Jürgen Tarrach empfing den 5. Kunst- und Kulturpreis der Stadt Übach-Palenberg

 

Man kennt ihn aus Krimis, man sieht ihn auf der Theaterbühne und selbst im James-Bond-Abenteuer „Casino Royale“.

 

Schauspieler Jürgen Tarrach empfing im Carolus-Magnus-Centrum (CMC) den Kunst- und Kulturpreis der Stadt Übach-Palenberg.
Foto: Stadt

Doch selbst einer, wie Schauspieler Jürgen Tarrach ist nur ein Mensch, der schonmal vergisst, sein Mobiltelefon auszuschalten. Oder vielleicht hatte er ja auch auf die Nachricht seiner Frau Ulrike gewartet, die leider am Samstagabend nicht dabei sein konnte, als der gebürtige Geilenkirchener und ein paar Jahre in Boscheln aufgewachsene Charaktermime den Kunst- und Kulturpreis der Stadt Übach-Palenberg empfing.

120 Gäste waren dann aber dabei, als Tarrach das Summen seines Handys bemerkte, während seiner Dankesworte stoppte, und den Zuhörern dann noch etwas abseits des offiziellen Protokolls sagte. „Ich muss Ihnen das jetzt vorlesen“, so Tarrach, der sodann die Gratulation zum Preis aus der elektronischen Feder seiner Frau verlas. Das war aber nicht der einzige Anlass zum Schmunzeln beim überaus gelungenen Abend in der ehemaligen Lohnhalle das Carolus-Magnus-Centrums (CMC). Dafür sorgte nicht nur der überaus sympathische und sehr volksnahe Preisträger selbst.

 

„Professor wirst Du aller Voraussicht nach nicht mehr werden“, meinte beispielsweise mit einem großen Augenzwinkern Laudator und Freund Elk Martin, auf dem Podium. Dennoch habe die Jury mit Tarrach eine gute Wahl getroffen, schließlich habe er den durchaus steinigen Weg zum Schauspieler mit Bravour hinter sich gebracht. „Jürgen weiß sehr genau, dass Talent kein Verdienst ist, sondern ein Geschenk“, schloss er. Dennoch sei Tarrach bodenständig geblieben, egal, ob der 1960 geborene Mime nun in Berlin, Salzburg oder eben Übach-Palenberg auf der Bühne des Lebens stehe.

„Kunst allein um der eigenen Berufung willen, gestaltet sich im Alltag oft schwierig“, ergänzte Übach-Palenbergs Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, der Tarrach den Preis überreichte. „Aber ihre langjährige Karriere findet heute mit der Verleihung des Kunst- und Kulturpreises eine angemessene Würdigung“, fand Jungnitsch. Natürlich durfte der Dank an die Kreissparkasse Heinsberg und die Raiffeisenbank Heinsberg als Sponsoren des Preises ebenso bei der von Martina Waliczek moderierten Veranstaltung nicht fehlen, wie ein Eintrag ins Goldene Buch der Stadt.

„Mir persönlich hat imponiert, dass sich der Schauspieler, der in seinen Filmen meist nicht zimperlich ist, auch privat mit seiner Meinungsäußerung nicht zurückhalt“, lobte abschließend Raiffeisenbank-Vorstandsmitglied Klaus-Dieter Kroll.

Und das nicht zu Unrecht, ist Tarrach doch auch dem Werk von Misereor verschrieben, macht sich stark gegen Ausbeutung und Armut. Doch das könnte an diesem Abend auch nur eine Nebenrolle gespielt haben, denn neben dem Kunst- und Kulturpreis war sicherlich die Gratulation seiner Frau eine der Nachrichten des Tages für Jürgen Tarrach.