Forum Übach-Palenberg bot reichlich Gelegenheit zum Gedankenaustausch

 

Das erste „Forum Übach-Palenberg“ war durch vielen Wortbeiträgen und einer stets fairen und sachlichen Diskussion ein wirklich gelungener Abend.

 

Und die Zahl von mehr als 300 Besuchern sprach Bände, das Interesse war letztlich so groß, dass die Zahl der Stühle nicht ausreichte und sich einige Besucher an diesem Abend noch auf die Empore begaben, um den vielen Wortbeiträgen zu folgen.
Foto: Stadt

Die beiden Moderatoren des Abends, AZ/AN-Chefredakteur Bernd Mathieu und Thorsten Pracht als leitender Redakteur für den Kreis Heinsberg, hatten zudem in drei Gesprächsrunden Gäste auf der Bühne, die sich durchaus kontrovers über das Leben und Wirken in der Stadt Übach-Palenberg äußerten.

Natürlich verfolgten die Menschen an diesem Abend auch die momentan aktuellen Diskussionen um den Fortbestand des Ü-Bades und um die Schließung des Rewe-Marktes in Palenberg. Während unser Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch betonte, dass er alles dafür tun werde, um das Ü-Bad nicht schließen zu müssen, gab er an, von der bevorstehenden Schließung des Nahversorgers im Zentrum von Palenberg erst spät erfahren zu haben. „Ich habe Kontakt zur Regionalstelle aufgenommen, dort wurde mir mitgeteilt, dass die Umsätze drastisch gesunken seien und man dort keinen Markt aufrecht erhalten könne“, so Jungnitsch weiter.


Thorsten Pracht (r.) und Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch (l.) im Gespräch über die Situation des Ü-Bades und die Schließung des Rewe-Marktes in Palenberg.
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Manfred Latour von der Werbegemeinschaft Palenberg sah den Grund für die Schließung der Nahversorgung im neuen Einkaufszentrum am Wasserturm. „Und wir stehen jetzt ohne Nahversorgung da“, machte er klar. Gleichzeitig verdeutlichte Udo Jastrinski als Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft „Pro Übach“, dass die so genannte „Stadt mit den zwei Herzen“ ein grundsätzliches Problem habe. „Um die beiden Geschäftszentren zu verbinden, müssten wir eine Brücke bauen“, so Jastrinski. Beim Einkaufszentrum sah er aber eine Chance für Übach, das durch eine Verbindungsstraße angeschlossen werden soll. Hans Rogalski und Horst Behrens von der ITG als Investor für das Einkaufszentrum am Wasserturm erklärten, alles getan zu haben, um den Rewe-Markt in Palenberg zu erhalten. So habe die Rewe in einem Schreiben zugesagt, den einst ausgehandelten Vertrag zu erfüllen und bis 2017 in Palenberg zu bleiben. Eine Vertragsstrafe aber, so gab Behrens zu, sei nicht vereinbart worden.


 Gesprächsrunde mit dem Themenschwerpunkt "Einzelhandel in Übach-Palenberg".
(V. l.): AZ/AN-Chefredakteur Bernd Mathieu, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Palenberg Manfred Latour, Vorsitzender des Aktionskreises pro Übach e. V. Udo Jastrinski, von der Immobilien und Treuhand GmbH & Co. KG Hans Rogalski sowie Horst Behrens und der leitende Redakteur für den Kreis Heinsberg Thorsten Pracht.
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Auf der anderen Seite der Geschäftswelt in Übach-Palenberg stehen Männer wie Walter Pötter und Norbert Zehnpfund, die das Ganze von der investiven Seite betrachten. Walter Pötter von der Konzernführung des Lidl betonte, dass Übach-Palenberg ein hervorragender Standort sei, der aber ohne „Kirchturmdenken“ auskommen sollte. Gleichzeitig überraschte er mit der Aussicht, dass die einst geplanten 400 Arbeitsplätze in der von ihm intiierten und gebauten Brot- und Schokoladenfabrik sogar auf die Zahl von 600 ansteigen könnten. In diesem Zusammenhang kündigte er an, dass es künftig dort auch ein Ausbildungszentrum geben könnte: „In zwei bis zweieinhalb Jahren wollen wir junge Leute ausbilden, die unsere Maschinen bedienen.“ Norbert Zehnpfund, Investor und Eventmanager in der Stadt, mahnte ebenfalls vor zuviel Kirchturmdenken in der Stadt. „Feindschaften und Rivalitäten sind fehl am Platze“, das würde gerade gegenüber Neubürgern eine schlechte Visitenkarte hinterlassen. Die Werbung um junge Familien sah auch Patrick Schulte, Geschäftsführer des in Übach-Palenberg ansässigen Weltkonzerns „SpanSet“, als überlebenswichtig für die Kommunen an.


Gesprächsrunde mit dem Themenschwerpunkt "Wirtschaft in Übach-Palenberg".
(V. l.): AZ/AN-Chefredakteur Bernd Mathieu, Geschäftsführer von SpanSet Patrick Schulte, Veranstaltungsmanager Norbert Zehnpfund, vom Vorstand der Lidlstiftung Walter Pötter und der leitende Redakteur für den Kreis Heinsberg Thorsten Pracht.
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Investor Nummer vier an diesem Abend war Karl-Heinz Emrich, der im Übacher Zentrum mit dem Bau von seniorengerechten Wohnungen beginnen will. Auf die Frage, warum er dafür Übach-Palenberg ausgesucht habe, gab er zurück: „Die Stadt hat mir ein gutes Gefühl vermittelt.“

Positiv blickten auch Thomas Pennartz von der Kreissparkasse Heinsberg und Klaus-Dieter Kroll von der Raiffeisenbank in Übach-Palenbergs Zukunft. „Die Stadt entschuldet sich weiter“, so Pennartz, der gleichzeitig meinte, dass Unternehmer, Privatleute und die Verwaltung die Sache gemeinsam anpacken müssten. Herr Bürgermeister Jungnitsch ergänzte, dass bis Ende 2021 die Schulden insgesamt auf 25,6 Mio. Euro gesenkt werden. Eine Chance für die Stadt sah Klaus-Dieter Kroll mit der neuen Mitte rund um das Einkaufszentrum.


Gesprächsrunde mit dem Themenschwerpunkt "Wohnen und Finanzen in Übach-Palenberg".
(V. l.): AZ/AN-Chefredakteur Bernd Mathieu, von der Emrich Wohnungsverwaltung Karl-Heinz Emmrich, Vorstandsvorsitzender von der Raiffeisenbank Heinsberg e. G. Klaus Dieter Kroll, Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, Vorstandsvorsitzender von der Kreissparkasse Heinsberg Thomas Pennartz und der leitende Redakteur für den Kreis Heinsberg Thorsten Pracht.
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Für ein wenig Entspannung war an diesem Abend aber auch noch gesorgt: Denn mit der Musik von Sängerin Alex Seebald und Christoph Jansen konnten die Besucher zwischen den fundierten Gesprächsrunden noch ein wenig Luft holen.