Die Bürgerinnen und Bürger wurden über die Zukunft der Wasserversorgung in Übach-Palenberg informiert

 

Übach-Palenberg bezieht derzeit über die enwor sein Trinkwasser aus der Talsperre in Roetgen. Hierbei handelt es sich um sog. Oberflächenwasser, welches in der Bevölkerung grundsätzlich bisher als weiches Wasser wahrgenommen und geschätzt wird. Die enwor konnte über Jahrzehnte erhebliche Ergebnisse über den Verkauf von Trinkwasser an Übach-Palenberger Bürger und Gewerbe realisieren. Diese Ergebnisbeiträge verbleiben jedoch derzeit nicht in der Stadt Übach-Palenberg, sondern gehen an die in der Städteregion Aachen ansässigen Anteilseigner (Kommunen) der enwor. Dies will die Stadt Übach-Palenberg künftig zugunsten des städtischen Haushaltes ändern, ohne dabei die Wasserqualität zu verschlechtern.

Wie dies gelingen kann, war Thema auf der öffentlichen Informationsveranstaltung am 14. April 2015 im Pädagogischen Zentrum. Hierbei unterteilte sich die Veranstaltung in zwei Themenbereiche.

 
Thomas de Jong, der Erste Beigeordnete Helmut Mainz, Kämmerer Björn Beeck, unser Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Karl-Heinz Feldhoff und Rechtsanwalt Konrad Adenauer (v.l.) informierten zur künftigen Wasserversorgung in Übach-Palenberg.
Foto: Stadt
 
Im ersten Teil wurde das Konzept in Form eines Organisationsmodells von Fach-Rechtsanwalt Konrad Adenauer von der Luther-Anwaltsgesellschaft aus Köln vorgestellt. Danach plant die Stadt Übach-Palenberg zusammen mit dem Kreiswasserwerk Heinsberg als strategischem Partner die Gründung einer neuen Gesellschaft. Diese Gesellschaft soll anstelle des derzeitigen Wasserversorgers die Wasserversorgung in Übach-Palenberg übernehmen und angemessene Erträge für den städtischen Haushalt erwirtschaften.

Rechtsanwalt Konrad Adenauer von der Kölner Anwaltsgesellschaft Luther legte die rechtlichen Grundlagen der zu gründenden „WÜP“ dar.
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 Präsentation von Herrn Konrad Adenauer

Im Anschluss an den Vortrag konnten Fragen gestellt werden. Beispielsweise wurde auf Nachfrage der Zuhörer klargestellt, dass nach dem derzeitigen Verhandlungsstand noch keine abschließende Entscheidung für oder gegen einen Wasserversorger getroffen wurde. In diesem Zusammenhang sei aber klare Vorgabe, dass der Wasserpreis nicht steigen dürfe.

Im zweiten Teil ging es dann um das Thema der Wasserqualität, welches durch den Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Herr Dr. Karl-Heinz Feldhoff, ausführlich und sachlich erläutert wurde. Hierbei ging Herr Dr. Feldhoff aus unabhängiger Sicht der Aufsicht insbesondere auf einen Vergleich zwischen dem derzeitigen Oberflächenwasser der enwor mit dem Grundwasser aus dem Wasserwerk in Schinveld ein. Im Endergebnis konnte von Seiten des Kreisgesundheitsamtes festgestellt werden, dass auch bei einem Wasserdargebot für Übach-Palenberg aus Grundwasser nicht mit einer Veränderung des Härtegrades und keinesfalls mit irgendwelchen Verunreinigungen aus den Grundwasserstockwerken zu rechnen sei. Auch eine evtl. teilweise Umkehrung der Fließrichtung sei in der vorliegenden Konstellation unbedenklich. Die Qualität des Trinkwassers werde auch künftig in vollem Umfang erhalten bleiben 

Der Leiter des Kreisgesundheitsamtes Heinsberg, Dr. Karl-Heinz Feldhoff, verglich die Wasserqualitäten von enwor und der niederländischen WML.
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 Präsentation von Herrn Dr. Karl-Heinz Feldhoff

Im Anschluss an die Ausführungen von Herrn Dr. Feldhoff wurde wieder eine Fragerunde durchgeführt. Hiervon wurde auch reger Gebrauch gemacht, allerdings blieb Herr Dr. Feldhoff keine Antwort schuldig, sodass die anfängliche Skepsis zum großen Teil abgebaut werden konnte. 

Rund 150 Anwesende brachten bei der Informationsveranstaltung im Pädagogischen Zentrum viele kritische Überlegungen zur künftigen Wasserversorgung in Übach-Palenberg ein.
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Das Ziel der Stadt Übach-Palenberg ist zusammengefasst klar definiert: Die Stadt Übach-Palenberg beabsichtigt, über den Verkauf von Trinkwasser angemessene Erträge zur Entlastung des kommunalen Haushaltes zu erwirtschaften ohne dabei die Wasserpreise zu erhöhen. Hierbei hat die Wasserqualität mindestens der derzeitigen Qualität zu entsprechen.

Der Erfolg dieser ersten Veranstaltung bestätigt das große Interesse unserer Bevölkerung insbesondere zum Thema der Wasserqualität. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, welche nicht an der Informationsveranstaltung vom 14. April teilnehmen konnten, haben in weiteren Veranstaltungen die Möglichkeit, sich zu informieren. Folgende Veranstaltungen werden noch durchgeführt: 

  • Mittwoch, 22. April, ab 18 Uhr im Mehrgenerationenhaus, Bahnhofstraße 14 im Stadtteil Palenberg,
  • Mittwoch, 6. Mai, ab 18 Uhr im Foyer der Grundschule Boscheln, Martin-Luther-Straße 14 im Stadtteil Boscheln,
  • Montag, 18. Mai, ab 18 Uhr im Feuerwehrgerätehaus Scherpenseel, Grotenrather Straße 12 im Stadtteil Scherpenseel,
  • Dienstag, 19. Mai, ab 18 Uhr im Foyer der Schule Marienberg, Schulstraße 42 im Stadtteil Marienberg,
  • Dienstag, 2. Juni, ab 18 Uhr im Pädagogischen Zentrum,
  • Mittwoch, 23. Juni, ab 18 Uhr in der Begegnungsstätte Frelenberg (erreichbar über den Parkplatz hinter dem Feuerwehrgerätehaus Frelenberg), Kantstraße 1a im Stadtteil Frelenberg