Die „Kellerasseln“ feierten 40 Jahre nach ihrer Gründung ein gelungenes Wiedersehen

 

Es war eine kleine Vinylschallplatte, mit der die Idee begann.

 
Die legendären „Kellerasseln“ aus Übach-Palenberg feierten unter der Federführung
von Paul Josef Gerschel (l.) in Zweibrüggen nach 40 Jahren ein fröhliches Wiedersehen.
Foto: Markus Bienwald
 
Denn vor ziemlich genau 40 Jahren gab es in der damals schon ehemaligen Zechengemeinde mit den zwei Herzen eine rührige und lustige Truppe, die sich die „Kellerasseln“ nannte. Die waren im Keller der Palenberger Kirche St. Theresia Zuhause, wo dem Vernehmen nach auch diese kleinen Tierchen von Zeit zu Zeit einmal gesichtet wurden.
 
Selbst Musik machen war damals schon hoch aktuell, nur die angeschlagene Tonart war im Vergleich zu heute doch grundlegend anders. „Wir haben Gospels und Spirituals gesungen“, erinnert sich Paul Josef Gerschel, der heute die Fäden hinter einem Wiedersehen spannte und damals zu den Sängern der Gruppe gehörte.
 
Rund 50 Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Übach-Palenberg fanden sich regelmäßig zu Treffen und zum gemeinsamen Musizieren zusammen und so entstand nach einer Zeit, wo sich die Gruppenmitglieder vor allem bei heimischen Veranstaltungen die Klinke in die Hand gaben, auch eine Vinylschallplatte. „Wir waren ganz schön aufgeregt damals, als es ins Tonstudio ging“, erinnerte sich Gerschel lächelnd beim Treffen von rund 40 der ehemaligen „Kellerasseln“ im Schloss Zweibrüggen und der Gaststätte „Haus Houben“ zurück. Das Ergebnis der Tonaufnahmen in dem kleinen niederländischen Studio fanden die jungen Leute zwar wenig überzeugend, rieten einigen Anekdoten zufolge sogar vom Kauf ab. Aber das tat dem Erfolg der dynamischen Truppe, die auch bei Karnevalsveranstaltungen in Übach-Palenberg immer wieder ein Renner war, keinen Abbruch. „Wir haben sogar eine Konzertreise nach Österreich unternommen“, berichtet Paul Josef Gerschel, der sich sichtlich freute, dass über den Aufruf dieser Zeitung eine so große Schar von Ehemaligen zusammenfand.
 
„Teilweise haben wir uns 40 Jahre lang nicht gesehen“, sagt er, und gerne erinnert er sich zurück an die Zeit, als der heutige Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch damals noch an der Gitarre eine leitende Funktion hatte. Natürlich war auch der Erste Bürger der Stadt unter den Gästen, ebenso wie der frühere Chorleiter Hans Haupt. Jungnitsch legte sogar noch einen drauf und spielte auf der Gitarre einige frühere Songs der „Kellerasseln“, die viel Anklang fanden. Auch wenn die Texte hier oder da vielleicht nicht mehr so richtig saßen, kam die Freude an diesem langen Nachmittag und dem noch längeren Abend unter Freunden absolut nicht zu kurz. „Einige sind dabei, die lange nichts mehr von sich haben hören lassen, aber es sind auch viele Freundschaften fürs Leben dadurch entstanden“, freut sich Gerschel über die Reise zurück in die Zeit.
 
Spontan sammelten er und seine ehemaligen Bandkollegen noch 187,50 Euro für die Aktion „Unsere Kinder“ der Stadt Übach-Palenberg. So viel hätte sich vor 40 Jahren wahrscheinlich niemand getraut, einmal für die heute in einem längst vergilbten Papiercover eingeschobene Vinylplatte zu verlangen. Doch die Erinnerungen, die so ein Stück 17 Zentimeter messender Tonträgergeschichte verbirgt, die sind immer wieder unbezahlbar.