Tag des Offenen Denkmals in Übach-Palenberg bot vier Anlaufstellen

 

Das Wetter war schon merklich kühler, als am Sonntag viele Besucher die Anlaufstellen anlässlich des Tages des Offenen Denkmals in der ehemaligen Zechengemeinde besuchten.

 
Petra Jansen (r.) von der Verwaltung des Carolus-Magnus-Centrums (CMC) übernahm die Führungen durch das ehemalige Verwaltungsgebäude der früheren Gewerkschaft Carolus Magnus. Foto: Markus Bienwald

Das heutige Carolus-Magnus-Centrum (CMC). Zwischen 1928 und 1930 als Sinnbild des Ziegelstein-Expressionismus und Verwaltungsgebäude der damaligen Gewerkschaft Carolus Magnus errichtet, ist heute ein Zentrum für Gründer, Innovation, Dienstleistung und Begegnungen. Die gab es reichlich, denn bereits kurz nachdem Petra Janßen von der Verwaltung des CMC die Türen öffnete, strömten die Menschen hinein, um das einzigartige Bauwerk zu erleben. Anhand historischer Bilder konnte die Entwicklung des Bergbaus am Ort nachverfolgt werden. Diese Bilder zeigten aber auch, wieviel des historischen Baugrundes bereits verloren ist und heute ein völlig anderes Gesicht zeigt, als es noch zur Blüte der hier im September 1962 eingestellten Steinkohleförderung war.
 
Ein paar Jahrhunderte weiter zurück reichte die Geschichte der ebenfalls geöffneten „Weißen Kirche“ in Frelenberg. Die alte katholische Kirche strahlte ganz in Weiß und mit einem wunderschönen alten Weg den Berg hoch. Zunächst bestand sie aus einem einfachen, kleinen Saalbau, der im 17. Jahrhundert nach Westen verlängert wurde und den Glockenturm einschloss. Im 19. Jahrhundert folgten dann die Erweiterungen nach Osten um Chor und Sakristei, was nun natürlich sehr lebendig nachvollzogen werden konnte.
 
Etwas weiter in Richtung Wurm war mit dem Schloss Zweibrüggen ein anderes Baudenkmal in Übach-Palenberg geöffnet. Hier fand an diesem Tag nicht nur die hochrangig besetzte Verleihung des Kunst- und Kulturpreises der Stadt statt. Auch die historischen Gemäuer, der wundervolle Garten und die einmalige Lage im Wurmtal zogen die Menschen an.
 
Dass das schon vor etlichen Jahrhunderten der Fall dar, zeigten die Mitglieder des Vereins für Denkmalschutz und Landschaftspflege in Übach-Palenberg. Matthias Zavrtak und Richard Riediger ließen die Geschichte der an der historischen Wurmbrücke zwischen der deutschen und der niederländischen Seite von Rimburg auch anhand vieler gezeigter Fundstücke lebendig werden. Denn hier war ein wichtiger Flussübergang an der so genannten „Via Belgica“ platziert. Eine Römerstraße, die früher einmal von Köln nach Boulogne-sur-Mer reichte, und auf ihrem Weg auch auf vermutlich fünf Kilometern Wegstrecke das heutige Stadtgebiet von Übach-Palenberg berührte. Berühmte Zeugen dieser Zeit sind heute noch das frühere römische Badehaus, das am ursprünglichen Standort im heutigen Naherholungsgebiet Wurmtal in den Jahren zwischen 1928 und 1930 bei Grabungen entdeckt wurde.
 
Richard Riediger zeigte den interessierten Besuchern an der historischen Wurmbrücke in Rimburg einen Abguss eines Fußabdrucks eines römischen Legionärs, der bei Ausgrabungen rund um die Via Belgica gefunden wurde. Foto: Markus Bienwald