Comenius-Schulprojekt führt polnische und spanische Schüler in unsere Stadt

 

Ein ungewöhnliches Sprachengewirr erfüllte kürzlich den großen Sitzungssaal in unserem Rathaus. Grund waren aber nicht Diskussionen über Politik oder Projekte, sondern das Comeniusprojekt, das europaweit Schüler über die Grenzen zu ihren Nachbarn bringt.

 

Mit einem gemeinsamen Besuch im Rathaus beendeten die Schüler der Willy-Brandt-Gesamtschule Übach-Palenberg mit ihren polnischen und spanischen Gästen das Besuchsprogramm im Rahmen des europäischen Comenius-Projekts. Foto: Stadt

So kamen nun auf Einladung unserer Willy-Brandt-Gesamtschule spanische Schüler aus Mondéjar/Guadalajara und polnische Schüler aus Czerwionka Leszczyny in den Westen Deutschlands.

Durch den Aufenthalt bei ihren deutschen Gasteltern und den gastgebenden Schülern war das Eis natürlich schnell gebrochen und schnell fühlten sich die jungen Europäer untereinander wohl. Dazu besuchten sie gemeinsam die Sehenswürdigkeiten der Region und sorgten so für einen zwanglosen grenzüberschreitenden Austausch. Der Besuch aus Oberschlesien teilte dabei die dortige Bergbautradition mit der hiesigen Region, sodass sich die Schüler auch wegen der ähnlichen Mentalität in der ehemaligen Zechengemeinde schnell wohlfühlten. Die Spanier kamen zum Teil aus sehr kleinen Orten, was nach ihrer Ansicht aber auch den Vorteil habe, dass sich alle untereinander sehr gut kennen.

„Neue Schüler kennenlernen, andere Schulen kennenlernen“, nannte der deutsche Vertreter Steffen Rothärmel einen weiteren Pluspunkt eines solchen Austauschs. Dazu haben sich die international gemischten jungen Menschen auch über die gemeinsame Sprache der Musik verständigt. „Wir haben passende Musiktitel in den Projektsprachen Englisch und Französisch herausgesucht und dann gemeinsam jeweils in der eigenen Sprache bearbeitet“, so Rothärmel weiter. Die Ergebnisse werden von den Gesamtschülern bis zum Ende des Comenius-Projekts gesammelt und am Ende steht ein Abschlusswerk in Buchform, das insgesamt zehn Nationen umfassen soll und sich mit Themen wie Menschenrechte, Arbeit, Terror oder Aggressionen beschäftigt.

„Dank der Finanzierung des Austauschs auch über EU-Mittel sind die Reisen aller beteiligten Schüler möglich“, lobten Renate Hanke und Georgios Papanikolaou von der Gesamtschule das Comenius-Programm. Und vielleicht werden sich die Schüler noch an die Worte unseres Bürgermeisters Wolfgang Jungnitsch erinnern, der im Rathaus noch anfügte, dass „solche Erlebnisse manchmal das Denken für das restliche Leben prägen.“

Comenius ist der Name für ein internationales Schulaustauschprogramm, das von der Europäischen Union gefördert wird. Der Name leitet sich ab von dem tschechischen Pädagogen Johann Amos Comenius (1592 bis 1670), der als Pfarrer und Schulleiter eine grundlegende und sehr modern wirkende Veränderung des Schulsystems forderte. Das Comeniusprogramm heute unterstützt vor allem finanziell das Entstehen von Schulpartnerschaften innerhalb Europas.