Bei einer Stippvisite einer Besuchergruppe erläuterte Walter Pötter die Zukunft der Fabrik

 

Die größten Baustelle in NRW reizt immer wieder Besuchergruppen zu einem Besuch. Wobei Baustelle nicht unbedingt den Kern trifft, denn auf dem riesigen Areal der sich ständig verändernden Brot- und Schokoladenfabrik an der David-Hansemann-Straße im Stadtteil Holthausen steht eher die Besichtigung der bereits fertiggestellten Produktionsstätten im Zentrum des Interesses.

 

Derzeit ändert sich das Gesicht der Brot- und Schokoladenfabrik in unserer Stadt beinahe täglich: Bis 2016 sollen hier mehr als 600 Beschäftigte tätig sein. Foto: Stadt

Dazu nahm sich Walter Pötter als einer der führenden Köpfe des Lidl-Konzerns gern die Zeit, mit den Besuchern einige Stunden auf dem Werksgelände zu verbringen. 150 bis 200 Handwerker seien derzeit noch auf den Baustellen der Erweiterung der Brotwarenfabrik und des angeschlossenen Verwaltungsgebäudes unterwegs, verdeutlichte der Investor.

Rund 300 Millionen Euro seien aktuell am Standort verbaut, mehr als 360 Menschen arbeiten hier und 60 bis 70 LKW täglich verlassen das Werksgelände mit fertiger Ware. „Und ich habe noch Ideen, um das Ganze kräftig aufzustocken“, unterstrich der gebürtige Marienberger Walter Pötter. Bis zum Jahr 2016 werde die Zahl der hier Beschäftigten zwischen 600 und 650 liegen. „Das geht natürlich nur in Abschnitten“, so Pötter weiter, und kündigte an, ein eigenes Ausbildungszentrum am Standort Übach-Palenberg einzurichten. „Denn so schwer, wie es für Hoffenheim ist, Spieler von Bayern zu holen, so schwer ist es für uns, Fachkräfte abzuwerben“, sagte er.

Das Schulungszentrum soll dazu beitragen, dass künftige Mitarbeiter beispielsweise mit der Ausbildung zum Mechatroniker auch die spezialisierten Maschinen in den Übach-Palenberger Fabriken bedienen könnten. Im Moment werde „nur in der Schokolade“ ausgebildet, wie Pötter klarmachte, er wolle mit dem künftigen Modell in unserer Stadt aber mehr Menschen über die Qualifizierung auch an die Stadt binden.

Warum das gerade in der ehemaligen Zechengemeinde stattfindet, dafür hatte Pötter nicht nur heimatverbundene Erklärungen. „NRW ist der Mittelpunkt Europas“, so Pötter, „und viele LKW, die Südfrüchte bringen, fahren sonst leer zurück.“ Da sei es auch wirtschaftlich sehr vertretbar, wenn hier produziert werde, was in ganz Europa und demnächst auch in den USA in den Regalen von Lidl läge.