Premiere für den Marlies-Seeliger-Crumbiegel-Preis im Schloss Zweibrüggen

 

Sie war nicht nur die Vorsitzende des Künstlerforums Schloss Zweibrüggen. Marlies Seeliger-Crumbiegel war auch Künstlerin und Kunstliebhaberin durch und durch. Auch darum stiftete die Familie der im April 2012 im Alter von nur 65 Jahren verstorbenen Künstlerin nun den ersten Marlies-Seeliger-Crumbiegel-Preis.

 

Birgit König nahm aus den Händen von Prof. Dieter Crumbiegel den ersten Marlies-Seeliger-Crumbiegel-Preis im Schloss Zweibrüggen entgegen.
Foto: Stadt

Dazu hatte das Künstlerforum mit den altehrwürdigen Mauern unseres Schlosses einen Ort ausgesucht, den die Namensgeberin zu Lebzeiten immer wieder gerne aufsuchte, um die weißen Wände im spätbarocken Schloss mit moderner und aktueller Kunst zu schmücken.

Ihr Mann Prof. Dieter Crumbiegel freute sich, dass die Aachener Malerin Birgit König diesen Preis aus einer Reihe von 50 Bewerbungen erhielt. „Er möge ein kleines Steinchen im Mosaik ihres Lebens sein“, sagte Crumbiegel. Sichtlich bewegt erinnerte er an das Wirken seiner Frau, die auch eine tiefe Verbundenheit mit der Musik auszeichnete. Und so schuf Pianist Peter Grochol eigens ein Präludium im barocken Stil, das er zum ersten Mal live vor Publikum allein in Erinnerung an die Namensgeberin spielte.


Pianist Peter Grochol hatte eigens ein Präludium im barocken Stil
für die Namensgeberin komponiert.
Foto: Stadt

Natürlich zeigte sich auch die Preisträgerin bewegt von der Verleihung, die sie gleichzeitig mit der Chance verband, ihre Werke auszustellen. Kunsthistorikerin Dr. Christine Vogt, empfahl den mehr als 100 Gästen, die Ausstellung von der Galerie aus anzugehen. Damit würden die Konsequenz, die Dauer von der Bildidee bis zur Fertigstellung und auch die Fragen der Malerei, denen sich Birgit König immer wieder aufs Neue stellt, für die Betrachter am besten zugänglich. „Farbe und Unfarbigkeit, Linie und Fläche, Nähe und Tiefe sind die großen Themen ihrer Bilder“, so Vogt. Dazu nutze sie die heute nur noch von den wenigsten Malern genutzte Technik der Tempera-Malerei, die mit einem Gemisch aus Eigelb, Leinöl und Wasser ganz besonders intensive Farben schaffen kann.


Hedi Klee als Vorsitzende des Künstlerforums Zweibrüggen, Preisträgerin Brigit König und Kunsthistorikerin Dr. Christine Vogt (v.l.) freuten sich über die erste Preisverleihung.
Foto: Stadt

Freude pur über den neuen Kunstpreis in der Stadt gab es natürlich auch bei unserem Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch. Zwar tat er das mit einem weinenden Auge, weil der Verlust der ehemaligen Vorsitzenden des Künstlerforums schmerzlich sei, andererseits sei der Preis aber auch eine Möglichkeit, Marlies Seeliger-Crumbiegel in der Erinnerung aller Menschen weiterleben zu lassen. Bevor sich Dr. Richard Nouvertné von der Kunststiftung der Kreissparkasse Heinsberg schon auf die Neuauflage in zwei Jahren freute, unterstrich er, wie wichtig es sei, die Kunst nicht nur finanziell zu fördern. Auch ideell und durch das Einbringen von Erfahrungen, wie sie die Sparkassenstiftung schon lange habe, könne Kunst gefördert werden. „Solche Arbeit macht Spaß“, merkte schließlich auch Hedi Klee an, die sich als amtierende Vorsitzende des Künstlerforums Schloss Zweibrüggen über eine gelungene Premiere und eine tolle Ausstellung zugleich freute.


Volles Haus gab es bei der ersten Verleihung des Marlies-Seeliger-Crumbiegel-Preises
im Schloss Zweibrüggen.
Foto: Stadt

Der mit 3.000 Euro dotierte Marlies-Seeliger-Crumbiegel-Preis soll alle zwei Jahre vergeben werden. In diesem Jahr hatte die mit Dr. Christine Vogt (Direktorin der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen), Dr. Rita Müllejans-Dickmann (Leiterin Begas-Haus Heinsberg) und Herbert Albin Knops (Kölner Künstler und Architekt) hochkarätig besetzte Jury aus einer Flut von mehr als 50 Bewerbern die Qual der Wahl. „Die Arbeiten hatten eine durchweg hohe Qualität“, bescheinigte Hedi Klee allen Teilnehmern. Die nicht näher titulierte Ausstellung zur Preisverleihung fasst Werke von Birgit König zusammen, die zwischen 1999 und 2013 entstanden sind. Bei freiem Eintritt können die Werke noch bis einschließlich Sonntag, 4. Mai, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr besichtigt werden. Dazu gibt es eine Sonderöffnung am Samstag, 3. Mai, jeweils zwischen 16 und 18 Uhr in unserem Schloss Zweibrüggen.