Ferienspiele in Frelenberg funktionierten auch ohne Geld

 

Da wurde geschraubt, gehämmert, gemalt und gesägt, was das Zeug hielt und am Ende der Ferienspiele hatte jedes der 46 teilnehmenden Kinder mindestens ein eigenes Werkstück erstellt.

 

Und der Spaß hatte einen Namen: Ferienspiele in der evangelischen Christuskirche in Frelenberg, wo sich 46 Kinder zwei Wochen lang kreativ betätigen konnten.
Foto: Stadt

Ein Einrichtungsstück im Gemeindebüro der evangelischen Christuskirche in Frelenberg hat es Manni Wellens ganz besonders angetan. „Das ist unsere arme Sau“, sagt er lachend und hält ein dickes Sparschwein in die Kamera, dass durchaus sinnbildlich für die finanzielle Situation von Ferienspielen stehen kann. „Wir haben in diesem Jahr dafür gesorgt, dass wir zum ersten Mal die gesamten Ferienspiele kostenfrei anbieten konnten“, sagt der Jugendmitarbeiter. So wurde auch für die Ausflüge beispielsweise in den Krefelder Zoo oder das große Abschlussfest kein Cent extra fällig.

„Ganz im Sinne der Gleichberechtigung“, wie Manni sagt, der mit seinem bewegten und bewegenden Team in und um die Christuskirche für richtig Aktion sorgte. Natürlich hat den Frelenbergern auch das Wetter einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht. „Aber mit unserem variabel nutzbaren Gemeindezentrum war das eigentlich auch kein Problem“, freute sich Wellens. So wurden die beiden durch schiebbare Elemente teilbaren Saalräume zu einem riesigen Marktplatz der Möglichkeiten gemacht.

Da wurde geschraubt, gehämmert, gemalt und gesägt, was das Zeug hielt und am Ende der Ferienspiele hatte jedes der 46 teilnehmenden Kinder mindestens ein eigenes Werkstück erstellt. „Das macht natürlich stolz“, so Wellens weiter, „und bei uns dürfen die Kinder – natürlich immer unter fachlicher Aufsicht – gerne einmal Werkzeug ausprobieren und selbst etwas gestalten.“ Der Lerneffekt ist dabei die eine Sache, wie Wellens aus seiner langjährigen Erfahrung weiß, der Stolz auf die eigenen Produkte, die dann am Ende der Spiele natürlich auch Zuhause einen besonderen Ehrenplatz bekommen, das andere. „Wir helfen und unterstützen nur, kreativ sein müssen die Kinder selbst“, schließt Manni. Und das hat sich herumgesprochen, denn stadtteilübergreifend sind die Ferienspiele an der Frelenberger Christuskirche der Anziehungspunkt während der Ferien.

Und damit das so bleibt, freut sich nicht nur die „arme Sau“ über die ein oder andere „Mahlzeit“. Erstmals biete das Team der evangelischen Kirchengemeinde in Übach-Palenberg auch eine Betreuung während der gesamten Sommerferien an. „Wir sind dann auch mit unserem Bauwagen unterwegs und bieten mit der aufsuchenden Jugendarbeit interessante Möglichkeiten“, so Wellens. Dazu wird noch in der dritten Ferienwoche – natürlich witterungsabhängig – der Parkplatz an der Otto-von-Hubach-Straße in Übach oder der Spielplatz am Palenberger „Römerhof“ angefahren.

In der vierten bis sechsten Ferienwoche sind dann Mandy Goldboom als zweite Jugendmitarbeiterin mit ihrem Team unterwegs, um an der Hauptschule in Boscheln mit dem Bauwagen für Abwechslung zu sorgen. Und dann kann immer von 15 bis 18 Uhr sicherlich auch die „arme Sau“ gefüttert werden, denn eine Jugendarbeit dieser Qualität und Art hat einfach finanzielle Unterstützung verdient.