Boschelner Männerchor sucht noch nach einer Finanzierung für die zweite CD

 

Gut ein Jahr ist es her, da waren Werner Gibbels und seine Jungs vom Männerchor Boscheln in einem Aachener Tonstudio, um ihre erste CD aufzunehmen. Herausgekommen ist eine beeindruckende Hymne an unsere Stadt, die deren Sehenswürdigkeiten und eine ganz persönliche Liebeserklärung an die frühere Bergbaugemeinde auf Polycarbonat verewigt hat.

 
Nicht nur der musikalische Leiter des Männerchores Boscheln, Franz-Josef Mainz (l.), sondern auch Vorsitzender Werner Gibbels (r.) und „ihre“ Männer hoffen auf eine gelungene Aufnahme des Berliner-Liedes.
Foto: Stadt

„Dem Komponisten der dazu passenden Musik hat unsere Version so viel Spaß gemacht, dass er uns ein neues Lied zugeschickt hat“, freute sich Werner Gibbels. „Berliner“ heißt das von Texter und Komponist Michael Korb zur Verfügung gestellte Stück, und wer jetzt an das jahreszeitliche Gebäck denkt, liegt völlig falsch. „Es handelt sich um ein Lied, dass er in Anlehnung an den Bau und Fall der Berliner Mauer, und die berühmte Rede des damaligen amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy am 26. Juni 1963 in Berlin geschrieben hat“, weiß Gibbels.

„Ich bin ein Berliner, ein Mensch der freien Welt“, heißt es im Text, und weiter „Nichts hält Berlin auf im Zeitenverlauf.“ Die durchaus zeit- und gesellschaftskritischen Momente des Textes gipfeln darin, dass die Stadt und ihre Einwohner sich immer wieder auch gegen radikale politische Strömungen wie den Nationalsozialismus und den Kommunismus durchgesetzt haben. „Die Stadt weiß, wo es hin muss“, schließt der Text, ehe die „Berliner“ mit ihrem berühmten „ick“ nochmals lauthals gesungen werden.

Mit dem Laut oder Leise und dem Tempo hatten die Boschelner Sänger so ihre Schwierigkeiten. Nicht etwa, dass die in jahrzehntelanger Chortätigkeit geübten Herren ihr Handwerk nicht verständen, so ist das nicht gemeint, wirft der musikalische Leiter Franz-Josef Mainz ein. „Der Komponist hat uns das ohne Vorgaben geschickt, so haben wir zwei Aufnahmen gemacht, und ihm zugesandt“, sagt Mainz. So waren ganz eigene Anpassungen des Leiters nötig, der es aber mit feiner und professioneller Hand angegangen ist. Ob dem Urheber des „Berliner“-Werkes das Ganze am Ende gefällt, wissen die sangesfreudigen Herren aus Boscheln zwar noch nicht. Wohl aber haben sie schon einen Favoriten nach den chorinternen CD-Aufnahmen ausgewählt.

„Mir gefällt die zweite Version am besten“, sagt Werner Gibbels als Sprecher der lustigen Truppe. Und tatsächlich, den Boschelnern gelingt mit ihrer neuen Aufnahme das Kunststück, trotz des aus finanziellen Gründen nötigen Verzichts auf die Buchung eines Tonstudios, ein respektables Stück Musik abzuliefern. Das Wohl oder Wehe der in den Augen der Herren sehr gelungenen Aufnahmesession hängt aber nicht nur vom Urteil des Komponisten ab. „Zurzeit wissen wir noch nicht, wie wir die Produktion der zweiten CD finanzieren sollen“, sagt Werner Gibbels schulterzuckend. So 2.500 Euro würde das Ganze kosten, dann wäre auch das zweite Werk der Boschelner Sänger in digitaler Form überall abspielbar. Aber bis dahin ist es noch eine Weile und die Hoffnung der Männer aus unserer Stadt bleibt bestehen. „Hoffen wir, dass der Komponist mit unserer Aufnahme zufrieden ist, und wir eine positive Rückmeldung von ihm erhalten“, schließt Werner Gibbels. Vielleicht ist dann eine zweite CD-Produktion kein frommer Wunsch mehr.