32. Bürgerempfang der Stadt Übach-Palenberg

 

Viele Besucher folgten am 12.01.2013 der Einladung des Bürgermeisters und kamen ins PZ

 Wolfgang Jungnitsch (M.) mit seinen Amtskollegen Claude Capillon (r.) aus Rosny-sous-Bois/F, und Raymond Vlecken aus Landgraaf/NL stießen auf das neue Jahr an.
Wolfgang Jungnitsch (M.) mit seinen Amtskollegen Claude Capillon (r.) aus
Rosny-sous-Bois/F, und Raymond Vlecken aus Landgraaf/NL stießen auf das neue Jahr an.

Die Rede war kürzer – acht Seiten – die Struktur neu: beim aktuell 32. Bürgerempfang der Stadt Übach-Palenberg am Samstag im weiten Rund des Pädagogischen Zentrums (PZ) an der Comeniusstraße war Einiges anders als in den Jahren zuvor. Dennoch lauschten die mehr als 500 Gäste am Samstagvormittag vielen Worten des Verwaltungschefs, der im Beisein von Vertretern von Rat und Verwaltung der Stadt, Angehörigen von Polizei, Feuerwehr und Militär, sowie Vertreter von Anstalten öffentlichen Rechts, aus Wirtschaft und Kultur nicht nur zu einem kurzen Jahresrückblick auf 2012 ansetzte. „Nach der Kommunalwahl haben wir hart gearbeitet, um das Ziel, eine Richtungsänderung der Ein- und Ausgabenpolitik zu realisieren, zu erreichen“, ging der Verwaltungschef gleich zu Beginn auf das „Thema Nummer eins“, die Finanzen ein. Langfristige Schulden werden langsam, aber nachhaltig abgebaut, aber zusätzliche Steine werden Kämmerer Björn Beeck beispielsweise in den Weg gelegt, wenn mehr als eine halbe Million Euro weniger vom Land, allein bedingt durch eine systematische Änderung, fließen. „Für uns bedeutet dies nichts anderes, als weiter sparen und neue Sparfelder auftun“, schloss Jungnitsch. 2016 soll es dann soweit sein, ein echter Haushaltsausgleich ist seitens der Stadt fest eingeplant, das Ende der Schuldenspirale soll so erreicht werden. Einen kleinen Seitenblick auf die Arbeit im Rat ersparte der Bürgermeister den Anwesenden nicht. Denn die Redekultur in diesem entscheidenden Gremium habe nach Ansicht vieler gelitten, „wir sollten uns einer Redekultur bedienen, die der Sache und nicht der Profilierung dient“. Neben Rück- und Ausblick, fand Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, aber noch 14 aktuelle „Baustellen“, auf die er näher einging. „Vorsichtig optimistisch“ schätzte der Erste Bürger der ehemaligen Zechengemeinde die Lage mit dem Streit um die Derivate ein. Die einzigartige Geschichte von der „Klangbrücke“ ist auch noch nicht zu Ende geschrieben, so darf sie seit Frühjahr 2012 immerhin genutzt werden, alles Weitere wird der Ausgang des noch laufenden Verfahrens zeigen. Gleiches gilt für die Waschkaue, die aber mittlerweile immer wieder für größere Veranstaltungen genutzt wird, wie zum Beispiel dem Benefiz-Spektakel „Let’s Party 2“. Freudigere Baustellen sind das Einkaufszentrum am Wasserturm, sowie die Erweiterung des städtischen Wirtschaftsangebotes um eine riesige Backwarenfabrik, die für den Lidl-Konzern arbeitet. „Viele hunderttausend Euro“ müssen für neue Fenster in den Schulen eingeplant werden, neue naturwissenschaftliche Räume müssen her und ein Unterhaltungsstau mit voraussichtlichen Investitionen von 13 Millionen Euro hat die Stadt auch vor der Brust. Wie auch kleinere Elemente sich positiv auswirken, zeigt die Planung der Wirtsleute Astrid und Albert Spiertz, am Übacher Rathausplatz „Nägel mit Köpfen“ zu machen. Dort wird das vorhandene Provisorium durch einen architektonisch reizvollen Ergänzungsbau ersetzt. Für die Kinder in der Stadt wirken sich sicherlich auch Planungen aus, die Zahl von aktuell 689 Kita-Plätzen noch zu steigern. Im Straßenbau sind in diesem Jahr dringend notwendige Arbeiten in der Thornstraße, der Klosterstraße und der Schulstraße vorgesehen. „Vieles ist wünschenswert, aber das Machbare ausschließlich durch die engen finanziellen Grenzen unseres Haushaltes vorgegeben“, kommentierte Bürgermeister Jungnitsch dazu. Optimierungen mit dem Ziel, Kosten zu sparen, gibt es auch im Rathaus, wo 2012 drei Stellen eingespart wurden. Kosten werden dazu durch die Reduktion der freiwilligen Ausschüsse auf zwei erreicht. Weiteres Lob gab es für den umfassenden Einsatz vieler freiwilliger Kräfte, sowie der Vereine, die gemeinsam mit dazu beitragen, auch in sparsamen Zeiten eine mehr als lebenswerte Stadt zu erhalten. Letztlich wartet auch der rührige Partnerschaftsverein mit einer Neuerung auf. Um den internationalen Gedanken noch stärker zu prägen, wird er am 10. April um 18.30 Uhr den ersten „Eurolog“ organisieren. Zu diesem Europa-Treffen im Schloss Zweibrüggen wird es ein Kamingespräch mit anschließender Diskussion geben.

Das Jugendorchester des Herbacher Instrumentalvereins sorgte für beste musikalische Unterhaltung.
Das Jugendorchester des Herbacher Instrumentalvereins unter der Leitung
von Willi Beckers sorgte für beste musikalische Unterhaltung.

Neben Schar vieler fleißiger Helfer aus der Stadtverwaltung, vom Carolus-Magnus-Gymnasium (CMG), sowie Musik vom Männerchor aus Boscheln und dem Jugendorchester des Instrumentalvereins Herbach, gab es aber noch mehr. So hatten sich auch die Bürgermeister Claude Capillon aus Rosny-sous Bois und Raymond Vlecken aus Landgraaf mit kurzen, aber schönen Worten einen Platz im Herzen der Gäste erstritten. Vlecken ging dabei auf die freundschaftlich-nachbarschaftliche Zusammenarbeit der Gemeinden ein, die auch schon mal zu so schönen Situationen führe, wie dem gemeinsamen Fußballgucken während der Europameisterschaft 2012. Claude Capillon vergaß auch die europäische Dimension nicht, in dem er dazu aufrief, die Krise gemeinsam zu überwinden.

Eine
Eine "Hommage an die Stadt" sang der Boschelner Gesangsverein.