„Spectaculum Romanum“ wurde zum grenzüberschreitenden Fest für tausende Gäste

 

Und zack! Mit einem Hieb seines Schildes schaffte es der eine Gladiator, dem anderen den entscheidenden Schlag beizubringen. Der sank gleich nieder und ließ das Publikum über Wohl und Wehe seines Tuns entscheiden.

 

 Römische Gladiatoren gaben bei ihren kämpferischen Einlagen alles und wurden von den Zaungästen bejubelt.
Foto: Stadt

Natürlich war das nur Show, aber die in den römischen Originalen so gut wie möglich nachempfundenen Gewänder kämpfenden Gladiatoren beim zweiten grenzüberschreitenden Römerfest in unserer Stadt und im niederländischen Teil von Rimburg gaben schon bei der Eröffnung am Samstagvormittag alles. Da flog schon mal das ein oder andere Ausstattungsdetail durch die Luft oder die vielen Gäste am Zaun von Schloss Rimburg hielten die Luft an, als die blankpolierten Klingen gekreuzt wurden.

Doch Blutvergießen war nicht das, nachdem die schon zum Startschuss vielen hundert Gäste beim „Spectaculum Romanum“ lechzten. Für sie kam es vielmehr darauf an, an historischer Stelle tief in die Geschichte dieses Ortes an der Wurm einzutauchen. So waren Römer und Kelten entlang der damals hier auch über die steinerne Brücke zwischen dem heute deutschen und niederländischen Teil Rimburgs sicherlich hier ansässig.


Handwerk wie damals für Menschen von heute wurde live vorgeführt.
Foto: Stadt

Cheforganisator Sjef Born weiß das und freute sich, dass auch bei der zweiten Auflage nach der Premiere im Jahr 2008 wieder viele Menschen den Weg zum riesigen Römerfest fanden. „Wir haben auch mit dem Wetter Glück“, sagte er mit Blick gen Himmel, der den Samstag über immer weiter aufriss, „bei der ersten Auflage war es einfach zu warm.“ Probleme bereitete höchstens das etwas tiefe Geläuf auf dem Gelände, wo nicht nur die Gladiatoren ihre Klingen kreuzten. „Die Pferde der römischen Reiter können heute leider nur mit gemäßigtem Tempo antreten, dafür ist der Boden zu tief und uneben“, bedauerte Born. Das tat dem Showeffekt der Reitvorführungen aber ganz und gar keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil: zwei Reiter zeigten, wie sie vom Pferd aus mit kurzen und langen Speeren zielgenau die eigens platzierten Schilde treffen. Auch ein wenig „Salat“ wurde gemacht, denn ein Kohlkopf und eine Wassermelone mussten für Showzwecke „ihr Leben“ lassen und wurden von den Schwertern der Reiter im Galopp zerteilt. Nicht nur das sorgte für Jubel, auch der stramme Auftritt der römischen Kohorten wurde bejubelt.


Kohorten zogen wie vor gut zweitausend Jahren durch Rimburg und überzeugten mit ihren detaillierten historischen Ausstattungen.
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Dazu gehörte mit den ausführlichen Erklärungen durch den Zenturio eine Geschichtsstunde an frischer Luft, die nicht nur die jüngsten Besucher begeisterte. „Hier kann man auf eine spielerische wie schöne Manier Geschichte erleben“, fand auch Ger Koopmans, zuständig für Kultur und Sport bei der Provinz Limburg, der eigens zur Eröffnung am Samstagmorgen angereist war. Er war zusammen mit Landgraafs Bürgermeister Raymond Vlecken, unserem stellvertretenden Bürgermeister Peter Fröschen und Landgraafs Beigeordnetem Ton Ancion auch für ein gutes Omen für die gesamte Veranstaltung zuständig.

Das kam vom Hohepriester, „denn ohne Priester machen die Römer nichts“, wie Sjef Born am Rande der Eröffnung lächelnd anmerkte. Da die Götter ihren Segen gaben und der in diesem nassen Sommer reichliche „Segen“ fast ganz ausblieb, konnten die vielen tausend Gäste, die am gesamten Wochenende das riesige Areal auf dem gesamten Ortsgebiet von Rimburg bevölkerten, auch die zeltenden Kelten und römischen Legionsbegleiter bewundern. Denn ganz wie vor gut zweitausend Jahren, waren die römischen Soldaten nicht alleine gekommen, sondern brachten ihren gesamten „Hofstaat“ von damals mit. Da gab es furchterregend wirkende Bettler, liebliche Frauen, Zelte und natürlich bestes römisches Essen. Für Sicherheit, gutes Essen und Trinken, sowie eine perfekte Infrastruktur war ebenfalls gesorgt. Und mit den vielen Spiel- und Mitmachangeboten, die beispielsweise zeigten, wie früher Spiele gebastelt, Stoffe gewebt oder gekocht wurde, war garantiert etwas für die gesamte Familie dabei. Die Kinder genossen es dabei natürlich besonders, einmal beim Speerwurf ihre Zielsicherheit und Kraft zu testen. Schließlich hatten sie bei den „großen Vorbildern“ der tapfer kämpfenden Gladiatoren einmal echte Kampfesluft schnuppern können.