Spinnen sorgten bei den Gesamtschüler für ordentlich Bewegung im Unterricht

 

Selten dürfte es so viel Bewegung im Unterricht gegeben haben, wie beim jüngsten Besuch von Dr. Stefan Loksa in unserer Willy-Brandt-Gesamtschule. Denn die Schüler rückten mit ihren Stühlen am Anfang der Spinnenstunde sichtbar weiter nach hinten, später aber standen sie auf und ließen sich gerne eine Vogelspinne auf die Hand setzen.

 

Kevin Kniffka, Marvin Keck und Max Hilbrands (v.l.) nahmen ein paar kleinere Spinnen unter die Lupe.
Foto: Stadt

Das klappte auch, weil der Düsseldorfer Dr. Loksa nicht nur ein deutschlandweit gefragter Spinnenexperte ist, sondern hat für sein Gastspiel im naturwissenschaftlichen Trakt der Schule auch ein paar lebende Beispiele seines Fachgebietes Arachnologie mitgebracht.

Aus einer blauen Kühlbox, die angesichts der frostigen Temperaturen dank Warmwasserfüllung an diesem Morgen die Funktion einer Wärmebox für die empfindlichen Tiere übernimmt, entnimmt er zunächst beinahe unscheinbar kleine Krabbeltiere. „Das ist eine Nachtradnetzspinne“, sagt er, hält ein kleines transparentes Kunststoffröhrchen hoch und erklärt den Damen und Herren des Bio-Kurses der achten Klassen, dass dieses nachtaktive Tier immer dann arbeitet, wenn die Welt schläft. „Tagsüber wäre es wegen seiner schwarzen Farbe für Feinde zu gut zu erkennen“, so Dr. Loksa weiter.

 
Spinnenexperte Dr. Stefan Loksa hatte natürlich auch weit kleinere Exemplare dabei.
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Der Experte kennt aber die Neugier der Kinder, weiß, dass die anderen gerne mitmachen, wenn nur einer sagt, dass er die Spinne gerne mal auf der Hand hätte. Sophia Köhler und Celina Holländer sind sofort dabei, sie dürften das Tier als erste auf die Hand nehmen. „Die ist voll weich“, sagt Sophia, und Celina krault das friedliche, sich langsam auf der Hand fortbewegende Tier ganz leicht mit dem Daumen. Und ganz nach dem Motto „Wer hat noch nicht, wer will nochmal?“ kommen nach und nach alle Anwesenden in den Genuss, einmal eine echte lebende Vogelspinne auf der Hand zu haben. „Wer will, kann sie sich auch auf den Kopf setzen“, sagt der Spinnenmann und führt den Trick den staunenden Teenagern vor.

 
Meike Hamacher und Yannick Rix nahmen die Vogelspinne auch mal in die Hände.
Foto: Stadt

Die zögern nicht lange, gehen ganz nah ran mit ihren Smartphones und posten danach gleich Fotos, was das Zeug hält. Meike Hamacher und Yannick Rix lassen die Spinne auch gerne mal auf ihrem Kopf sitzen. „Das ist nicht so einfach, schließlich sehe ich das Tier dann nicht und muss fühlen, wie es über meinen Kopf läuft“, sagt Stefan Loksa dazu.

 
Und Klick! So viele Fotos dürften selten im Biounterricht gemacht worden sein, wie beim Besuch des Spinnenexperten Dr. Stefan Loksa in der Willy-Brandt-Gesamtschule.
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Und ganz nebenbei lernen die Kinder noch, dass Spinnen per Feuchtigkeit auch auf spiegelglatten Flächen laufen können oder warum Spinnen so wichtig für das empfindliche Ökosystem der Erde sind. „Gäbe es auf einen Schlag keine Spinnen mehr, hätten die übrigen Insekten nach sechs Monaten unsere Erde komplett leergefressen“, so Dr. Loksa. Spinnen sorgen hier für Ausgleich, so wusste der Fachmann, dass beispielsweise eine rund ein Gramm schwere Kreuzspinne täglich eine Menge von Insekten verputzt, die ihrem Körpergewicht entsprechen. Da war es ganz gut, dass er mit seinem Spinnen-Live-Programm nicht nur zur Aufklärung beitrug, sondern auch zeigte, dass die Angst vor der Spinne nicht berechtigt sein muss. „Zumal selbst giftige Spinnen meist nur Giftcocktails für ihre Opfer mixen können, die für Menschen völlig harmlos sind“, schloss er.

 
Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Nachdem sich der erste getraut hatte,
wollten fast alle Schüler einmal die Vogelspinne selbst auf der Hand laufen lassen.
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