Von ganz unten zurück ins Leben

 

Hochleistungssportler Andreas Niedrig beim Gesundheitstag von Neuman & Esser

 

Seine Geschichte vom Junkie bis zum Hochleistungssportler erzählte Andreas Niedrig beim Gesundheitstag der Firma „Neuman & Esser“ in Übach-Palenberg. Foto: Stadt

„Man braucht keine Medikamente, keine Nahrungsergänzungsmittel, alles das braucht man nicht“: Deutlicher konnte es Andreas Niedrig beim jüngsten Gesundheitstag der Firma Neuman & Esser in der Werkstraße kaum formulieren.

Der Hochleistungssportler weiß ganz genau, wovon er da spricht. Der 46-Jährige kennt den Weg nach oben, weiß aber auch, wie schnell es nach unten gehen kann. Vor vollem Haus in der Kantine des vom Stammsitz in unserer Stadt aus weltweit tätigen Unternehmen beschrieb er in einem eindrucksvollen Vortrag sein Leben.

Hochs und Tiefs wechselten sich bei ihm ab, machten sein Leben aus und das bis heute. So war er als junger Drogenabhängiger in der Gosse, verlor nicht nur seinen Job, sondern auch seine Familie, sein Alles. „Ich hatte alles verloren und meine Ehe war vor die Wand gefahren“, gab er offen zu. Als Niedrig nicht tiefer fallen konnte, kam der Sport in sein Leben. Er wollte weg von den Drogen, zurück ins Leben, wobei ihm der Sport und sein Vater, ein Marathonläufer, halfen. „Zuerst waren es 500 Meter Joggen und 500 Meter Gehen“, erinnerte er sich an seine kleinen Anfänge. Später wurde er vom Junkie zum Hochleistungssportler. Aber auf dem Höhepunkt seiner sportlichen Leistungen, holte ihn das Schicksal ein und eine abgelöste Achillessehne schien seinem sportlichen Treiben ein Ende zu setzen.

Auch psychisch war es ein großes Problem, aus dem sich Niedrig aber mit unbändiger Energie herausarbeitete. Heute war und ist heute noch in seiner Altersklasse ein hochleistungsfähiger Triathlet, der seinen Sport intensiv betreibt, aber auch verstanden hat, dass es wichtig ist, seine Geschichte zu erzählen. Und so wurde aus seinem Leben das Projekt „Traumwärts“, das – in Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse – zum Ziel hat, die eigenen Wünsche und Ziele zu leben. „Lassen sich Träume immer realisieren?“, fragte Niedrig, doch durch klare Zieldefinitionen, die einen Menschen vorwärts blicken lassen, sei es kein Problem, immer wieder neue Zwischenziele auf dem Weg zum Glück zu erreichen.

„Das Bestmögliche lässt sich aber auch nur erreichen, wenn man bestmöglich vorbereitet ist“, machte er aber auch deutlich. So ging es auch bei seinem geliebten Sport, bei dem ihm auch unvorhergesehene Pannen wie ein platter Reifen nicht aus der Bahn werfen konnten. Heute macht er den Menschen Mut, weiß mit seinem Wahlwort „tun“, das er gerne als umgedrehte Abkürzung von „nicht unnötig trödeln“ interpretiert, Rat für Menschen, die in einer scheinbar ausweglosen Situation stehen oder das Gefühl haben, sich im Kreis zu drehen. Und auch beim Gesundheitstag von Neuman & Esser hinterließ er Eindruck und das Gefühl, es trotz aller Widrigkeiten immer wieder schaffen zu können.

Fit in den Gesundheitstag ging es gleich beim gemeinsamen Frühstück bei Neuman & Esser. Informationsstände, der ganztägige Check-Up mi EKG, Stressmessung, Fitness-Ermittlung, Herzfrequenz, Fitness ohne Geräte, sowie Vorträge über Bluthochdruck und Fitness, die im Kopf beginnt, rundeten den Tag ab.