150 Sternsinger waren in unserer Stadt unterwegs

 

Es ist kühl an diesem Samstagmorgen und der leichte Nieselregen lässt nichts Gutes hoffen. Doch das macht Felix Walther, seinem Bruder Justus und Bastian Schoof nichts aus. Schließlich sind sie für die gute Sache unterwegs.

 
Stellvertretend für die rund 150 Sternsinger nur im Stadtgebiet von Übach-Palenberg
wurden einige von ihnen im Rathaus von
Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch empfangen.
Foto: Stadt
 
Drei Jungs in Königskostümen, mit einem Stern in der Hand und einer Begleiterin, die nicht verkleidet ist, ziehen quer durch das Zentrum Übachs.
 
Gleich am ersten Haus, einem Acht-Parteien-Haus am Tomberg haben sie Glück. Zwar öffnen viele der Bewohner ihre Wohnungstüren nicht, doch bei einer Frau hat es Klick gemacht. Felix stimmt das Lied von den Heiligen Drei Königen an, die anderen machen mit, ganz so, wie sie es noch vor wenigen Minuten im Bischof-van-der-Velden-Haus am Übacher Kirchberg eingeübt haben. Zum Schluss darf jeder noch seinen „Decknamen“ für den heutigen Einsatz in guter Mission – Caspar, Melchior und Balthasar – sagen und sich kurz vor der Spenderin verneigen. Die hat einen Geldbetrag in die Sammelbüchse gesteckt, bekommt nun einen Zettel, der zeigt, dass die jungen Herren heute schwerpunktmäßig für Flüchtlinge in der ganzen Welt unterwegs sind. Und natürlich bekommt die Dame auch den Haussegen. „Die Wände im Hausflur sind schon weiß, also bekommen sie von uns einen Aufkleber“, erklärt Bastian fachmännisch. Ruckzuck wird der Nachweis mit der Aufschrift „20*C+M+B+14“ auf den Türstock geklebt und weiter gehts.
 
Spender Alex Hoch (l.) steckt den Sternsingern
Felix Walther (M.) und Bastian Schoof gerne etwas in die Spendendose.
Foto: Stadt
 
Natürlich achten die Jungs darauf, dass der so genannte Haussegen nicht schief hängt. Auch im übertragenen Sinne, denn die Drei mit ihrer Betreuerin Rebecca Scholtes sind ja schließlich auch im Namen des Herrn unterwegs. Und dafür ließen sie sich gerne in die Geheimnisse eines guten Sternsinger-Daseins einweisen. „Wir fangen schon ein paar Wochen vorher mit den Vorbereitungen an“, sagt Harald Lengersdorf, der in Übach die singenden Könige anleitet. Da werden nicht nur die Lieder eingeübt und die passenden Kostüme geschneidert und gebastelt, auch bei der Auswahl des stets in den Dreiergruppen mitgeführten Sterns gilt es, gut zu planen.
 
„Nehmt die mit dem roten Griff, sonst tun euch nachher die Finger weh“, rät Rebecca. Die 17-Jährige ist selbst schon seit vielen Jahren dabei, seit drei Jahren ist sie nun aber nicht mehr als Sängerin unterwegs, sondern schaut, was ihre Eleven so treiben. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt sie lächelnd und strahlt mit allen über das ganze Gesicht, als Spender Alex Hoch nicht nur etwas in die Spendendose wirft, sondern auch ein paar Süßigkeiten für die ehrenamtlich gekrönten Häupter dazugibt. „Ich freue mich, etwas geben zu können“, sagt Hoch und mit dem Haussegen über der Eingangstür geht er vergnügt ins Wochenende.
 
Während Betreuerin Rebecca Scholtes ihren Eleven zuschaut,
werfen Felix Walther (l.) und Justus Walther auf ihrem Weg
die Informationen zur Sternsinger-Aktion
in die Briefkästen auf ihrem Weg.
Foto: Stadt
 
Nicht vergessen haben Felix, Bastian und Justus, dass sie überall auch die kleinen Zettel mit dem Hinweis auf die Sternsinger-Aktion in die Briefkästen von den Menschen werfen, die nicht geöffnet haben. „Dann können die nachher nicht sagen, dass wir nicht da waren“, sagt Harald Lengersdorf. Als erfahrener Sternsinger-Aussender weiß er natürlich genau, was alles unterwegs gebraucht wird: Zwei Mal Kreide für den Haussegen an der Wand, die passenden Aufkleber und Infozettel, einen Stern pro Gruppe, eine Spendendose und möglichst warme Klamotten sind da von Vorteil, auch wenn in diesem Winter die richtig kalten Temperaturen noch auf sich warten lassen.
 
Ein Haus weiter gehört auch Irmgard Wolff zu denen, die gerne spenden möchten. „Wenn ich sehe, dass Andere noch weniger haben, dann gebe ich natürlich gerne etwas ab“, sagt die Frau und nimmt ihren kleinen Hundewelpen, der zuvor die Gruppe im Hausflur freundlich begrüßt hat, wieder auf den Arm. Die Jungs sind gut drauf, singen ihr Lied, sind nett und alle, die ihnen gerne die Tür öffnen, helfen gerne und geben immer etwas, auch, wenn es ihnen selbst vielleicht nicht so gut geht. „Ich finde das toll“, sagt Rebecca, die für die meist süßen Gaben, die die Sternsinger auf ihrem gut dreistündigen Weg durch die Gemeinde natürlich gut gebrauchen können, hat sie eigens eine kleine Stofftasche dabei. Später wird sich dann aufgewärmt, gemeinsam zu Mittag gegessen und der Tag darf noch einmal Revue passieren. „Es macht einfach Spaß“, sagt Felix Walther, der an diesem Tag den richtigen Stern gewählt hat und ohne schmerzende Finger wieder nach Hause geht.
 
Spenderin Irmgard Wolff (l.) nahm von den ehrenamtlichen Königen
Bastian Schoof (M.) und Felix Walther die Information über die
diesjährige Sternsinger-Aktion entgegen.
Foto: Stadt
 
Natürlich wurden die ehrenamtlichen Sternsinger aus allen Stadtteilen auch bei unserem Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch empfangen. Rund 30 von ihnen waren dazu stellvertretend für die insgesamt rund 150 Kinder, die in der ganzen Stadt auf dem Weg waren, etwas Gutes zu tun, in den großen Sitzungssaal des Rathauses gekommen. Bei Kakao für die Kinder und Kaffee für die Älteren, sowie etwas Gebäck dankte unser Bürgermeister dem Einsatz der jungen Menschen für ihr bürgerschaftliches Engagement. Und natürlich auch für die Aktion der Sternsinger, die am Beispielland Malawi in diesem Jahr auf das Schicksal vor allem junger Flüchtlinge weltweit aufmerksam macht.