Erster Empfang für die Migranten in der ehemaligen Zechengemeinde

 

Der Ort für den ersten Empfang zur Würdigung der Migranten hätte nicht besser gewählt sein können. Denn in der ehemaligen Lohnhalle unseres Carolus-Magnus-Centrums (CMC) haben eben jene Menschen auch aus fremden Ländern in aktiven Zeiten der früheren Gewerkschaft Carolus Magnus ihren Lohn empfangen.

 

Rund 50 Anwesende waren zum ersten Empfang zur Würdigung von Migranten in Übach-Palenberg in die ehemalige Lohnhalle des CMC gekommen.
Foto: Stadt

Meist waren sie italienischer Herkunft oder auch aus dem Osten Europas, und manchmal standen auch bei ihnen am Zahltag die Frauen draußen, um die Lohntüten der Männer vor allzu schnellem Abnehmen zu bewahren.

So leben alleine rund 2.100 türkischstämmige Mitbürger in der ehemaligen Zechengemeinde, und sie waren es auch, die den Großteil der gut 50 Besucher an diesem Abend ausmachten. „Es ist schon ein mutiger Schritt, wenn man sein Heimatland, seine Familie und bekannte Umgebung verlässt, um in einem fremden Land zu arbeiten“, fand unser Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch. Es bedeute aber noch mehr, als nur Arbeit zu finden: Neue soziale Strukturen müssten aufgebaut, der Weg in die neue Kultur auch über das Erlernen der Sprache gefunden werden und zuletzt sei dieser Schritt auch mit persönlichen Entbehrungen verbunden, ehe der Mensch aus dem anderen Land sich in seiner neuen Heimat Zuhause fühle.

„Mit dem heutigen Abend möchte ich mich bei den Menschen, die zum einen die Geschichte unserer Stadt mitgeprägt haben und zum anderen einen entscheidenden Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung geleistet haben, bedanken“, erinnerte Jungnitsch. Auch sei die hiesige Kulturszene bereichert worden und auch neue Perspektiven in der Politik seien entstanden.

„Natürlich kann in einer multikulturellen Gesellschaft nicht alles immer zu einhundert Prozent harmonieren und leider sind auf beiden Seiten immer noch Berührungsängste, die es gilt abzubauen, denn beide Seiten haben manchmal mehr Fragen als Antworten“, sagte der Verwaltungschef. Doch mit Veranstaltungen wie dem jährlichen Moscheefest des türkisch-islamischen Kulturvereins am Pfingstwochenende oder den landestypischen kulinarischen Köstlichkeiten könnten schnell neue Wege des Zusammenfindens und –bleibens gefunden werden.

Und natürlich hatte der Bürgermeister noch ein Andenken an diesen Abend dabei: So gab es für jeden Anwesenden eine Anstecknadel mit dem Wappen der Stadt. Besonders geehrt wurde in diesem Zusammenhang Muzzafer Bekin, der mit 50 Jahren in unserer Stadt der derzeit am längsten in der Stadt verzeichnete Mensch mit Migrationshintergrund ist. Er erhielt als besonderen Dank von der Stadt ein Buch und einen Glückwunsch unseres Bürgermeisters.


Einen besonderen Dank sprach Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch (r.) an Muzzafer Bekin, der seit 50 Jahren in der ehemaligen Zechengemeinde lebt.
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