Junge Philharmonie Köln verzauberte beim Neujahrskonzert

 

Das Pädagogische Zentrum war restlos ausverkauft

Die Musiker/innen begeisterten das Publikum.

Großartige klassische Musik erwarteten die Besucher beim zur schönen Tradition gewachsenen Neujahrskonzert zu Recht. Und die 700 Menschen im ausverkauften Rund des Pädagogischen Zentrums (PZ) von Übach-Palenberg wurden nicht enttäuscht. „Ich bin überwältigt“, hatte Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch noch bei der Begrüßung gesagt, „so viele Gäste hatten wir hier noch nie!“. Und die Musiker hielten Wort, denn die zwar recht kleine, aber hervorragend aufgelegte Besetzung des Orchesters traf mit Musik und Spiel unter der Überschrift „Feste Italiane“ genau ins Schwarze. Unter der bewährt hervorragenden Leitung von Volker Hartung gaben die jungen Musiker aus allen Teilen der Welt bei ihrem ganz speziellen musikalischen Blick auf Italien ihr Bestes. Schon beim gewichtigen Eröffnungsstück, der Ouvertüre zur eher unbekannten Oper „L’Italiana in Algeri“ von Gioacchino Rossini zeigten sie ihr ganzes Können. Ob feindynamische Abstufungen, große Dynamik bis zum Tutti oder auch musikalischer Fluss: hier stimmte alles. Und die Musiker des einzigen Ensembles, das frei von programmatischen, institutionellen und politischen Zwängen spielen darf, legten immer wieder noch eine Schippe nach. Beispielsweise verstanden sie es hervorragend, bei Johann Strauß schmissigem bis beinahe kitschigem Walzer „Frühlingsstimmen “, die Gäste mit auf eine Reise in die alte KuK-Zeit zu nehmen. Aus dem Violinkonzert Nr. 1, op. 6 Niccolò Paganini zogen sie viel musikalische Ausdruckskraft. Solist Roman Kim zeigte dabei zu Recht, dass er als einer der besten Solisten überhaupt gilt. Und das Schmankerl vor der Pause, der Ohrwurm „Perpetuum Mobile“ (op. 257) von Johann Strauß wuchs zum absoluten Hochgenuss, sodass es den Gästen fast schon leid tat, in die Pause zu müssen. Frisch gestärkt kamen auch die Musiker wieder zurück auf die Bühne des PZ. Dirigent Volker Hartung, einer echten Persönlichkeit in der Dirigentenszene, gelang der Spagat, den Walzer „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß zwischen dem Adligen des Champagners und dem bodenständigen der Polka schwingen zu lassen. Das allegro vivace aus der „Italienischen“ (Sinfonie Nr. 4 A-Dur, op.90) von Felix Mendelssohn Bartholdy schlug nicht nur eine Brücke in den Süden Europas, sondern glänzte mit Detailverliebtheit und Geschlossenheit, die nur ein großartiges Orchester zustande bringt. Mit Roman Kim an der Solo-Violine wurde auch das Rondo aus dem Violinkonzert Nr. 2 (op. 7) von Paganini zum klassischen Hochgenuss. Zu Recht großen und lang anhaltenden Applaus erntete die Junge Philharmonie Köln auch für ihr offizielles Schlussstück. Der „Kaiser-Walzer“ setzte dem Namen entsprechend ein Glanzlicht auf ein mit Höhepunkten gespicktes, großartiges Konzerterlebnis.