„Tres con Barrena“ waren der Hit im Schloss Zweibrüggen

 

Alles wird anders: So hätten die beiden Konzertabende mit dem Quartett „Tres con Barrena“ in unserem Schloss Zweibrüggen auch überschrieben sein können.

 

Frank Ollertz am Flügel, Hermann-Josef Basten an der Querflöte, Friedrich Jouck an der Fiddle und Prof. Reinhold Bohrer (v.l.) an der Gitarre als „Tres con Barrena“ hatten bei beiden Konzerten im Schloss Zweibrüggen einen Schmelztiegel bester Musik dabei.
Foto: Stadt

Denn vor Beginn stand nur fest, dass den Freunden der Kammermusik als Veranstalter auch mit dem ersten Konzert im neuen Jahr ein wahrer Einstand nach Maß gelungen war. Zwei ausverkaufte Abende und die Gewissheit, auch einen dann doch nicht umsetzbaren dritten Termin problemlos durchverkaufen zu können, sprachen schon im Vorfeld für sich.

Am Programm mit vorwiegend keltischer Musik aus Irland, Schottland, der Bretagne und Galizien feilten die „Drei mit Bohrer“, wie der Gruppenname übersetzt heißt, noch bis kurz vor Beginn der Auftritte. „Und selbst heute Abend dürften Sie überrascht sein, was live noch dazukommt“, hatte Vorsitzender Hanns-Paul Jouck von den Freunden der Kammermusik dem Publikum vorweg den Mund wässrig gemacht.

Was kam, war dann in der Tat gewaltig, überraschend und begeisternd zugleich. Denn nicht nur die keltischen Töne hatten bei Frank Ollertz am Flügel, Hermann-Josef Basten an der Querflöte, Friedrich Jouck an der Fiddle und Prof. Reinhold Bohrer an der Gitarre einen Schmelztiegel der instrumentalen Ausarbeitung hinter sich. Auch einzelne Kompositionen aus der Klassik, beispielsweise Pachelbels „Chaconne“, fanden in der instrumentalen Improvisation in neuem Gewand den Weg in die Ohren der Gäste. Und die waren vom ersten Ton an mehr als überzeugt vom Können der Vier.

Da woben klassisch keltische Kompositionen wie „Harvest Home“, „Lord Inchiquin“ und „The King of the Fairies“ sich beinahe ohne Unterbrechung zu einer wohligen Klangwand. Da kam selbst das „Was wollen wir trinken?“ als augenzwinkernde Frage vor der natürlich durch die Freunde der Kammermusik bestens bewirteten Pause als programmatisches Spaßstück herüber, bei dem jeder merkte, dass hier nicht nur vier absolute Vollblutmusiker am Werk waren, sondern sich eine Truppe gefunden hatte, die ihren Spaß an der Musik auch dem Publikum sehr problemlos mitteilen konnte.

„Dem Premierenkonzert sind intensive Proben und sogar ein einwöchiger Workshop in Bohrers Musikhotel in Asturien vorausgegangen“, erklärte Hanns-Paul Jouck dazu. Und genau dabei entwickelten die Vier ihr beinahe unfassbares Gespür für den richtigen Ton an der richtigen Stelle zu einer Perfektion weiter, die den musikalischen Genuss beispielsweise beim „Lord of the Dance“ oder „Butterfly“ nur noch größer machten. Da blieb nicht nur für den Schirmherren, unseren Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, ein großes „Chapeau“ angesichts großartiger Leistungen übrig, auch die übrigen Gäste wussten sich in der klingenden Wiege der Vier, die immer wieder in andere Richtungen ausschlug, bestens aufgehoben. So mischten sich in den mehr als nur verdienten Applaus auch ein paar Wehmutsäußerungen, dass diese Konzerte schließlich doch zuende gehen mussten.