Bundesgesundheitsminister Gröhe zu Gast in unserer Stadt

 

Der CDU-Politiker hatte sich nicht nur die Zeit genommen, sich im Goldenen Buch unserer Stadt zu verewigen. Auch eine Stippvisite in der ältesten Apotheke unserer Stadt, der Carolus-Magnus-Apotheke von Apotheker Erwin Kremers, gehörte dazu.

 

Der Eintrag ins Goldene Buch unserer Stadt mit unserem Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, MdEP Sabine Verheyen, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, Landrat Stephan Pusch, MdB Wilfried Oellers und dem CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Günther Weinen.
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Doch das Wichtigste an diesem Nachmittag war wohl der erste „Runde Gesundheitstisch“ in der ehemaligen Lohnhalle des Carolus-Magnus-Centrums (CMC). Dort waren rund 50 Interessierte vor allem aus dem Gesundheitswesen in unserer Stadt zusammengekommen, die eine Diskussion mit dem obersten Gesundheitsvertreter des Staates eingehen wollten.

 
Beste Laune strahle Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (vorne, 3.v.r.) bei seinem Besuch in unserer Stadt aus.
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Unter ihnen war beispielsweise der seit 1982 als Allgemeinmediziner und Facharzt niedergelassen Dr. Heiner Buschmann. „Der Beruf des Hausarztes macht noch immer sehr viel Spaß“, sagte er. Aber er klagte auch: „Man unterliegt einem stetig steigenden Druck aus Budgeteinschränkungen, Verordnungseinschränkungen und Zeitvorgaben.“

Dass in nicht allzuferner Zukunft – der Altersdurchschnitt der niedergelassenen Hausärzte liegt bei uns bei 55 Jahren – vor allem im ländlichen Raum fehlen werden, ergänzte auch unser Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch. „Daher müssen wir als Stadt frühzeitig darüber nachdenken, was wir konkret tun können, die wohnortnahe hausärztliche Versorgung für die Menschen in Übach-Palenberg dauerhaft sicherzustellen“, unterstrich er.

Hermann Gröhe ging nach einer Ansprache ausführlich auf die Fragen des Fachpublikums ein. Dabei musste er zwar auch manche Kritik am Gesundheitswesen gefallen lassen. Dr. Buschmann beispielsweise, dass er keinem jungen Kollegen empfehlen könne, Hausarzt zu werden. „Die Position des Allgemeinmediziners ist sehr niedrig: Wir verdienen nicht nur am wenigsten, sondern haben auch noch den schlechtesten Status in der Ärzteschaft. Man spricht uns die Facharztqualität ab.“, so Buschmann aus Erfahrung. Er bemängelte, dass der Hausarzt keine fachärztlichen Bescheinigungen ausstellen und nicht alle Medikamente verordnen dürfe. „Die Motivation der jungen Ärzte ist deshalb sehr gering. Die kassenärztliche Vereinigung ist facharztorientiert, der Allgemeinmediziner wird nicht vernünftig vertreten.“ Der Bundesgesundheitsminister sah das aber anders: „Der Hausarzt hat in der Bevölkerung ein hohes Ansehen“, so Gröhe, das dürfe man nicht kleinreden. Und welcher Arzt was verschreiben dürfe, entscheide schließlich die Selbstverwaltung der Ärzte und nicht die Politik, ergänzte er. Für manche Fachärzte habe es in jüngster Zeit erhebliche Vergütungsverbesserungen gegeben, für manche hingegen Verschlechterungen, sagte Gröhe.

„Wie geht es weiter mit der Ärtzeschaft?“, fragte Bürgermeister Jungnitsch im Dialog mit dem Gesundheitsminister. „Unabhängig von Einkommen und Wohnort sind die Deutschen mit dem Gesundheitssystem zufrieden“, antwortete Hermann Gröhe. Er weiß aber auch um die Probleme, die angesichts der Altersstruktur und der Entscheidungen junger Mediziner, sich nicht als Hausarzt niederzulassen. „Für die Zukunft müssen wir an den Stellschrauben drehen“, so Gröhe.

 
Fachpodium zum Thema Gesundheit mit unserem Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch (l.) und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.
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Ein Weg in die Zukunft könnten hausarztmedizinische Versorgungszentren auch in kommunaler Trägerschaft sein. Ein anderer Weg könne eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten sein. „Wenn Leistungen von Ärzten nicht mehr erbracht werden können, müssen Patienten im Krankenhaus versorgt werden“, schloss Gröhe. So müsse die Zusammenarbeit der Krankenhaus-Notfallambulanzen mit der Kassenärztlichen Vereinigung verbessert werden. Und schließlich sei auch die Residenzpflicht für Ärzte gelockert worden. „Die hat sich nämlich als Hemmschuh erwiesen“, fand Gröhe. Abschließend betonte er, dass mit einer besseren Vergütung für in ländlichen Gebieten tätige Ärzte auch erhöhte Anreize geschaffen werden könnten.

 

 
In der ältesten Apotheke unserer Stadt wurde Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (3.v.l.) von Apotheker Erwin Kremer, seiner Frau Ulrike Klara und dem Team herzlich empfangen.
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Erwin Kremers gestatte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe gemeinsam mit unserem Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch und MdB Wilfried Oellers einen Blick in die Historie der Carolus-Magnus-Apotheke.
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Erster Runder Gesundheitstisch im CMC mit MdB Wilfried Oellers, MdEP Sabine Verheyen, Landrat Stephan Pusch, unserem Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch und Gesundheitsminister Hermann Gröhe.
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