Erster Spatenstich für den Umzug der Kindertagesstätte „Tigerentenhaus“ in Marienberg

 

Natürlich gab es für die kleinen „Nachwuchsbauarbeiter“ von der Kindertagesstätte „Tigerentenhaus“ auch etwas Schokolade als Stärkung. Doch beim ersten Spatenstich für den Neubau der Kita an der Marienstraße galt das Interesse der ordentlich mit kleinem Helm und Mini-Spaten ausgestatteten Nachwuchs-Übach-Palenberger in erster Linie dem Sand.

 

Schon bevor die Offiziellen sich fürs offizielle Spatenstich-Foto eingerichtet hatten, sorgten die Kinder vom „Tigerentenhaus“ dafür, dass der Sand mindestens so hoch flog wie die Erwartungen an den Kita-Neubau.
Foto: Stadt

Der flog schon, als die Offiziellen um unseren Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, Investor Walter Pötter, Bernadette Saager und Willi Steffens vom Träger „pro multis“ und Generalunternehmer Friedhelm Welter noch auf der Suche nach dem passenden Platz fürs offizielle Foto waren.

 
Hurra, da flog der Sand beim offiziellen ersten Spatenstich für den Neubau des „Tigerentenhauses“ in Marienberg mit Unternehmer Friedhelm Welter, „pro multis“-Vertreter Willi Steffens, Kreisjugendamtsleiter Hans-Jürgen Oehlschlaeger, Bernadette Saager von „pro multis“, Investor Walter Pötter und Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch (hintere Reihe, von links). Foto: Stadt

Genau das war auch nach dem Geschmack von Walter Pötter, seines Zeichens in der Spitze der Lidl-Unternehmensgruppe tätig und auch Motor hinter der Schokoladen- und Brotfabrik im Gewerbegebiet Holthausen. „Ich bin diesem Ort sehr verbunden, und genau hier wurde ich vor ziemlich genau 70 Jahren geboren“, sagte er. Von seinem Geburtshaus gibt es seit dem Neubau des Lidl-Marktes und des Geschäftshauses zwar keine Spur mehr. Dafür versprach er, den modernsten Kindergarten in der Umgebung zu bauen.

Highlights der jeweils 185 Quadratmeter Fläche für jeder der drei angepeilten Gruppen werden das zusätzliche Kinderrestaurant mit 85 Quadratmetern Fläche und ein zwischen 30 und 35 Quadratmeter großer Lichthof im Zentrum des Neubaus sein. „Auch dies wird dafür sorgen, dass Kinder diesen Ort weiter am Leben erhalten werden“, schloss Pötter.

 
Investor Walter Pötter (hinten, rechts) freute sich über einen speziellen Spaten, mit dem er im Beisein von Bernadette Saager und Willi Steffens vom Träger „pro multis“ und natürlich den Kindern des Tigerentenhauses den offiziellen ersten Spatenstich zum Kita-Neubau in Marienberg setzen durfte.
Foto: Stadt

Marlies Wefers als Einrichtungsleiterin freute sich mit den Kindern und Kolleginnen natürlich über diesen Schritt, auch wenn mit dem Weggang vom bisherigen, idyllisch gelegenen Standort an der Hügelstraße ein wenig Wehmut mitschwang. „Wir freuen uns“, sagte sie kurz, ließ lieber die Kinder zu Wort kommen. Die hatten wiederum die Wünsche für die künftige Einrichtung auf an Luftballons befestigte Zettel geschrieben. „Schätze entdecken“, „Mit Autos spielen“ oder „Freunde finden“ war dort zu lesen, und dank des Jüngsten aus der Riege, Carlo Derichs, wurden die Ballons an diesem strahlend sonnigen Frühlingstag schnell in die Luft entlassen.

 
Carlo Derichs war es auf dem Arm von Einrichtungsleiterin Marlies Wefers, der die Wünsche der Kinder für den Neubau auf den Weg schickte.
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Keine heiße Luft ist die außergewöhnliche Lage des Kita-Neubaus, die auch „pro multis“-Gebietsleiterin Martina Stolz beeindruckte. „Natur pur mit einem herrlichen Blick in die Wurmauen und einem alten Baumbestand“, machte sie als wichtigen Bestandteil von Natur und Entspannung für die Kinder aus. Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigte, dass vor 60 Jahren in der Hügelstraße mit 25.000 Mark aus Landesmitteln der damals vorhandenen „Grenzlandhilfe“ und 12.250 Mark vom Landschaftsverband das Haus an der Hügelstraße errichtet werden konnte. Über die Bausumme des Neubaus wurde an dieser Stelle nichts verraten, aber Martina Stolz freute sich auf „ein für die Zukunft ausgerichtetes Haus, in dem das ganzheitliche Leben und Lernen mit Bewegung, Wahrnehmung, Entspannung und vielfältigen Sinneserfahrungen all das ermöglichten, was für jedes Kind in seiner Entwicklung bedeutsam und wichtig sei.“

Unser Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch richtete seinen Blick auch auf die Lage der neuen Kita, aber nach vorne heraus, wo sich Geschäfte und Dienstleister zu einer neuen Mitte von Marienberg formten. Die 60 Kinder in drei Gruppen, die hier in wenigen Monaten einziehen können, stünden aber nicht nur für ein erweitertes Betreuungsangebot in der Stadt. „Besonders freut mich, dass mit diesem Standort Familie und Beruf verbunden werden“, so Jungnitsch mit Blick auf die 18 integrierten u3-Plätze. „Wenn wir als Stadt und Gesellschaft möchten, dass junge Paare sich dafür entscheiden, Kinder zu bekommen, dann sind wir auch verpflichtet, ihnen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern“, fand er und lobte das Engagement des Investors Walter Pötter und des künftigen Trägers, der katholischen „pro multis“ gGmbH.

In seiner Rede zum ersten Spatenstich blickte Investor Walter Pötter auch auf die Geschichte seines Heimatortes Marienberg. „Marienberg hat durch die Zechenschließung am meisten gelitten“, sagte er. Und dabei blickte er auf die vielen Zechenhäuser, an denen vom Eigentümer nichts getan werde, aber er richtete seinen Blick auch auf die Versorgung, die sich im letzten Jahrzehnt im Stadtteil Marienberg grundlegend verändert habe. „Marienberg war das fünfte Rad am Wagen“, machte Pötter deutlich. Ohne neue Baugebiete sein die Gefahr, dass gerade junge Menschen einfach abwanderten, die wegen der Infrastruktur lieber beispielsweise in den direkt benachbarten Niederlanden wohnen.