „Rabatz“ für die hervorragende Stimmung im Saal mitverantwortlich. Abgerundet wurde das Programm, weit nach Mitternacht, vom Trompeter Bruce Kapusta.

Die Karnevalsgesellschaft Frelenberger Esel e.V. 1972 sowie die Karnevalsvereinigung Wurmtal-Funken 2009 e. V. haben Ihre Sitzungen auch erst nach dem heutigen Empfang. Deshalb wünsche ich ihnen beiden viel Glück, Erfolg und vor allem gute Stimmung. Ich bin mir sicher, dass die Sitzungen genau so gut werden, wie die Sitzungen bei denen ich bereits zu Gast sein durfte.

Gerne möchte ich noch auf zwei Veranstaltungen von den KG Lustige Marienberger Jekken 1985 e.V. hinweisen. Dies ist zum einen der karnevalistische Seniorennachmittag, am Sonntag, 31.01.2016 um 14.00 Uhr in der Stadthalle Werden, sowie zum anderen der traditionelle Kinderkarneval in der Rockfabrik, der am Freitag, 05.02.2016 ab 13 Uhr stattfindet.

An diese Stelle möchte ich mich bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den Service am heutigen Abend übernommen haben, bedanken. Ohne diese fleißigen Helfer wäre solch ein Empfang gar nicht denkbar. Ein ganz besonderer Dank geht an Jutta Gündling, die für die erstklassige Organisation des Karnevalistenempfangs verantwortlich ist.

Nicht nur beim Rathaussturm wünsche ich uns allen schönes Wetter und viel Freude sondern auch beim Straßenkarneval am Tulpensonntag und Rosenmontag, damit viele Karnevalisten kommen und die tollen Umzüge genießen können. Ich persönlich bin sehr gespannt auf die selbst gebauten und fantastisch geschmückten Karnevalswagen. Ich drücke die Daumen, dass alles so verläuft, wie Sie, liebe Anwesenden es sich vorgestellt haben.

Bis zum Rathaussturm und vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Es gilt das gesprochene Wort