Die Geschichte mit den Entchen, den Gebärden und noch mehr Gequake

 

Große und kleine Gänse eint die Sprache. Denn sie schnattern und quaken alle, egal, ob leiser, lauter, höher oder tiefer. Dass Sprachbarrieren keine Rolle spielen, wenn es darum geht, dass Menschen verschiedener Herkunft zusammentreffen, um ein Buch zu lesen, das demonstrierten nun die Damen vom Förderverein „Freunde und Förderer der Stadtbücherei Übach-Palenberg“.

 

 Maria Röhlen (3.v.l.) und Dolmetscherin Naima Azizi (4.v.l.) brachten den Flüchtlingen auch mal mit Händen und Füßen die Geschichte von Ente Ella näher.
Foto: Stadt

Sie luden arabisch sprechende Flüchtlingskinder ein, um bei einer Vorlesestunde in der Stadtbücherei an der Comeniusstraße die Geschichte von Ella kennenzulernen. Letztere ist eine von Autorin Monika Dittrich erfundene Gans, die den Gänsemarsch blöd findet, und lieber fliegt. Aber Mama Entenmama auf große Entdeckungsreise in die neue Welt zu gehen. Sie machte es der Vorsitzenden Maria Röhlen vom Förderverein auch leicht, den Zugang zu den Flüchtlingskindern zu bekommen.

Das war trotz der unerwartet auftretenden Verständigungsprobleme dann doch noch ein richtig großer Spaß. Eigentlich hatten die Veranstalter vorgebaut, und Naima Azizi als Arabisch sprechende Dolmetscherin engagiert. „Aber zwischen Hocharabisch und marokkanischem Dialekt gibt es trotzdem Unterschiede“, so Azizi. Dennoch wurde Satz für Satz erst in Deutsch gelesen, und dann mit vielen Gebärden und auch Geräuschen so übersetzt, dass auch diejenigen, die noch kein Deutsch können, ihren Spaß am Bilderbuch hatten.

Quaken war dabei Pflicht, auch das Piepen von jungen Vögelchen wurde perfekt imitiert, und am Ende halfen Kinder wie der siebenjährige Ahmed dabei, dass die Gänse-Geschichte nicht unterging. Mit Händen und Füßen klappte alles, und es tat der hervorragenden Laune bei dieser gelungenen Lesestunde keinen Abbruch. „Mir ist es wichtig, an die Flüchtlinge, die neu zu uns kommen, heranzutreten, und ihnen die deutsche Kultur näherzubringen“, sagte Maria Röhlen am Rande der Veranstaltung. So könne aber nicht nur die Integration in die Gesellschaft gelingen, sondern auch die Leidtragenden von politischen Unruhen und Terror, wie Röhlen betonte. „Sie sind zudem die Leser von morgen, und da der Förderverein einen Bildungsauftrag hat, möchte ich in diesem Bereich aktiv sein“, schloss sie.